Samstag, 13. Juli 2013

[Rezension] Warte auf mich

von Philipp Andersen und Miriam Bach
"Auf einer Feier lernen sich der Erfolgsautor Philipp Andersen und die Schriftstellerin Miriam Bach kennen. Sie verbringen eine Nacht miteinander, in der fast nichts passiert und in der sich doch alles verändert. Am nächsten Morgen tauschen sie ihre Adressen aus, schicken sich ihre Romane zu und verlieben sich über die Lektüre der Bücher hoffnungslos ineinander. Hoffnungslos, denn Philipp lebt seit vielen Jahren in einer glücklichen Ehe, und Miriam ist nicht bereit, die Rolle der Geliebten einzunehmen. Dennoch leben die beiden ihre leidenschaftliche Amour fou, kämpfen mit sich und ihrer Liebe. In ihrer Not beginnen sie, alles, was zwischen ihnen passiert, aufzuschreiben. Was wird am Ende ihrer Geschichten stehen? Das Scheitern und die unvermeidliche Trennung? Oder gibt es doch eine lebbare Liebe für sie?"



 Eine einzige Begegnung sorgt für eine eine ungewöhnliche Lebensphase in Philipp Andersens und Miriam Bachs Leben, seit der ersten Minute an verstehen die beiden sich außerordentlich, sie verbringen eine gemeinsame Nacht miteinander ohne, dass irgendwas passiert und gehen dann getrennte Wege. Sie zurück nach Hamburg und er zurück zu seiner Frau, doch die beiden nehmen via Internet Kontakt zueinander auf, was vorerst nur ein kollegiales miteinander ist, wird immer tiefer und ernster und die Sehnsucht nach dem anderen wächst.
Eine turbulente Zeit beginnt, sie stürzen sich in eine Affäre und fangen an sich zu lieben, doch von Anfang an stand fest, dass Philipp sich nicht von seiner geliebten Frau trennen wird, ein hin und her der Gefühle verfolgt die beiden, doch der Versuch sich voneinander zu entfernen, scheitert jedes mal aufs neue. Dann fasst Miriam einen Entschluss..


Ich mag das Cover unglaublich gerne, finde auch, dass die Farbgestaltung die Stimmung des Buches auf eine treffende Weise wiederspiegelt. Auch den Titel finde ich sehr schön gewählt und absolut passend zu dem Buch.


Ich war sehr gespannt was für eine Liebesgeschichte mich hier erwarten wird, dass ich dann so in das Leben der beiden Protagonisten mit hinein geschleudert werde, hätte ich nicht erwartet.
Für mich waren beide Charaktere absolut greifbar und echt, ich konnte sowohl Verständnis für beide Parteien aufbringen als auch Unverständnis. Sympathie und Antipathie kamen bei beiden Personen immer wieder auf - das hat mir äußerst gut gefallen, jeder Mensch hat sowohl positive Seiten als auch negative, das wird hier sehr deutlich, ist ja oft bei Büchern anders.

Die Geschichte wird aus zwei Sichten erzählt, sowohl Miriam als auch Philipp kommen immer wieder zu Wort, während Philipps Part in der Ich-Form geschrieben ist, hat Miriam für dich den Personalen-Erzähler gewählt, es ist aber so, dass sich die Erlebnisse nie überschneiden sondern, dass der eine da weiter erzählt wo der andere aufgehört hat.
Das fand ich persönlich wirklich gut, auch wenn in manchen Szenen die Sicht der anderen Person interessant gewesen wäre, so ist diese Variante doch deutlich besser um dem Vorankommen der Geschichte nicht zu beeinträchtigen.

Die Schreibstile der beiden sind wirklich sehr schön zu lesen, während der von Miriam gefühlvoller ist und mehr wert drauf legt mit der Kunst der Worte zu spielen und schöne Sätze zu bilden, ist sein Schreibstil "trockener" und einfacher gestrickt trifft dennoch immer den richtigen Ton um seine Gefühle rüber zu bringen auf eine eloquente Weise.

Die Geschichte hat mich wirklich sehr berührt, dem Leser werden die Gefühle der beiden auf eine ganz innige Weise übermittelt, ich konnte beide Personen absolut nachvollziehen, insbesondere Miriam - vielleicht weil ich schon ähnliche Gefühle wie sie empfunden habe und mich dann in diese Lage zurück gesetzt fühlte.
Mir hat dieses Gefühlswirrwarr allerdings sehr gut getan, auch wenn ich mit den Protagonisten mitgelitten habe, so war ich auch gleichzeitig glücklich darüber, dass es endlich mal wieder ein Buch gelungen ist mich auf der emotionalen Ebene zu packen und zu begeistern, dies war nämlich schon länger nicht mehr der Fall.
Die Gefühle wirken also alle sehr authentisch und real und auch dieses hin und her, das bei beiden Personen vorhanden war, wirkte absolut echt.
Auch wenn man als Leser zuweilen das Gefühl hatte, keinen Schritt voranzukommen, dadurch, dass die Protagonisten immer und immer wieder einen Schritt zurück hingelegt haben. Das fand ich beim lesen leicht nervig, auch wenn ich es von beiden Seiten aus sehr wohl nachvollziehen konnte.

Bei Miriam ist es der Punkt, dass es für sie schwierig ist sich mit der Rolle der Geliebten zufrieden zu geben, verständlich.
Für Philipp sorgt natürlich seine Ehefrau für gewisse innere Konflikte, er liebt sowohl Miriam als auch seine Frau, wie aber in einer solchen Situation glücklich werden?
All das wird im Buch wirklich gut rübergebracht ohne eine schwarz/weiße Sicht auf die Dinge.

Das Ende und die Problemlösung fand ich ein wenig zu viel des Guten, aber an sich durchaus annehmbar und eine wirklich bessere Lösung um die Geschichte zu einem Happy End oder auch nicht zu bringen gäbe es wohl nicht. ;)

Übrigens fragt man sich beim lesen ständig inwiefern diese Geschichte nun wahr ist oder nicht, wäre eigentlich interessant gewesen zu wissen. Zumindest ist sie so aufgebaut, dass man fest davon ausgeht, dass sich hier zwei Autoren hinter einem Pseudonym versteckt haben. - Lustige Idee. :)


Für mich eine klare Überraschung, absolut lesenwert für alle die es lieben sich in ein emotionales Chaos zu stürzen, das sich auf den Leser  transportiert, sollte hier unbedingt zugreifen! :)
Super Buch.
 Weitere Informationen: 
  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: Pendo (14. Mai 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3866123574
  • ISBN-13: 978-3866123571

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