Montag, 10. Oktober 2016

[Rezension] Pretty Baby - Das unbekannte Mädchen







  • Preis: 16,99€ [D]
  • Einband: Broschiert
  • Seitenanzahl: 304
  • Verlag: Harper Collins
  • Autor/in: Mary Kubica
  • Übersetzer/in: Nele Junghanns
  • ISBN: 978-3-95967-033-3





Heidi Wood war schon immer eine sozial engagierte Frau, die sich den Schicksalen von anderen angenommen hat. Doch eines Tages scheint sie alle Grenzen zu überschreiten, sie nimmt ein obdachloses junges Mädchen und ihr Baby mit zu sich nach Hause.
Ihr Mann und ihre Tochter sind davon nicht allzu begeistert, besonders ihr Ehemann sorgt sich und fürchtet, dass seine Frau sich zu sehr in das Schicksal des Mädchens verliert, ohne diese wirklich zu kennen. Er beginnt zu recherchieren und findet furchtbares heraus...

Ich finde das Cover sehr harmonisch, ich mag das dunkle Bild der Frau mit der weißen Farbe des Schriftzugs, das gibt ein tolles Cover wie ich finde, das meine Neugier definitiv weckt.

Ich war sehr gespannt auf diesen Thriller, denn ich finde der Klappentext mach unglaublich neugierig und gerade wenn es um junge Leute geht, die etwas geheimnisvolles und vielleicht auch böses in sich tragen, wird es meiner Meinung nach richtig spannend, auch auf psychologischer Ebene.
Meine einzige Angst war die, dass ich bereits "Good Girl" von Mary Kubica gelesen habe und ich auch da die Idee sehr interessant fand, das Buch selbst mich aber so gar nicht von sich überzeugen konnte.
Dennoch hat mich Pretty Baby inhaltlich so angesprochen, dass ich es einfach auf einen Versuch ankommen lassen musste und letztendlich bin ich froh drum.

Denn dieser Thriller aus der Feder von Kubica konnte mich alles im allem sehr von sich überzeugen. Besonders gelungen finde ich die Erzählweise des Buches, zu einem lesen wir die Handlung aus der Sicht von Heidi und bekommen dadurch einen sehr guten Einblick ihrer Faszination dem Mädchen gegenüber und es wird auch sehr gut vermittelt, warum sie ihr so verfällt.
Auf der anderen Seite haben wir ihren Ehemann, dessen Perspektive ebenfalls Teil des Buches ist, und er sieht das ganze viel rationaler und misstrauischer, stellt Fragen die man sich als LeserIn selbst schon gestellt hat und wundert sich mit ihm über alles was passiert.
Das allein fand ich als Mischung zum ziemlich gut gewählt, für mich war die Balance dort auch sehr gut, denn sie beide sind sehr extrem in ihrer Haltung und stellen so zwei perfekte Gegensätze dar.
Das hat mir sehr gut gefallen und ich kann mich persönlich gar nicht darauf festlegen, welche Perspektive mir besser gefallen hat und das ist immer etwas sehr positives. :)
Ich hab mich auf jeden Fall in beiden Teilen sehr wohl gefühlt und konnte nicht aufhören zu lesen.

Aber es ist noch eine weitere Perspektive vorhanden, nämlich die von Willow (das mysteriöse obdachlose Mädchen). Willows Sicht erzählt meistens die Vergangenheit, es erzählt ihre Lebensgeschichte, wie es dazu kam das sie als obdachlose gemeinsam mit einem Baby am Bahnsteig vorzufinden war.
Natürlich ist man sofort gefesselt von ihrer Lebensgeschichte, denn man möchte unbedingt herausfinden was ihr Geheimnis ist, ob sie wirklich gefährlich ist und natürlich stellt sich die Frage ob die Familie Wood wirklich in Gefahr schwebt, durch sie.
Das alles hat dazu geführt, dass ich auch ihren Teil sehr intensiv und mit viel Freude gelesen habe. Das einzige Problem für mich war, dass die Vergangenheit mich manchmal doch zu weit von der Gegenwart entfernt hat und  ich manches mal das Gefühl hatte, es geht sehr schleichend voran.
Dennoch hat mir auch dieser Part inhaltlich gut gefallen und ich hab eine berührende und schockierende Lebensgeschichte vor gefunden, die so manches von mir abverlangt hat.

