Montag, 1. Oktober 2012

[Rezension] Flammen über Arcadion

von Bernd Perplies
"Nach dem Großen Krieg sind weite Teile der Welt verwüstet. Angst und Aberglaube beherrschen die Menschen. Die sechzehnjährige Carya lebt mit ihren Eltern in Arcadion. Eines Tages muss sie mit ansehen, wie ein junger Mann von den Schwarzen Templern festgenommen wird. Er soll von der Inquisition gefoltert werden. Voller Wut schießt Carya auf zwei der Inquisitoren und ist fortan auf der Flucht. Ihre einzige Hoffnung ist der junge Templersoldat Jonah, der sein Leben aufs Spiel setzt, um Carya zu retten." 






Inhalt

Carya lebt in Arcadion, dort wächst sie wohlbehütet auf, fest in dem Glauben, dass die Inquisitoren von Arcadion und der Lux Dei für Ordnung Sorgen und sie und ganz Arcadion vor all den Gefahren bewahren die nicht nur außerhalb der Stadtmauern lauern.
Doch der Schein trügt, durch ihre beste Freundin Rajael, wird sie den Invitros näher herangeführt. Während sie vom Lux Dei als verachtenswerte Wesen, die keine daseins Berechtigung haben, hingestellt werden, zeigt Rajel, dass sie ebenso Menschen sind, mit den gleichen Gefühlen wie sie auch, nur mit dem Unterschied, dass sie künstlich gezeugt wurden sind.
Als die dann auch noch mit ansehen muss, wie Rajaels Freund, gefoltert wird, ist sie nicht mehr Herr ihrer Sinne und greift ein..
Nun sind die Inquisitoren hinter ihr her, doch es gibt jemanden der ihr zur Seite steht, Jonan..

Gestaltung

Ich bin ein großer Fan vom Cover, die Rose die zu Asche verfällt sieht wunderschön aus und sie nimmt direkten Bezug zum Buch.
Dann sieht man im Hintergrund Arcadion und darüber die Flammen die im Laufe der Geschichte über Arcadion ausbrechen werden - hier hat man sich wirklich Gedanken gemacht und diese wunderschön umgesetzt! 

Meinung 

Ich war sehr gespannt auf das Buch, für mich bot sich hier eine Interessante Dystopie an und sie konnte mich auch schon von Anfang an überzeugen.
Am Anfang wird man dem alltäglichen Leben von Arcadion herangeführt, man erfährt wofür Arcadion steht und woran sie glauben..
Wir lernen Carya kennen, deren Glauben sehr gefestigt ist, ich fand es wahnsinnig interessant, sie zur Templerjugend zu begleiten und mehr über Arcadion zu erfahren, insbesondere über die verschiedenen Templergruppen.
Es war einfach sehr interessant mehr zu erfahren, auch wenn die Details im Laufe der Handlung immer grausamer wurden.
So verfolgt man einem Prozess gegen einen Invitro, bei dem er bis zum Tode gequält wird, nur um ein paar Antworten zu bekommen. Das waren Zustände wie im Mittelalter, so viel Grausamkeit und Brutalität hätte ich nicht erwartet.

Und auch Carya erging es nicht anders als mir, doch für sie bedeutete es so viel mehr. Alles was man ihr gelehrt hatte erschien nun falsch und kam hier vor wie eine große Lüge.
Sie fängt an über ihren eigenen Tellerrand hinaus zu blicken und sich eine eigene Sicht der Dinge zu verschaffen.
Während des ganzen Buches entwickelt das Mädchen eine große Stärke, die ihr die Kraft und den Mut verleiht für das einzustehen was sie für richtig hält.
Ich fand ihre Entwicklung wahnsinnig interessant und habe sie gerne verfolgt, denn Carya ist auch einfach ein sehr sympathisches Mädchen, das man in sein Herz schließt und voller Spannung auf ihr Abenteuer begleitet.

Jonan mochte ich auch sehr, er war Templer und hat die Invitros gejagt. Er beweist großen Mut, sich Carya anzuschließen.
Er war nie sonderlich überzeugt von dem was er tat, doch ihm fehlte immer der Mut sich gegen seine Vorgesetzten und auch seinen Vater zu stellen, erst durch Carya gelingt es ihm auszubrechen.

Die Liebesgeschichte entwickelt sich in diesem Buch sehr langsam und sie hält sich bedeckt im Hintergrund. Das fand ich wirklich klasse, die beiden hatten einfach größere Probleme, da blieb einfach keine große Zeit sich mit der Liebe zu beschäftigen.
Aber das machte es auch so authentisch und echt, hat mir gut gefallen. Zumal ich die Liebe von der ersten Seite an, eh nicht mehr lesen kann.

Neben Caya und Jonan hat das Buch auch noch jede menge andere Charaktere zu bieten, einige von denen sind einem ebenso ans Herz gewachsen wie Carya.
Da wäre zum Beispiel Pitlit, ein Straßenjunge der den beiden auf der Fluch aus Arcadion zur Seite steht und ihnen hilft wo er nur kann. Er ist sehr frech bringt aber auch eine gewisse Leichtigkeit mit in die Geschichte hinein und er verliert einfach nie seinen Humor.

Enzo ein Invitro, der früher mal Soldat war, er ist einfach ein spezieller Typ, den man gern haben wird oder nicht. Ich mochte seine recht zynische Art sehr.

Auch Lucai, ein Freund von Jonan und Caryas Mutter haben mir gut gefallen, zwei wirklich liebenswerte Personen, die für das einstehen was ihnen wichtig ist, auch wenn es gegen das widerspricht was der Lux Dei sagt.

Ich könnte noch weitere Charaktere auflisten, aber das würde den Rahmen sprengen - das tut er ja jetzt schon. Es gab allerdings auch Charaktere die im Buch ein wenig zu kurz gekommen sind, weshalb man gar nicht die Möglichkeit hatte sie richtig kennen zu lernen, aber das wiederum hätte wohl den Rahmen des Buches gesprengt.

Auch einige Punkte in der Geschichte kamen für mich zu kurz und ich hätte mir einfach mehr Informationen gewünscht, ich bin einfach neugierig und bei mir gibt es immer noch sehr viele Fragen, auf die ich gerne eine Antwort hätte. - Ich hoffe die Antworten warten auf mich in Band zwei.

Der Schreibstil hat mir äußerst gut gefallen, die Sprache war sehr eloquent und nicht so einfach gehalten wie üblich. Dennoch ließ sich das Buch sehr flüssig lesen.

Fazit

Es ist eines dieser Bücher bei dem man sich den zweiten Teil sehnlichst herbei wünscht, es weiß zu begeistern und die Begeisterung klingt auch noch beenden nicht ab - und wenn doch, so wird sie spätestens beim zweiten teil wieder entfacht. Ich will mehr!
Genial - absolute Lesepflicht!




Weitere Informationen:
  • Gebundene Ausgabe: 525 Seiten
  • Verlag: Lyx; Auflage: 1 (13. September 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3802586379
  • ISBN-13: 978-3802586378

1 Kommentar:

  1. Hach ja. Das klingt alles ganz nach meinem Geschmack.
    Ich will auch ;-)

    LG
    Iris

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