Mittwoch, 15. Mai 2013

[Rezension] Ein ganzes halbes Jahr

von Jojo Moyes
"Louisa Clark weiß, dass sie gerne als Kellnerin arbeitet und dass sie ihren Freund Patrick eigentlich nicht liebt. Sie weiß nicht, dass sie schon bald ihren Job verlieren wird. Will Traynor weiß, dass es nie wieder so sein wird wie vor dem Unfall. Und er weiß, dass er dieses neue Leben nicht führen will. Er weiß nicht, dass er schon bald Lou begegnen wird. Eine Liebesgeschichte, anders als alle anderen. Die Liebesgeschichte von Lou und Will."







Nach dem Lou ihren Job in einem Café verliert, nimmt sie einen Job nach den anderen an und einer ist schlimmer als der andere. Dann landet sie bei den Traynors und bekommt einen Job als Pflegehilfe, Will Traynor sitzt durch einen Unfall im Rollstuhl und ist fast vollkommen bewegungsunfähig.
Seit seinem Unfall ist er ein anderer Mensch unwiderstehlich zu sich und seinen Mitmenschen, dieser Job droht der schlimmste von allen zu sein, doch die Bezahlung ist gut und ihre Familie auf das Geld angewiesen und außerdem beschränkt sich diese Tätigkeit auf nur sechs Monate, so dass Lou den Entschluss fasst es durchzuziehen.
Und mit der Zeit gewöhnen sie und Will sich aneinander und Lous Art mit ihm umzugehen, bringt Will sich dazu sich zu öffnen.
Eine Geschichte beginnt, eine Geschichte die das Leben beider verändert, auch nach dem Lou hinter ein furchtbares Geheimnis kommt..


Das Cover gefällt mir sehr, es ist wunderschön und strahlt so etwas wie Hoffnung aus, was wahrscheinlich vor allem an dem Weiß liegt, ein Glücksgefühl tritt beim betrachten des Covers auf, zumindest bei mir. ;)


Dieses Buch erobert ja über all die Herzen für sich und das war schnell klar, dieses Buch muss auch ich mein eigen nennen.

Am Anfang war ich leicht verwirrt, Liebesgeschichte fehl am Platz, es dauert sehr lange bis die Liebesgeschichte zu Stande kommt und sich entwickelt, dachte schon, dass diese Liebesgeschichte auf eine platonische Ebene daher kommt, doch dem war dann doch nicht so. :)
Sie kommt erst gegen Ende hin und vertieft sich dann aber relativ schnell, zumindest was die Gefühlsebene betrifft.
Mich hat das im nachhinein sehr positiv gestimmt, dadurch, dass man den Charakteren die Zeit gibt, sich ordentlich kennenzulernen und ihnen die Gelegenheit gibt Vertrauen zu einander aufzubauen, bevor von großen Gefühlen gesprochen wird bzw. auftauchen, verliert dieses Buch einfach nicht an Authentizität.
Gerade, wenn ein Part behindert ist, dann ist es wichtig, dass der andere Part erst mal lernt, nicht nur die Behinderung zu sehen, sondern den Menschen ganz für sich - von daher wäre alles andere einfach unehrlich und täte dem Buch nicht gut.

Ich fand es sehr schön, dass dieses Buch ohne großen Kitsch daher kommt, zumindest habe ich es so empfunden. Für mich war dieses Buch einfach ein sehr ehrliches Leseerlebnis das, das Leben darstellt, mit all den Schattenseiten die es manchmal mit sich bringen kann.
Nebenbei regt es auch noch zum nachdenken an, über eine Thematik der man so nicht begegnet und deshalb auch nicht die große Beachtung schenkt.
Ich habe für mich da einen klaren Standpunkt finden können und kann die Gegenseite nicht wirklich verstehen, aber das ist wie immer Ansichtssache und ich möchte auf dieses Thema nicht eingehen, da es einem einfach was vom Buch rauben würde. ;)

Ganz besonders haben mir, neben der besonderen Geschichte, die Charaktere gefallen. Allen voran Lou und Will, werden nahezu zum Leben - sie sind sehr detailliert beschrieben worden und ganz besondere Charaktere, gerade mit Lou konnte ich mich sehr gut identifizieren, das hatte ich auch schon des längeren nicht mehr.
Sie ist einfach zauberhaft und hat mich komplett für sich eingenommen, sie wächst und verändert sich sehr, verliert aber nie ihre offene, tollpatschige und liebenswerte Art. :)

Auch Will mochte ich äußerst gern, auch wenn er ein großer Griesgram ist, aber wer kann es ihm unter diesen Umständen schon verdenken? ;)
Ich habe tiefes Verständnis für diesen Mann empfunden und auch Mitleid ja, auch wenn dieses mit der Zeit immer mehr gewichen ist und ich genauso wie Lou nur noch den Mann gesehen haben und nicht mehr die Behinderung, die das Leben dieses Mannes so sehr beeinträchtigt.
Ich mochte ihn unglaublich sehr und je offener er wird umso mehr, verliebt man sich selbst ein wenig in ihn. ;)

Der Schreibstil ist sehr schön, man verliert sich in ihn und lässt sich von ihm tief in die Geschichte hineinführen, wundervoll. :)


Ein einzigartiger, berührender Roman, der auch nachhaltig haften bleibt und einfach im Herzen bleibt - bei diesem Buch wurde einfach alles richtig gemacht!
Absolute Lesepflicht!

Weitere Informationen: 

  • Broschiert: 512 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 4 (21. März 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499267039
  • ISBN-13: 978-3499267031



Kommentare:

  1. Irgendwie erinnert mich die Beschreibung an "Ziemlich beste Freunde" :D Ich hab das Buch schon oft im Regal stehen sehen... Mal sehen ob ich es kaufe :D

    LG
    Boncuk
    http://kitapkulesi.blogspot.de/

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    1. Kann von der Rahmenhandlung durchaus so sein, nur dass es hier halt Liebe und nicht Freundschaft sein. Aber da ich davon weder Buch noch Film kenne, weiß ich das nicht. :)
      Ein Kauf lohnt sich!

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  2. Hab dieses Buch auf meine Wish List. Danke für die tolle Rezension.

    Andreea @ http://themoonlitbookshelf.blogspot.de/

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  3. Ich habe das Buch auch gelesen, aber mir hat es nicht wirklich umgehauen. Bin aber allgemein eine "düstere" Leserin ;-)
    Liebe Grüße

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