Im Verlauf ist dieses Buch sehr gut, es wusste mich persönlich zu überraschen und das ist bei einem Thriller wie diesem - der sich sehr langsam und dann aber spannungsvoll aufbaut, sehr wichtig. Von daher waren meine Erwartungen auch hier vollkommen erfüllt, zwar hielt der Überraschungseffekt nicht ganz bis zum Schluss, am Ende wurden die Puzzleteile dann doch sehr klar, aber das ich völlig ahnungslos bin am Ende, ist dann doch eher eine geringe Seltenheit, weshalb ich es nicht negativ werte. :D

Alles im allem hat Kubica mich mit Pretty Baby versöhnt und mir gezeigt, dass sie nicht nur tolle Idee hat, sondern sie auch in einem spannenden Buch unterbringen kann. Von daher freue ich mich nun auf weitere Bücher von ihr, die dann hoffentlich ebenfalls so geschickt und unerwartet wie dieses hier sind. :)

Samstag, 3. September 2016

[Rezension] Katharina, Marie & ihre vier Männer






  • Preis: 8,99€ [D]
  • Einband: Taschenbuch
  • Seitenanzahl: 256
  • Verlag: Goldmann Verlag
  • Autor/in: Tine Ratig, Hannah Wilhelm
  • ISBN:  978-3-442-48414-0






Katharina und Marie sind beste Freundinnen, doch da sie beide hunderte Kilometer von einander entfernt wohnen, bleibt ihnen überwiegend die Kommunikation über Emails.
Als beide verheiratete Frauen merken, dass in ihrer Ehe die Luft raus ist und sie sich in jemand neues verliebt haben, wird die beste Freundin auf einmal eine noch viel größere Stütze, denn auf einmal haben sie einen Raum in der sie alle Gefühle teilen und loswerden können, Rat bekommen oder sich auch einfach mal über die missliche Lage beschweren, ohne verurteilt zu werden, sie fühlen sich einander verstanden, auch wenn beide ganz anders mit diesem Liebeschaos umgehen...

Beim Cover hat man sich nicht allzu viel neues ausgedacht, es ist schlicht und hübsch und passt sehr gut in das Genre.

Dieses Buch ist in Briefform geschrieben bzw. eigentlich viel mehr in Emailform und das ist ein Stilmittel den ich immer sehr, sehr gerne mag.
Ich finde dadurch bekommt man immer einen viel intensiveren Einblick in die Gedankenwelt der Protagonisten und auch die anderen Protagonisten setzen sich viel mehr mit dem anderen auseinander, eben weil man sehr viel persönliches teilt, zu denen die Protagonisten sonst ja gar kein Zugang haben.
In diesem Buch funktioniert das Prinzip ganz gut und ich fand es gerade bei dieser Thematik auch für mich sehr hilfreich so genau die Gedanken der beiden Frauen spüren zu können, denn meine Moral spricht sich letztendlich vollkommen gegen Betrug aus.

