Samstag, 27. Oktober 2012

[Rezensionen] Kapitulationen

von Thomas Josef Wehlim
Die Kapitulationen, von denen das Buch erzählt, sinnd vielfältig: Ein Mann unterliegt der Rache seiner depressiven Ehefrau, Bush betet auf der Verbrennungsstation um Satisfaktion, ein deutscher Feldwebel ergibt sich seinen Afghanistan-Flashbacks, eine junge Mutter opfert für ein bisschen ›Liebe‹ ihr Kind. Thomas Josef Wehlim erzählt von Kapitulationen der Geschichte und Gegenwart aus der Perspektive der Beteiligten und verleiht ihnen so eine persönliche Dimension. Gleichzeitig schafft er mit knapper, nüchterner Sprache eine scheinbar objektive Distanz – in diesem Spannungsfeld entwickeln die Erzählungen ihren Sog und zeichnen ein verstörendes Bild unserer Gesellschaft und der menschlichen Existenz.




Gestaltung
Optisch gefällt mir das Buch ziemlich gut. Es hat was sehr trostloses an sich, passt also sehr zu der Thematik. :)

Meinung
Die Thematik des Buches hat mich sehr interessiert und da ich erst kürzlich die Freude an Kurzgeschichten für mich entdeckt habe, war ich sehr gespannt auf dieses Buch.

Das Buch war allgemein, was auf Grund der Thematik logisch ist, sehr hoffnungslos. Viele der Geschichten haben einen mit einem beklemmenden Gefühl zurück gelassen. Und letztendlich haben auch viele davon einen sehr berührt.
Die Thematik der Geschichten ist immer sehr unterschiedlich, mal geht es um Kindesmissbrauch, Kindesentführung, Krieg, Rache..
Es sind Themen die auch in den Medien immer wieder aufkommen, hier aber mal aus einer vollkommen anderen Sicht dargestellt.
Eine tolle Vielfalt an Geschichten hat sich hier zusammen getan, jede von ihnen hat seine eigene Aussage und zu jeder macht man sich auch im nachhinein viele Gedanken, zu der einen mehr zu der anderen weniger. ;)

Klar mir haben nicht alle gefallen, bei einigen erschloss sich mehr der Sinn nicht ganz und andere wiederum konnten mich von der Thematik her einfach nicht packen.
Letztendlich habe ich bei 21 Geschichten allerdings auch nicht erwartet, dass ich alle in den Himmel loben würde, weshalb ich das auch gar nicht als Kritikpunkt werten möchte.
Das würde die Wertung dieses durchaus lesenswerten Buches unverdient herunterziehen, es waren nämlich einige tolle Geschichten dabei, die mich nicht nur durch die Thematik für sich gewinnen konnten, sondern vor allem durch die ungewöhnliche Art diese Geschichten zu erzählen, meiner Meinung nach hat der Autor hier großes Talent bewiesen.
Jede Geschichte ist anders geschrieben, jede Geschichte wird anders erzählt und bis auf einigen Ausnahmen, kommt man dennoch wunderbar in jede einzelne von ihnen hinein. Es fällt größtenteils einfach sehr leicht, sich dem geschriebenen anzupassen auch wenn dieses manchmal recht ungewöhnlich daherkommt. :)

Zu manchen Geschichten hätte ich gerne noch mehr erfahre, einige hatten durchaus Potenzial mehr zu werden als "nur" eine Kurzgeschichte, aber ein Glück hat man seine Fantasie mit der man sich die Geschichte selbst zurecht spinnen kann.

Fazit
Ein sicherlich spezielles Buch, mir hat es aber sehr gut gefallen.
Ich kann dieses Buch ohne schlechtes Gewissen weiterempfehlen, man sollte sich nur mit Kurzgeschichten anfreunden können. ;)
Super Buch.
Weitere Informationen:

  • Broschiert: 151 Seiten
  • Verlag: Fhl Verlag Leipzig; Auflage: 1 (7. September 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3942829096
  • ISBN-13: 978-3942829090

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