Sonntag, 3. November 2013

[Rezension] Die Verschworenen

von Ursula Poznanski
"In der Stadt unter der Stadt finden Ria und ihre Freunde Zuflucht, doch bald zeigt sich, dass auch hier ein Überleben nicht garantiert ist. Während Aureljo seine Rückkehr in die Sphären vorbereitet, sucht Ria nach Jordans Chronik und findet Fragmente, die sie nicht zur Gänze deuten kann.
Als Lichtblick erweist sich in dieser Zeit, im wahrsten Sinn des Wortes, ihre Freundschaft zu Sandor, mit dem sie immer wieder kurze Ausflüge an die Oberfläche unternimmt und dessen Zuneigung ihr täglich mehr bedeutet.
Doch dann wird Sandor Clanfürst, und mit einem Schlag ist alles anders. Ria sieht sich gezwungen, entgegen ihrer ursprünglichen Absicht gemeinsam mit Aureljo in die Sphären zurückzugehen."


Ria und ihre Freunde leben nun unter der Stadt der Dornen, nur wenige von ihnen wissen darüber bescheid. 
Die Freunde verfolgen ihren eigenen Plan, während Aureljo und Dantorian nun nahezu bereit sind in die Sphären zurückzukehren, hat Ria es sich zur Aufgabe gemacht Jordans Chronik zu finden und damit - hoffentlich - auch die Wahrheit.
Doch Ria tut sich schwer sich mit der misslichen Lage unter Stadt zurecht zu finden, ein Lichtblick bildet dort Sandor, der sie ab und an mit an die Oberfläche nimmt. 
Sie ist immer mehr fasziniert von den Prim und die beiden kommen sich unweigerlich näher. All das ändert sich mit dem Tod von Fürst Vilem, Sandor wird Fürst und wird von Quirin in alle Geheimnisse eingeweiht, Geheimnisse die Ria und ihre Freunde betreffen und die alles ändern.
Ria steht ahnungslos da, muss seine Zurückweisung ertragen ohne das warum zu kennen, für Ria steht ab diesen Zeitpunkt fest: Auch sie wird zurückkehren in die Sphären..


Die Gestaltung ähnelt der vom ersten sehr, wenn man mal davon absieht, dass hier Baumringe zu sehen sind anstelle von einem Blatt.
Auch hier strahlt die Farbgebung von schwarz und weiß, eine Schlichtheit aus, die aber sofort ins Auge sticht. Ich finde die Bücher sind ein Blickfang und heben sich von der breiten Masse ziemlich ab. :)


Die Geschichte wird nahtlos an dem ersten Teil angeknüpft, der Anfang in dem Ria und ihre Freunde recht eingeschränkt sind was ihr Bewegungsfreiraum betrifft, ist erstmal recht monoton.
Ihr Alltag ist so ziemlich immer wiederholend, ich empfand das allerdings nicht als störend, zu mal immer wieder neue Punkte aufkamen, die einem neugierig werden ließen. Da hat die Autorin es meiner Meinung nach gut geschafft, die "Gefangenhaltung" der Charaktere nicht zäh werden zu lassen. :)

Vor allem die zwischenmenschliche Ebene trägt da einen großen Anteil daran. Während die einen sich weiter distanzieren kommen sich die anderen näher und obwohl Ria und Aureljo ein paar sind, kommt sie Sandor den nachfolgendem Fürst der Dornen unweigerlich näher.
Da mir Aureljo immer sehr suspekt war und ich Sandor von Anfang an, sehr interessant und sympathisch fand, war das ein Umstand der mir sehr gut gefallen hat. Auch wenn Rias Verhalten gegenüber Aureljo weniger fair war.

Zudem lässt dieser Teil einen durch gewisse Ereignisse nicht unberührt, was sehr schön ist, weil die gesamte Geschichte doch eher von kontrollierten und nicht gezeigten Emotionen geprägt ist, das ganze tut gerade Ria und ihren Freunden gut, die so an Menschlichkeit dazu gewinnen und nicht mehr so programmiert wirken. :)

Nach dem Vilem dann ums Leben kommt, entwickelt sich die Geschichte fort und schreitet in eine Richtung mit der ich persönlich nicht gerechnet hat. Mit der Rückkehr in die Sphären.
Ein schwieriges Unterfangen und kein einfacher Weg sich dort einzuschleusen.
Ich fand diesen Teil wahnsinnig interessant, man bekommt hier eine ganz andere Sphärenwelt zu Gesicht als noch im ersten Teil.
Im ersten Teil ging es um die Elite und hier um die kleinen Arbeiter, zu der nun auch Ria, Dantorian und Aureljo gehören.
Das sind völlig andere Eindrücke die einem da geliefert werden und die einem das gesamte System von den Sphären noch näher kommen lassen.
Wir tauchen in verschiedenste Arbeitsbereiche ab. Ich fand, dass sehr interessant, vor allem auch, da man immerzu kleine Hinweise entdecken konnte, die den Freunden ein Stückchen näher an die Wahrheit bringen. So wurde auch hier die Spannung und Neugierde aufrecht gehalten, auch wenn man in einen ganz alltäglichen Arbeitsalltag einsteigt. :)

Zum richtigen Pageturner entwickelt sich das Buch dann im letzten Viertel, so viele neue und verworrene Dinge kommen auf einen zu und man fiebert und fiebert einfach nur noch mit.
Bis zum Schluss war mit persönlich auch nicht klar, was die Wahrheit ist, erst als Ria auf Konfrontation schaltet und sie aus ihrem Mund kommt, fiel bei mir der Groschen..
Ich fand sie völlig schockierend, mit so etwas hatte ich nie gerechnet und all das war sehr gut durchdacht konstruiert, ich war wirklich fasziniert von der ganzen Entwicklung und war völlig erstarrt und begeistert. Wusste gar nicht wie ich mit dem erfahrenen umgehen sollte, einerseits kam Verständnis auf aber dann wurde einem die ganze Grausamkeit noch einmal vollkommen bewusst. Zu mal das ganze die Grenzen zwischen gut und böse, sehr starkt verwischt und man einfach in einen Konflikt gerät.


Ich kann nur sagen, für mich überragt der zweite Teil den ersten um weiten und der erste Teil war schon grandios, für mich ein dystopischer Muss! :)
Absolute Lesepflicht!
Weitere Informationen: 

  • Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
  • Verlag: Loewe Verlag; Auflage: 1 (16. Oktober 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3785575475
  • ISBN-13: 978-3785575475
 

Kommentare:

  1. Ursula Poznanski ist auch eine sehr gute Autorin ! :)

    Lg Jessi
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