Dennoch mochte ich den Umgang mit der Thematik in diesem Buch sehr und meine moralischen Vorstellungen ließen sich auch gut dabei ausstellen. Auf den ersten Blick erweckte das Buch für mich eher seichte Unterhaltungslektüre und ich hatte auch eine oberflächlichere Auseinandersetzung mit dem Thema Betrug und dem Warum etc. befürchtet.
Aber das kam hier, glücklicherweise, ganz anders. Natürlich ist es immer noch Lektüre die der Unterhaltung dient, aber eben auch viel auf emotionaler Ebene, wo man manchmal auch etwas nachdenklich wird und sich fragt wie man selbst mit dieser oder jener Situation umgehen würde.
Ich fand es gut, dass einfach alle Gefühle der beiden sehr offen dargelegt wurden, der Zwiespalt, das schlechte Gewissen, die Angst vor der Zukunft, vor der Offenbarung des eigentlichen Partners, aber auch die Freude über das neue Fünkchen Liebe das sich in ihnen ausgebreitet hat und das Gefühl, endlich mal wieder begehrt, geliebt und glücklich zu sein.
Manchmal sind die Gefühlsumschwünge ziemlich schnell dar, aber auch das fand ich nur authentisch. Generell wirkte die Auseinandersetzung auf mich sehr ehrlich, natürlich konnte ich die beiden nicht immer zu 100% nachvollziehen, aber es gab diese Momente durchaus. Von daher konnte ich ihre Entscheidungen akzeptieren und mich auch vollkommen neutral auf deren weiteren Entscheidungen einlassen.

Ich mochte es auch, dass beide ziemlich anders mit der Situation umgehen, und auch die gegenseitige Unterstützung fiel sehr angenehm aus, sie pushen sie nicht in eine Richtung, sondern akzeptieren wie sich die andere fühlt und unterstützen sich in ihren Entscheidungen, selbst wenn sie für sich selbst eine andere getroffen haben und das ist gut und wichtig so.
Der Verlauf der eigentlichen Handlung, rein im Aspekt von wegen wer entscheidet sich für wen etc. war leider etwas vorhersehbar und nur wenig überraschend, auf der einen Seite ist es natürlich schön, dass man als Leserin deutlich merkt wo die Tendenzen liegen und was das Herz der beiden eigentlich möchte, aber auf der anderen Seite mag ich es auch einfach mal ein bisschen überrascht zu werden und das schafft dieses Buch dann leider nicht. ;)

Ein weiterer Störpunkt war für mich, dass man doch sehr häufig den Sexismus hat sprechen lassen. Sie senieren natürlich über ihre Männer und natürlich gilt das was ihre Männer tun für alle und wie sie sich verhalten gilt für alle Frauen. Die beiden zeichnen also ein stereotypisches Bild von Mann und Frau und sagen felsenfest, das ist so.
Ich bin da generell immer kleinlich, vielen würde das wahrscheinlich nicht stören oder gar auffallen, aber ich hab es einfach satt und für mich war das ein großer Störfaktor. Vielleicht war es zu erwarten, sogar wahrscheinlich, aber ich geb die Hoffnung nicht auf, dass man auch mal einen Beziehungsroman schreiben kann, ganz frei von irgendwelchen Klischees und festgelegte Rollen der Geschlechter (denn ehrlich, es wäre nicht sehr schwer!)

Es ist kein anspruchsvoller Roman, dennoch hatte er mehr Tiefgang als erwartet, was mich positiv überrascht hat. Ich mochte die Gedanken der beiden Frauen und hab mich durch die entstandene Nähe auch sehr mit ihnen verbunden gefühlt, nur der Sexismus nervte mich, glücklicherweise war er aber nur Stellenweise präsent. Das Thema wird wirklich von allen Seiten gut durchleuchtet und bietet von daher wirklich unterhaltsame als auch nachdenkliche Lesestunden.

Dienstag, 30. August 2016

[Neuzugang] Teil 1 - denn es ist ein bisschen eskaliert. *.*


Hallo meine Lieben,

ihr habt vielleicht bemerkt, dass es im August ziemlich ruhig geworden ist auf meinem Blog. Tatsächlich hab ich es bisher nur geschafft eine einzige Rezension zu schreiben, denn der Beitrag zu George war schon seit einiger Zeit vorbereitet gewesen..
So genau kann ich euch gar nicht sagen warum ich nicht mehr geschafft habe, ich bin ein bisschen eingespannter und körperlich macht sich das bei mir ziemlich bemerkbar, denn ich bin derzeit Dauermüde! :D
Darunter leidet vor allem mein Blog und das Lesen, aber ich merke, dass ich mich ganz langsam daran gewöhne und verzeichne generell einen Aufschwung und das ist doch schon mal sehr gut. :)

