Sonntag, 20. Oktober 2013

[Rezension] Die Verratenen

von Ursula Poznanski
"Sie ist beliebt, privilegiert und talentiert. Sie ist Teil eines Systems, das sie schützt und versorgt. Und sie hat eine glänzende Zukunft vor sich – Rias Leben könnte nicht besser sein. Doch dann wendet sich das Blatt: Mit einem Mal sieht sich Ria einer ihr feindlich gesinnten Welt gegenüber und muss ums Überleben kämpfen. Es beginnt ein Versteckspiel und eine atemlose Flucht durch eine karge, verwaiste Landschaft. Verzweifelt sucht Ria nach einer Erklärung, warum ihre Existenz plötzlich in Trümmern liegt. Doch sie kann niemandem mehr vertrauen, sie ist ganz auf sich allein gestellt."

Ria und ihre Freunde sind Teil eines System, sie befinden sich in einer ständigen Ausbildung, die sich einmal zu den besten der besten machen wird. In ihrer Akademie sind sie es schon, doch dann beginnt deren Welt zu bröckeln.
Ihre gegebene Sicherheit ist mit einem mal aufgehoben und sie gelten als Verräter. Mit einem Vorwand werden sie aus den Sphären hinaus gebracht und dann überfallen, Ria und ihren Freunden gelingt die Flucht, doch nun stecken sie in der eisigen Wildnis und müssen sich nicht nur vor den wilden Tieren und der Kälte in Acht nehmen sondern auch vor den Prims.
Prims sind die Außenbewohner, der Teil der Bevölkerung der kein Teil des Systems ist, als sie dann allerdings in die Fänge eines Clans geraten, müssen Ria und ihre Freunde feststellen, dass sie in einer Scheinwelt lebten. Dass das was man ihnen sagte nicht unbedingt der Wahrheit entspricht.
Für Ria und ihre Freunde, stellt sich immerzu die Frage, warum das System sie umbringen soll, weshalb sie Verräter seien sollen, doch diese Frage zu klären erweist sich als schwierig, vor allem dann wenn die Regierung der Sphären immer noch nach ihrem Tod lechzt..



Das Buch kommt wirklich sehr schlicht daher, sticht aber gerade dadurch total ins Auge, es wirkt sehr geheimnisvoll auf der anderen Seite recht "klinisch", was wohl durch die schwarz/weiße Farbgestaltung hervorgerufen wird. Ich finds sehr passend und unglaublich gut gelungen. :)



Von Beginn an merkt man, dass man es hier mit einer wirklich gut durchdachten und konstruierten Geschichte zu tun hat.
Das System in den Sphären wird ziemlich schnell klar und man wird ziemlich gut in das Leben von Ria und Co. hinein geführt. Es wirkt alles recht mechanisch, als hätte man es mit Maschinen zu tun und nicht mit Menschen, alles ist strikt geplant und geregelt, alles wird genau beobachtet.
Erst im späteren Verlauf wurde mir als Leser klar, dass es genau deswegen für Ria und die anderen nicht immer einfach war. Der Leistungsdruck saß ihnen ständig in dem Nacken, Freiheit und Spaß konnte man hier vergeblich suchen.
Anfangs wirkte es so, dass es für sie einfach wäre, vielleicht war es das bis zu einem gewissen Grad, erst mit der Erfahrung, dass es auch anders geht und sein kann, wurde ihnen klar, was für ein Leben sie führten.

Im Laufe der Handlung werden dem Leser ziemlich viele Fragen aufkommen, vor allem die Frage, weshalb der Sphärenbund es auf einmal so eilig hatte Ria, Tomma, Aureljo, Flemming, Tycho und Dantorian aus dem Weg zu räumen. Die Antwort auf die Frage ist ein langer und steiniger Weg und ich kann durchaus so viel verraten, dass man sie in diesem Buch nicht finden wird. Auch wenn dem Leser neue Anhaltspunkte geliefert werden. :)

Andere brennende Fragen werden hingegen schon erwartet, vor allem die Frage wer der Verräter innerhalb der Gruppe ist, verfolgt einen sehr und man mag überhaupt nicht anfangen jemanden zu verdächtigen, weil ich zumindest hoffte, dass das alles nur ein falscher Hinweis von außen war um Misstrauen in der Gruppe zu säen.
Dennoch kommt die Auflösung und sie hätte mich ohne weitere Ausnahme so oder so schockiert.. ;)

Die Charaktere treten hier in einer großen Vielzahl auf, die meisten Unterschiede findet man zwischen den Sphärenbewohnern und den Prims. Sie wirken weitaus weniger programmiert und kommen daher auch authentischer daher, was ihnen auch große Sympathieehen entgegenbringt.
Ansonsten finde ich aber, dass die Charakter Ausarbeitung recht bescheiden bleibt, was wahrscheinlich aber auch gewollt ist, einfach weil die Sphärenbewohner, also Ria und ihre Freunde, einfach so wirken sollen wie sie wirken und die Außenbewohner mit Vorsicht genossen werden sollten, von demher, erfüllt das ganze einen gewissen Effekt, ob nun gewollt oder nicht.

Der Spannungsbogen der Handlung fährt konstant eine Richtung immer weiter nach oben, man wird wirklich sehr mitten gerissen von dem Konstrukt dieser Welt und das Leben darin.


Eine Dystopie wie ich sie gerne mag, ein komplexes und vorstellelbares System, das alle Neugierde in einem weckt. Charaktere mit denen man mitzittert und fiebert und jede menge Fragen die beantwortet werden wollen, dazu noch mal eine extra Portion Spannung die durch Kampf, Gewalt und Action hervorgebracht wird. Mehr als gelungen. :)
Absolute Empfehlung!
Weitere Informationen:
  • Gebundene Ausgabe: 460 Seiten
  • Verlag: Loewe Verlag (9. Oktober 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3785575467
  • ISBN-13: 978-3785575468

Kommentare:

  1. Hallo Svenja,

    eine tolle Rezension zu "Die Verratenen". Mir hat dieses Buch auch sehr gut gefallen und der zweite Teil liegt bereits auf dem SuB ...

    Dir noch viel Spaß mit dem zweiten Teil.

    Liebe Grüße

    Judith

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  2. Danke dir. :)
    Bin gerade mitten drinnen und hoffe, dass du bald Zeit hast dir den zweiten Teil zur Hand zu nehmen.
    Lohnt sich wirklich sehr! :D

    Liebe Grüße
    Svenja

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  3. Hallo Svenja,

    die "Eleria-Trilogie" gehört eindeutig zu meinen Lieblingsreihen. Schön, dass dir die Geschichte auch so gefallen hat. Ich konnte deine Begeisterung sehr gut aus dem Geschriebenen herauslesen. Eine wirklich gelungene und neugierig machende Buchbesprechung :-)

    Liebe Grüße, Kay

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