Mittwoch, 2. Januar 2013

[Rezension] Noir

von Jenny Mai-Nuyen
"Nino Sorokin war dabei, als der Unfall geschah. Seine Eltern starben, ihm blieb eine besondere Gabe: Er sieht den Tod eines jeden Menschen voraus. Seitdem ist er besessen von dem Gedanken, wie man das Schicksal überlisten kann. Er weiß, er wird nur 24 Jahre alt – und sein Geburtstag rückt immer näher. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Seine Suche führt ihn zu einem geheimen Zirkel von Mentoren, die die Seelen anderer Menschen kontrollieren. Nino begeht den größten Frevel, den der Zirkel kennt: Er verliebt sich in eine der Seelenlosen. In die geheimnisvolle Noir, die bereits auf der Schwelle zum Jenseits steh.." 



Inhalt
Nino ist ein außergewöhnlicher junger Mann, er sieht den Tod der Menschen und sein eigener rückt immer näher.
Sein 24. Geburtstag rückt immer näher und somit auch sein Tod, er versucht herauszufinden ob es einen Weg gibt um dem Tod zu umgehen, seine Suche führt ihn zu Noir.
Er verliebt sich ihn sie, doch Noir ist kein Mensch wie er, sie ist Seelenlos und wird nur durch die Liebe am Leben erhalten.
Als sie von seiner Liebe abhängig wird, ist sein einziges Ziel, sie zu retten.

Gestaltung
Ich finde das Cover wirklich sehr schön, ich finde es für das Buch ziemlich passend. Es strahlt Zerbrechlichkeit aus. Gleichzeitig könnte das zerbrechen aber auch ein Zeichen für das dahinter schauen sein.
Ein sehr gut gewähltes Cover, das Raum für Interpretationen lässt. :)

Meinung
Die Autorin ist vielen Leseratten bekannt, mir war sie es auch, auch wenn ich vor Noir keines ihrer Werke gelesen habe. Sie waren mir alle zu Fantasy lastig, das mag ich nur selten. Von daher bin ich sehr froh, dass sich die Autorin mal an ein Werk getraut hat, das in der Realität spielt, hier sind mir gewisse fantastische Einflüsse durchaus willkommen. :)

War sehr gespannt auf das Buch, die Meinungen gehen hier sehr weit auseinander, ich glaube das hängt sehr stark davon ab ob man bereits von ihr gelesen hat oder nicht.
Ich bin ohne irgendwelche Erwartungen an das Buch heran gegangen, hatte keine Vorstellungen von dem was mich erwarten wird uns hab mich einfach mitreißen lassen. 

Das mitreißen ist dem Buch wunderbar gelungen, nun dreht sich dieses Buch sehr um das Leben und um den Tod, was ist Leben? Was ist Tod? Und was liegt zwischen dem ganzen?
Für ein solches Thema bin ich ja ein bisschen anfällig, fands sehr interessant wie diese Fragen hier beantwortet wurden.
Das Buch bietet dadurch einige Denkanstöße und einige Punkte entsprachen so ziemlich meiner Vorstellung. Ich fand es wurde sehr philosophisch behandelt und dem ganzen Buch wurde dadurch eine gewisse Tiefgründigkeit verliehen.

Auch ansonsten konnte mich die Geschichte überzeugen, Nino als Charakter fand ich ziemlich interessant. Nicht zu durchsichtlich und dennoch konnte man ihn als Erzählperson gut fassen.
Anfängliche Probleme hatte ich schon mit ihm, einerseits wirkte er so gleichgültig mit allem, aber wäre er das wirklich gewesen würde er dieses ganze Abenteuer nicht auf sich nehmen.

Anfänglich fand ich vieles leicht verwirrend, es gab immer wieder Zeitsprünge ins jetzt, in denen er mit Noir zusammen war.
Hier wurden viele Hinweise gegeben was mit Noir eigentlich nicht stimmt, aber zu diesem Zeitpunkt wusste ich mit denen nichts anzufangen.

Noir fand ich sehr blass und so recht wurde ich mit ihr auch nicht warm, sie kam einem einfach nicht nahe genug als das man irgendwie eine Bindung zu ihr hätte aufbauen können, aber das ist aufgrund ihres Seins, vollkommen okay, und wahrscheinlich auch beabsichtigt.

Die Liebe zwischen den beiden entwickelt sich schnell und es wird zu einer richtigen Abhängigkeit, dennoch ist es alles nicht kitschig oder ähnliches. Es bleibt sehr verhalten und es geht einem somit auch nicht auf den Keks.

Das Ende des Buches konnte mich dann nicht mehr ganz so überzeugen, ich fand das viele Fragen die  ich mir im Laufe der Handlung gestellt haben wurden nicht beantwortet und viele Dinge hätte man noch weiter ausschmücken können, so kam das ganze Ende ziemlich rasant auf einen zu und das fand ich ein bisschen schade.
Ich hätte zu einigen Dingen noch mehr Informationen haben wollen aber gut. Das wichtigste war wohl gegeben.
Das Ende an sich ist dann schon wieder leicht verwirrend und lässt Interpretationen zu, hat mir aber gut gefallen.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen, es gab einige Stellen in denen es der Autorin gelungen ist wunderschöne Sätze zu erstellen.
Man gibt sich mit Freuden ihren Worten hin und vertieft sich in die Geschichte. Sehr gelungen. :)

Fazit
Ein Buch mit minimalen Fantasy Einflüssen, die es allerdings sehr in sich haben, ein mystisches Buch, mit einer spannenden Story und philosophischen Hintergründen. :) 
Leseempfehlung!
 Weitere Informationen: 
  • Broschiert: 384 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Polaris (1. Oktober 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3862520285
  • ISBN-13: 978-3862520282

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