Wenn man wenig liest, lässt man natürlich trotzdem nicht davon ab, neue Bücher bei sich einziehen zu lassen. Ich glaube das kennt nahezu jeder von euch auch, oder? ;D
Von daher sind es diesen Monat mal wieder ein paar zu viele geworden und ich stelle sie euch in zwei Teile vor. :)



Selection: Die Krone ich glaube zu dem Buch muss ich nicht viel sagen, ich freue mich so auf diesen Abschluss der Reihe, auch wenn ich bei weitem nicht der größte Fan bin und sie auch nicht perfekt finde, aber sie verursachen bei mir ein ganz wunderbares Gefühl und ich bin gerne dort, so dass ich ganz sicher auch ein bisschen traurig sein werde. Angelesen habe ich dieses Buch nun schon und werde es ganz bewusst genießen, zum Glück bleibt der wunderschöne Anblick im Regal. ♥_♥

Gläsernes Schwert durfte auch endlich bei mir einziehen, noch so eine heißersehnte Fortsetzung für mich, die zum Glück doch noch realtiv zeitnah eingezogen ist, hatte schon befürchtet es würde ewig auf der Wunschliste stehen bleiben, aber Gott sei Dank, habe ich eine wundervolle Mama, die es mir gekauft hat. *.*

Das Juwel: Die Weiße Rose war, wie ihr euch denken könnt, auch heißersehnt. Ich hab jetzt erst mal angefangen den ersten Teil zu lesen, denn nach dem oft erwähnten fiesen Cliffhanger, konnte ich mir das Buch noch nicht zu Gemüte führen, aber nun starte ich voll durch und hoffe ich werde die Reihe, wie viele andere auch, lieben!



Amani: Rebellen des Sandes ist wohl auch eines der Bücher, das viele unbedingt lesen möchten, müssen! :D
Bereits im letzten Monat habe ich es zur Rezension vorgeschlagen bekommen und da ich mich schon sehr auf dieses Buch gefreut habe, hab ich natürlich nicht lange gefackelt und ja gesagt. ;)
Es fühlt sich übrigens ganz wunderbar an, als wären kleine Sandkörner auf dem Buch drauf. :)

Animox: Das Heulen der Wölfe finde ich vom Konzept her ja sehr interessant, ist natürlich nicht neu, aber im Jugendbuchbereich hab ich bisher noch keines dieser Bücher gelesen und Aimee Carter konnte mich eh schon von sich überzeugen, so dass Animox und ich, sicherlich gute Freunde werden. :)

Battle Island ist auch eines der Bücher auf das ich mich wahnsinnig freue, ich hab bisher schon ein paar gute Rezensionen dazu gelesen, die meine Lust wirklich gut entfachen konnten, bin gespannt was mich genau erwarten wird. :)



Dass ich ich bin, ist genauso verrückt wie die Tatsache, dass du du bist ist ein ganz entzückender Titel oder? Auch dieses Buch hat ein interessantes Konzept, denn es wird als Listen-Roman bezeichnet und tatsächlich finden sich in diesem Buch etliche Listen die wohl auch die Geschichte ein Stückweit tragen, dennoch ist der Aufbau ein bisschen anders als gedacht, denn zwischendrin findet sich massig Text. ;P

Wonderland der Titel zieht mich ja schon magisch an, auch wenn es nichts mit meinem aller, allerliebsten Wunderland von Lewis Carroll zu tun hat, aber spannend klingt es trotzallem und zwar sehr, von daher ist meine Freude so groß wie sie nur sein kann und ich bin ganz gespannt. :)

