Montag, 28. Mai 2012

[Rezension] Das Ende von Alice

von A.M. Homes
"Ein zu lebenslanger Haft verurteilter pädophiler Kindermörder führt einen Briefwechsel mit einer Neuzehnjährigen, die ihren zwölfjährigen Nachbarsjungen verführen will.
Er ermuntert sie, weist sie zurecht, erteilt ihr Ratschläge. Gleichzeitig erinnert er sich an seine eigene Straftat und an das, was ihr vorausging: den Sommer mit Alice." 


Inhalt:
Chappy ein pädophiler Sträfling hat schon einige Jahre seines Lebens hinter Gittern verbracht.
In all der Zeit hat er sehr viel Post bekommen, von Bewunderern, aber auch von Menschen die ihm Morddrohungen schicken.
Als er dann Post von einer jungen Frau bekommt, die ihm Einblicke in ihr Leben zeigt und sie ebenso wie er eine Faszinationen und Erregung für die jüngsten und "schwächsten" Menschen dieser Erde verspürt, ist er von ihr gefangen..

Cover:
Das Cover finde ich sehr gelungen, es wirkt sehr unschuldig spiegelt meiner Meinung aber auch den Inhalt des Buches wieder, der Schmetterling ist gefangen und auch Pädophile sind in ihrer Denkweise gefangen und auch wenn sie es ändern wollten, können sie diese Neigung nicht einfach mal so ablegen..

Meinung:
Das ist ein Buch, bei dem es absolut schwer fällt eine Rezension zu schreiben. Das was man in diesem Buch zu lesen bekommt ist so widerlich und ekelerregend, das man es eigentlich gar nicht weiter lesen möchte und dennoch bleibt man dran..
Warum nur? Ich kann und will mir das nicht so recht erklären können.
Das Thema ist sehr schwierig, dennoch hat es was interessantes in die Gedankenwelt eines Pädophilen platz nehmen zu können, auch wenn diese Gedanken einem missfallen, so versucht man doch zu verstehen wie sie das ganze Betrachten.
Das schlimmste in dem Fall war, dass er es absolut nicht verwerflich fand auf kleine Mädchen zu stehen. Für Chappy war es einfach Normalität und er hatte kein Verständnis dafür, wieso das gegen das Gesetzt ist.
Aber auch das junge Mädchen sieht die Perversion in ihrer Vorliebe nicht..

Das Buch ist zudem auch sehr detailliert geschrieben worden, ich musste das Buch des öfteren aus der Hand legen, einfach um ein bisschen Abstand von all dem zu gewinnen. Es waren keine schönen Bilder die einem da in den Kopf gesetzt worden sind.
Oftmals hatte ich auch das Gefühl, dass die Autorin unbedingt schocken wollte und einiges extra eklig geschrieben hat.
Nicht nur Szenen zwischen Kind und Erwachsenem wurde beschrieben, sondern auch Selbstbefriedigung und Sex zwischen Chappy und seinem Zellengenossen.
Alles auf eine vulgäre und widerliche Weise..

Dennoch halte ich das Buch für wichtig und lesenswert, es ist schon äußerst interessant und auch wenn ich nicht weiß inwiefern das wirklich die Denkweisen eines Pädophilen wiederspiegelt, halte ich es für wichtig mal zu versuchen sich in sie hinein zu fühlen, denn ihre Neigung suchen sie sich ja nicht aus..
Es regt einem sehr zum nachdenken an, das finde ich toll.

Sprachlich war es mir oftmals zu hochgestochen, hier wurde sehr darauf geachtet möglichst intelligent zu klingen, was für so ein Buch wahrscheinlich auch gar nicht so unwichtig ist, damit es überhaupt ernst genommen werden kann.. Dennoch hat es den Lesefluss enorm beeinträchtigt..

Alles im allem ein schwieriges, aber sehr zu empfehlendes Buch. Ein Buch das man gelesen haben sollte, so schwer einem das auch fallen mag.

Genial - absolute Lesepflicht
Weitere Informationen:

  • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch; Auflage: 1., Auflage (19. April 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462043811
  • ISBN-13: 978-3462043815


Kommentare:

  1. Danke für diese tolle Rezi, sie ist sehr aufschlussreich. Ich überlege noch, ob ich mir das Buch zulegen werde.

    Lg Katja

    Alle meine Bücher

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    1. Ich würde es dir schon empfehlen, auch wenn es wie gesagt, sehr hart ist. Allzu leicht besaitet sollte man wahrscheinlich nicht sein..

      Liebe Grüße
      Svenja

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  2. Ich will dieses Buch auch lesen. Meine Erwartungen sind ein wenig so, wie bei Jack Ketchum's Evil. Das ist wirklich das einzigste Buch, bei dem ich zwischendurch kurz davor war, aufzuhören - weils es so grausam war! Mal sehen, wann ich mich danach fühle. Ich denke mal im nächsten Urlaub, brauche direkt danach ein fröhliches Buch!

    Liebe Grüße
    Marleen

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    1. Ja ein fröhliches Buch, das einem ablenkt ist danach sicher nicht verkehrt.
      Irgendwie muss man für das Buch einfach in einer passenden Stimmung sein, auch wenn ich nicht genau weiß welche Stimmung die passende ist. xD
      Es war für mich auf jeden Fall nicht leicht zu lesen, was aber nichts daran ändert, dass es ansonsten ziemlich genial ist undich dieses Buch für wichtig halte. :)

      Liebe Grüße
      Svenja

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  3. Ich habe das Buch eben nach 4 Stunden aus der Hand gelegt. Nicht weil ich vor Schock nicht weiterlesen konnte, sondern weil ich damit durch bin.
    Es macht mehr als nur nachdenklich, schildert es doch genau das, was nur allzuoft um einen herum passiert. Es ist, obwohl es als Roman geschrieben wurde erschreckend autentisch.

    Auch ich kann es nur weiterempfehlen

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