Montag, 13. Mai 2013

[Rezension] Die Schatten eines Sommers

von Lia Norden
"Es ist ein ungewöhnlich heißer Sommer. Fast so heiß wie damals, als Dorit, Hanna, Fabienne und Marie noch Teenager und unzertrennlich waren. Und einen verhängnisvollen Plan schmiedeten.
25 Jahre später verarbeitet Hanna die Ereignisse zu einem Bestseller. Kurz darauf wird Dorit tot aus einem See geborgen Selbstmord, heißt es. Bei ihrer Beerdigung begegnen sich die Frauen wieder. Auf jeder von ihnen lastet die Schuld von einst, und immer drängender wird die Frage, ob Dorit sich wirklich selbst das Leben nahm."




Ein Sommer der alles verändert, ein Sommer der eine Freundschaft unter vier Mädchen zerstört und Jahre später noch immer seine Zeichen hinterlassen hat.
Als Hanna die Ereignisse dieses Sommers dann 25 Jahre später in ein Buch packt und es zu einem Bestseller wird, wird die alte Geschichte von neuem aufgewühlt und ein schreckliches Ereignis, der Tod von Dorit, eine der ehemaligen Freundinnen, führt sie alle wieder zueinander.
Hanna,  Fabienne und Marie kehren zurück in ihr altes Heimatdorf umd Dorit die letzte Ehre zu erweisen und um den Grund herauszufinden, wieso sie gestorben ist, genauso wie in Hannas Buch..


Ich mag die Gestaltung des Buches, es passt sehr gut zum Inhalt und schaut dabei noch sehr schön aus. Finde auch, dass es was geheimnisvolles und etwas unheilvolles ausstrahlt und das ist wirklich mehr als treffend. :)


Die Grundidee dieser Geschichte finde ich wirklich gut und machte mich total neugierig. Die Geschichte ist auch gut konstruiert auch wenn ich der Meinung bin, dass das Geheimnis um den einen Sommer ein bisschen zu früh klar war, da hätte ich mir generell mehr Aufschub erwartet, damit mich die Neugierde fast zum platzen bringt. ;)
Was die Auflösung um Dorits tot angeht, so wurde man hier wirklich bis kurz zum Schluss im Dunkeln gelassen und selbst wenn man es vielleicht geahnt hat, wollte man es nicht wahrhaben. Für mich kam diese Auflösung wirklich recht überraschend und sie hat mich schockiert, da haben die Autorinnen wohl ihr Ziel erreicht. :)
An sich ist die Geschichte schlüssig und auch wenn man dieses große Geheimnis das, das Leben aller beeinflusst hat, umgehen können in denen man die Wahrheit gesagt hätte, so waren sie damals alle noch jung und ihr Handeln ist nachvollziehbar.

Hinter dem Autoren Namen Lia Norden stecken drei Frauen, ich nehme an, da das Buch aus drei Perspektiven erzählt wurde, hat sich jede einen Charakter angenommen. 
Ich finde auch, dass das deutlich zu spüren ist, denn sie haben schon alle ihre eigene Persönlichkeit und sind einander nicht im geringsten ähnlich. Dennoch ist der Schreibstil der drei Autorinnen zwar unterschiedlich aber nicht in einem Ausmaß in dem es stören könnte bzw. auffällt, nur wird damit die unterschiedliche Art des Denkens, der Protagonisten unterstrichen, was dem Buch sehr gut tut.

Dennoch war für mich das größte Manko an diesem Buch die Charaktere. Ich konnte mich einfach nicht mit ihnen anfreunden, denn auch wenn die Freundinnen von Grund auf unterschiedlich sind, so haben sie eins gemein, sie sind alle absolut unsympathisch. Mein Lesevergnügen hat das schon beeinträchtigt.
Das betrifft vor allem die drei übrig gebliebenden Freundinnen, sie sind mittlerweile Frauen in den 40ern und dennoch benehmen sie sich größtenteils wie junge Mädchen. 
Dass das Erlebnis des Sommer noch an ihnen nagt, kann ich nachvollziehen, dass sie aber noch immer so kindisch miteinander umgehen nicht.
Sie alle tun sehr boshafte Dinge, die für mich nicht nachzuvollziehen waren und auch wenn es immer gewisse Momente gab in denen ich Fabienne oder Marie ein bisschen was abgewinnen konnte, wurden diese auch schnell wieder ausradiert.
Das fand ich wirklich sehr schade, ich weiß nicht was für Charaktere ich erwartet hätte, aber solche nicht. Sie sind arrogant und herablassend, rücksichtslos und egoistisch, solchen Frauen kann ich wahrlich nichts abgewinnen.

Dorit, war so die einzige Charakter, der sich wirklich verändert hat und erwachsen geworden ist, so wie aus diesem Fehler gelernt hat. Zumindest ist es das, was ich von ihr mitbekommen habe aus den Erzählungen die getätigt werden, denn wirklich kennenlernen tut man sie ja nicht, sie lebt nur durch die Erinnerungen die sie hinterlassen hat. 

Zu den anderen Charakteren lässt sich eigentlich kaum etwas sagen, sie bleiben alle sehr flach und unscheinbar. Spielen jetzt auch nur geringfügig eine Rolle, aber ein bisschen mehr Charakter hätte ihnen nicht geschadet.


Ein Buch das viel Potenzial durch die Charaktere verschenkt, dennoch ein kurzweiliges und nettes Lesevergnügen, mit dem man nicht unbedingt etwas falsch mache. ;)
Ganz okay.
Weitere Informationen: 
  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: rororo (2. Mai 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499253526
  • ISBN-13: 978-3499253522

Kommentare:

  1. Schade, wo es doch so wahnsinnig interessant klingt! :(
    Mir passiert das leider allzu oft, dass ich in meinen Büchern total unsympatischen Charakteren begegne und ich sie am liebsten erwürgen könnte... <.<

    LG
    Boncuk <3
    http://kitapkulesi.blogspot.de/

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    1. Ja, war auch feuer und flamme für diese Geschichte.
      Mir fällt es nur geringfügig auf, aber wenn dann so richtig. :D

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