Falsche Schwestern bietet eine sehr interessante Geschichte, dennoch sind Jugendthriller oder Jugendromane, die in diese Richtung gehen, immer ein Thema für sich und ich hoffe einfach, dass meine Erwartungen hier erfüllt werden und ich nervenaufreibende und spannende Stunden mit diesem Buch haben werde und beim herausfinden, ob es sich wirklich um eine falsche Schwester handelt oder nicht. :)


So das wars für den ersten Teil, im nächsten gibt es dann definitiv eine buntere Mischung und nicht nur Bücher aus dem Jugendbuchbereich. :D
Ich bin auf jeden Fall sehr, sehr glücklich mit dieser Ausbeute im August und freue mich auf jedes einzelne unheimlich doll. *.*

Samstag, 27. August 2016

[Rezension] Das letzte Geständnis des Rapahel Ignatius Phoenix





  • Preis: 14,99€ [D]
  • Einband: Broschiert
  • Seitenanzahl: 432
  • Verlag: DroemerVerlag
  • Autor/in: Paul Sussman
  • Übersetzer/in: Michaela Grabinger
  • ISBN: 978-3-426-30439-6






Raphael Ignatius Phoenix (Initialien R.I.P) steht kurz vor seinem hundersten Geburtstag und ist mehr als bereit dafür seine letzte Reise anzutreten, schon seit seiner Kindheit trägt er eine kleine Pille mit sich herum, die ihm das Leben nehmen wird, sobald er sie schluckt.
Doch ehe diese kleine Pille sein Ende bedeutet, hat Rapahel Ignatius Phoenix der Welt noch etwas mitzuteilen, nämlich seine Geschichte. Eine Geschichte in der er viele Morde gesteht und die so lang ist, dass er sie lieber an den Wänden seines Hauses niederbringt als sie auf Papier festzuhalten...

Ich finde das Cover optisch wirklich unheimlich schön, es fängt bei dem Schaden von Rapahel an, die ihn sehr geheimnisvoll wirken lässt und ein bisschen unnahbar, aber auch die kleinen Zeichnungen und Beschriftungen im Hintergrund haben mich total angelockt. :)

Ich finde ja, dass der Klappentext des Buches eine wirklich einzigartige Geschichte verspricht, nicht nur ist der Plot so anders als alles andere was ich bisher gelesen habe, sondern ich finde das ganze klang unheimlich skurrill und auf eine sehr reizvolle Art bösartig. Ich bin sehr froh, dass meine aufgebauten Erwartungen nicht zu hoch waren und dieses wunderbare Buch ihnen sehr gut standhalen konnte.

Es ist eine komische Fortsetzung die Geschichte eines Mörders zu lesen, der ganz offen seine Sicht darlegt und dem man über die Seiten unglaublich nahe kommt, denn diese Morde sind ein Teil seiner Lebensgeschichte. Sympathien für Raphael zu entwickeln ist von daher rein gedanklich, ziemlich schwer, denn nicht nur hat er viele Morde begangen er redet über sie auch sehr leichtfüssig und so wirkt das ganze gar nicht so grausam wie es in der Realität wäre und weil er natürlich nicht jeden umbringen wollte, manches sogar ein versehen war, und andere es eventuell verdient haben, entwickelt sie sich doch. Die Sympathie.
Ich mochte Raphael sehr gerne und auch seine Geschichte hat mich einnehmen können, es gab zwar 1-2 Begegnungen mit Opfern die mir weniger zusagten und diese Stellen waren für mich dann manchmal auch etwas langatmig, aber letztendlich wird jede Begegnung mit Todesfolge zwar detailliert und ausführlich geschildert aber in Seiten gemessen füllen sie dann in der Regel nich allzu viele Seiten haben und das ganze von daher für mich kein großes Problem mit den Buch verursachte.

Generell mochte ich es einfach wie viele verschiedene Charaktere ihren Weg in dieses Buch gefunden haben und wie Raphael sich auf sie einstellte, denn Raphael selbst passt sich häufig den Menschen in seiner Umgebung an und führt in der Regel zumindest zeitweise, das gleiche Leben wie sie, dennoch ist er nicht ohne eigene Persönlichkeit und der weitere interessante Aspekt dieses Buches lag für mich auch darin zu sehen, wie er sich entwickelt, wie sich auch die Einstellung zu diesem Leben und der angehörigen Person entwickelt und so entstehen meistens ganz eigene Mordmotive.

