Montag, 22. April 2013

[Rezension] Immer wieder das Meer

von Natasa Dragnic
"Am Ende wird der italienische Dichter Alessandro Lang eine der drei Schwestern Alessi zum Altar führen. Aber welche: Roberta, die älteste, die er vor dem Fresko der schwangeren Madonna in einer toskanischen Kapelle kennenlernt, die Medizin studiert, nach San Francisco zieht und darunter leidet, kein Kind zur Welt zu bringen? Lucia, die erfolgreiche Bankerin, die ihn bei einer Lesung in Florenz anspricht und ihm nicht verrät, wer sie ist? Oder aber die jüngste, Nannina, die als Übersetzerin in München mit ihrem unehelichen Kind lebt? Die drei Frauen lieben und hassen, unterstützen und belügen einander, schweigen sich an und kehren trotzdem immer wieder nach Hause zurück, zu den Eltern und zum Meer. Aber nur eine wird Alessandros Braut: Werden die beiden anderen ihr das je verzeihen?"




Roberta, Lucia und Nannia sind Schwestern, sie wachsen in Italien auf und auch wenn sie sehr verschieden sind, stehen die Schwestern sich sehr nahe.
Doch als Alessandro Lang in das Leben der Familie Alessi tritt, ändert sich so einiges.
Alle drei Schwestern haben in einem ihrer Lebensabschnitte mit ihm zu tun und verlieben sich in ihn. Über Jahre hinweg ensteht so ein Keil in der Familie und dann will eine der Schwestern ihn heiraten..


Das Cover finde ich sehr hübsch,es wirkt sehr sommerlich, fröhlich, da bekommt man gleich gute Laune. :)


Die Geschichte hat von Anfang an meine Neugierde wecken können, demnach habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut.
Das Buch weißt durch seine Geschichte, jede menge Konfliktpotenzial auf und der Autorin ist es auch gelungen das vollkommen auszuschöpfen.
So kommt es durch Alessdandro zu heftigen Brüchen in der Familie, denn die Frage, kann man sich auf den Freund oder ehemaligen Freund der Schwester einlassen, wenn sie ihn noch liebt? Wird hier immer wieder mit ja beantwortet. Auch man selbst versetzt sich in diese Situation und eine Lösung die in diesem Fall beide zufriedenstellen gibt es wohl nicht. Also wen ins Unglück stürzen, sich selbst oder die eigene Schwester? ;)

Wir begleiten die Familie Alessi, insbesondere die drei Schwestern, über Jahre hinweg. Sehen die Mädchen erwachsen werden, erleben ihr erstes Mal, ihre erste Liebe und den Schritt ins eigene selbstständige Leben.
Dass sich das Buch über einen so langen Zeitraum hinweg zieht, habe ich nicht erwartet, hat mir aber sehr gut gefallen. Dadurch ist man den Protagonisten doch sehr nahe gekommen und wurde so zu einem kleinen Familienmitglied der Alessis.

Die eingeflochtene Liebesgeschichte der Schwestern und Alessandro Lang, war gut durchdacht und sehr gut konstruiert.
In jedem Kapitel gibt es ein Flashforward der aus der Sicht der Braut erzählt wird, das Ende ist also von Anfang an klar, nur ungewiss bleiben Genauigkeiten. Durch diese Flaschforwards lässt sich nicht erahnen welche der drei Schwester letztendlich die Braut mimen darf, erst gegen Ende tauchen dann Hinweise auf und man erkennt eine der Schwestern wieder, zu diesem Zeitpunkt wird es allerdings den meisten Lesern eh schon klar gewesen sein. ;)

Ich hatte von Anfang an meine Vermutung, diese hat sich letztendlich auch bestätigt, schlimm fand ich das nicht Es war sehr schön der Geschichte zu folgen und all die Erlebnisse mit erleben zu können und auch die Frage ob man nun richtig mit seiner Vermutung liegt oder nicht, treibt einem im Buch nur so vorwärts.

Schön fand ich insbesondere, dass das hier keine reine Liebesgeschichte ist, sondern, dass vor allem auch die Familie einen großen Teil des Raums einnimmt. Familie ist in Italien ja eh sehr hoch im Kurs von daher passt das schon sehr gut.
Ich fand das ganze drum herum, sehr gefühlvoll und intensiv. Alle Gefühle die, die Familie durchlebt, durchlebt man mit ihnen, sowohl die Freude als auch ihr Leid.
Auch zur Familie gibt es in jedem Kapitel ein Flashforward, diese sind dann allerdings eher trauriger Natur, hat mich sehr berührt und mitgenommen.
Aber diese Momente haben diesem Buch etwas sehr wundervolles verliehen, dadurch, dass man weiß wie alles mal Enden wird, betrachtet man die aktuelle Geschichte wohl ein bisschen mit anderen Augen.

Die Charaktere sind alle sehr liebevoll ausgearbeitet, ich habe sie alle in mein Herz geschlossen, niemand von ihnen ist perfekt, alle machen sie Fehler, das lässt sie alle sehr authentisch wirken. Eine sehr chaotische und unterschiedliche Bande die hier zu einer Familie zusammen gewürfelt wurde, da ist Ärger aber auch Spaß vorprogrammiert und das kommt hier auch gut zu Tage.

Das Ende des Buches hat mir gut gefallen, sehr zufriedenstellend. Sowohl die Wahl der Braut, als auch das Ende  für die übrig gebliebenen Schwestern.

Der Schreibstil ist sehr ruhig und der Autorin gelingt es Situationen und Gefühle durch eine zauberhafte Wortwahl zu untermauern, wodurch sie einem im Gedächtnis bleiben. Ein wahres Vergnügen so viele schöne Passagen zu lesen in denen so viel Schönheit und Poesie steckt.


Wunderschön und gefühlvoll, ein Buch über das Leben, die Liebe, die Familie, der Heimat. Echt und authentisch, mit einem Sog der ein baldiges Ende des Buches nicht vermeiden lässt.:)
Absolute Lesepflicht!

Weitere Informationen: 
  • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
  • Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt; Auflage: 2 (22. April 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3421045828
  • ISBN-13: 978-3421045829


Kommentare:

  1. Klingt sehr ansprechend und ich mag Familiengeschichten. Mal sehen, wenn ich die beiden Romane von Kate Morton durch habe, wäre das etwas für mich...

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    1. Damit kannst du wirklich nichts falsch machen. ^_^

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