Ein großes Thema für Raphael selbst ist auch die Beziehung zu seiner Jugendfreundin, sie wirkte auf mich wie ein großes Mysterium. Man erfährt von deren gemeinsamen Kindheit und sie ist es auch, die ihn zu seiner Pille führt. Aber im weiteren Verlauf sind es immer nur einzelne Begegnungen und dennoch scheint sie immer zu wissen in welcher Lage er sich gerade befindet.
Mich hat das von Anfang an sehr neugierig gemacht, hätte mir aber auch gewünscht, dass sie mehr Raum einnehmen würde und man schneller gewisse Dinge erfährt, aber letztendlich war ich am Ende zufrieden damit wie es verlief und es war okay, dass dieser Teil, trotz der Wichtigkeit für den Protagonisten selbst, eher ein Nebenstrang war, denn letztendlich passte es für mich schon, weil sie halt auch nur ein Teil seines ganzen Leben war.

Meine Erwartungen was Skurrilität betrifft, konnte dieses Buch im ganzen Verlauf definitiv erfüllen. Nicht nur Aufgrund dessen wie diese Morde verlaufen sondern auch wegen den ganzen Menschen die ein Teil von Rapahels Geschichte werden, die Bösartigkeit ist auch irgendwie da, aber wirklich eher unterschwellig, weil das ganze eher mit Leichtigkeit und auch ein bisschen Humor erzählt wird, so das diese nicht immer gleich spürbar ist, manchmal wiederum aber anders als ich dachte und so ergibt sich da für mich eine wirklich tolle Mischung, wie ich es erwartet und erhofft hatte, die mich wirklich begeistern konnte.

 Dieses Buch hat was ganz eigenes und ich persönlich finde es immer toll, Bücher zu entdecken die einmalig sind. Wenn diese dann noch gefallen ist es immer ein kleiner Jackpot und genau das trift auf dieses Buch auch zu, ich hab es gerne gelesen, weil nicht nur die Geschichte und die Art wie sie erzählt wurde ganz toll war, sondern auch die ganzen Charaktere die in ihr Platz finden, da stören kleine Mängel dem Lesevergnügen kaum. :)

Donnerstag, 25. August 2016

[Rezension] George





      • Preis: 14,99€
      • Einband: Gebunden
      • Seitenanzahl: 208
      • Verlag: Fischer Verlag
      • Autor/in: Alex Gino
      • Übersetzer/in: Alexandra Ernst
      • ISBN: 978-3-7373-4032-8






      George ist ein Mädchen, das ist für sie gar keine Frage, allerdings ist sie in einem Jungenkörper geboren wurden und so weiß niemand außer sie selbst, wer sie wirklich ist.
      Doch George möchte ausbrechen und sich zeigen, doch das ist einfacher gesagt als getan, ihre Chance wittert sie als ihre Schulklasse ein Theaterstück zu "Wilbur und Charlotte" auf die Beine stellen soll. George identifiziert sich mit der tapferen Spinne und will unbedingt ihre Rolle spielen...

      Das Cover ist sehr schlicht, aber der Titel in den bekannten LGBT Farben weist eine eindeutige Richtung auf, die ich als vollkommen ausreichend empfinde, generell mag ich es schon gerne schlicht und für einen Roman wie diesem,bevorzuge ich es sowieso alle mal. :)

      Ich bin ein Mensch der für Offenheit und Toleranz steht, von daher habe ich mich sehr darauf gefreut George zu lesen, denn ich finde es sehr wichtig, dass man solche Themen auch Kindern schon nahe bringt, um dort die ersten Bausteine einer neuen Gesellschaft zu legen. In der es irgendwann kein Drama mehr ist wenn man Homo-/bisexuell oder gar Transgender o.Ä. ist.
      Es sollte so normal sein wie die Heterosexualität und das schafft man, in dem man Kindern von Anfang an zeigt, dass es das gibt und sie genauso sehr damit aufwachsen wie mit dem klassischen Bild von einer Mann - Frau Beziehung.
      Von daher ist dieses Buch für mich allein Aufgrund der Thematik schon ein kleines Herzensbuch, bei dem ich hoffe, dass noch viele von folgen werden.

      Aber auch das Buch selbst konnte mich eindeutig von sich überzeugen, man merkt deutlich, dass es sich an jüngere Leser richtet, was vollkommen okay für mich war, denn ich wusste worauf ich mich einlasse.
      Bei einem solchen Buch ist es vor allem wichtig, dass die Charaktere stimmen, in gewisser Weise hat man es sich einfach gemacht in dem man möglichst die Charaktere mit eingebunden hat, die man in so ener Situation erwarten würde. Aber letztendlich hatte das natürlich seine Funktion und deswegen kann ich auch gut darüber hinwegsehen, dass sie allgemein sehr stereotypisch sind.
      Auch mit den Geschlechter-Klischees wird hier immer mal wieder gespielt, was natürlich der Veranschaulichung dient, dennoch war das der einzige Punkt der mich trotzallem gestört hat, denn davon halte ich allgemein nicht wirklich viel.

      Neben den stereotypischen Charakteren gab es für mich aber auch vereinzelte Überraschungen, zu einem Georges beste Freundin die ist, so wie George selbst natürlich, hervorragend gezeichnet und herausgearbeitet und hat wirklich gezeigt wie man mit einer solchen Situation im Idealfall umgehen sollte, so dass sie sich mit voller Wucht in mein Herz katapultiert hat und ich sie einfach nur drücken wollte für die ganze Unterstützung die sie George bietet. Authentisch fand ich auch, dass es nicht sofort für sie klar war, sondern das sie das ganze für sich auch erst einmal genau begreifen musste.

      Natürlich gibt es auch die Charaktere die für Gegenwind bzw. Unverständnis sorgen oder einfach selbsr nicht damit klarkommen können, aus welchen Gründen auch immer und auch dafür ist Raum da, doch George führt den Kampf er selbst sein zu können wirklich hervorragend und lässt sich davon nicht unterkriegen.

      Die Entwicklung des Buches fand ich prinzipiell recht interessant, es geht gar nicht so sehr um den Prozess der Umwandlung zu einem Mädchen sondern einzig und allein den anderen zu zeigen, dass sie ein Mädchen ist. Das Buch endet also da, wo vermutlich die eigentliche Wandlung anfängt, das hat mich ein bisschen überrascht, auch wenn die geringe Seitenzahl es eventuell hätte vorhersehen lassen, aber eigentlich fand ich es so ziemlich perfekt.
      Es ist ein harmonisches und gut gewähltes Ende, das noch mal eine wichtige Botschaft mit sich bringt und ich fand es war genau der richtige Zeitpunkt um aufzuhören, der Rest ist in die Wege geleitet und die Fantasie lässt sich den Rest zusammen spinnen und gerade weil sich dieses Buch an die jungen Leser/innen richtet, ist es vielleicht auch gar nicht so leicht den genauen Prozess mit einzubeziehen und so ist es eher ein moralisches Buch, das sich viel mehr mit den Emotionen von ihr auseinandersetzt und genau dadurch konnte George mich so erreichen, also insgesamt wurde da der richtige Weg gewählt, wie ich finde.

      George ist ein wirklich herzliches Buch, mit einer wundervollen Protagonistin, die endlich sie selbst sein möchte und dabei einen Weg findet sich allen zu zeigen. Ein schwieriges Thema sehr verständnisvoll und empathisch erzählt, man fühlt mit ihr und versteht sie und genau deswegen sollte dieses Buch gelesen werden von jungen so wie von älteren Leser/innen. ♥