Samstag, 25. Januar 2014

[Rezension] Malavita

von Tonino Benacquista
"In dem beschaulichen Ort Cholong-sur-Avre in der Normandie lässt sich eine amerikanische Familie nieder. Fred Blake schreibt ein Buch über die Landung der Alliierten; seine Frau Maggie engagiert sich bei Wohltätigkeitsveranstaltungen; Belle, ihre Tochter, verdreht allen Männern den Kopf; und Sohn Warren wird zum Rächer des Schulhofs. Eine ganz normale Familie also? Nein, denn Fred heißt in Wahrheit Giovanni Manzoni. Er war einer der ganz großen Mafia-Bosse in den USA, bis er im Rahmen eines Zeugenschutzprogramms nach Frankreich umgesiedelt wurde. Und weil es den Blakes nicht wirklich gut gelingt, sich unauffällig zu verhalten, ist vorprogrammiert, dass die Tarnung bald auffliegt."

Mitten in der Nacht bekommt ein kleines Nest in der Normandie Zuwachs, Familie Blake, ein Zuwachs der noch für Aufruhr sorgen wird.
Das männliche Oberhaupt der Familie war Mitglied der Mafia, sein Verrat an seine eigenen Leute brachte ihn in das Zeugenschutzprogramm und da mit der Mafia nicht zu scherzen ist, war eine neue Identität im Ausland nicht zu umgehen.
Denn die Mafia sinnt nach Rache und auf seinen Kopf ist eine beachtliche Summe ausgesetzt, die Familie wird also nahegelegt sich so unauffällig wie möglich zu verhalten.

Während seine Frau, Maggie, sich gerne der neuen Umgebung anpasst, tut sich Fred eher schwer damit. Und ihre beiden Kinder verfolgen ihre ganz eigenen Pläne..


Mein subjektives Auge, kann sich mit der Gestaltung des Buches weniger anfreunden, was allein daran liegt, dass ich Revolver nicht sonderlich ansprechend finde und mich ein Buch in denen Waffen eine Rolle spielen so an sich nicht wirklich interessieren. Objektiv betrachtet passt die Gestaltung absolut zu der Thematik der Mafia und ist daher absolut passend.


Mir war nicht ganz bewusst was mich hier erwarten würde, Bücher mit Mafia Thematik fand ich nie wirklich interessant, so dass ich mich auch nicht weiter mit ihnen befasst habe.
Das Buch machte auf mich den Eindruck, dass es nur unterschwellig um die Mafia geht und der Untertitel - Eine Mafia Komödie - sagt aus, dass die Thematik auch nicht so ernst angegangen wird.

Erwartet habe ich, dass in diesem Buch weniger die Handlung selbst in Vordergrund tritt sondern vor allem die Protagonisten und dem war letztendlich auch so, so dass ich selbst einfach sehr angetan von dem war, was sich mir Stück für Stück offenbarte.

Ein bisschen schade fand ich, dass vor allem die Kinder ein bisschen im Hintergrund geblieben sind denn gerade die fand ich doch sehr interessant und dachte vor allem bei Belle, der Tochter, dass dort so viel herauszuholen wäre.
Belle ist wie ihr Name schon verrät ein sehr hübsches Mädchen, sie ist eine natürliche Schönheit und sich dessen auch bewusst, dennoch macht sie das nicht arrogant. Eher im Gegenteil, sie ruht sich nicht auf ihr äußeres aus, sie ist sehr zielstrebig und ehrgeizig und vor allem auch perfektionistisch in allem was sie dann tut.
Ich hatte, dass Gefühl in ihr sehr viel Tiefe sehen zu können und gerade deswegen fand ich es schade, dass der Autor sich dieser nicht gewidmet hat.

Ihr Bruder Warren kommt da dann doch deutlich besser zur Geltung, an sich ist er auch ein interessanter Charakter und ich würde sogar meinen, dass gerade er auch die größte Entwicklung im Verlauf der Handlung durchmacht. Was ich recht interessant fand weil auch er immer ein wenig im Hintergrund bleibt.
Dennoch lernt er viel über sich selbst und seine eigenen Moralvorstellungen reifen und festigen sich.
Er lernt einfach was für ihn selbst am wichtigsten ist.
Am Anfang des Buches wird er gleich auf der neuen Schule mit einer unangenehmen Begegnung konfrontiert und sein Ziel wird es sich vor genau dem zu schützen, er wendet alte “Mafia-Tricks“ ein um den Schulhof nach und nach und vollkommen unbemerkt auf seine Seite zu ziehen und dann entstehen in seinem inneren Pläne nach mehr.
Ich fand es sehr interessant seine Ansichten davon zu erfahren wie er seine Mafia auf bauen würde, er bleibt dabei immer irgendwo fair und gerecht, soweit man das von einer Mafia sagen kann. Aber letztendlich ändert sich für ihn dann doch alles ein bisschen, was ich ebenfalls als sehr schön empfand.

Um ein bisschen was inhaltliches vorweg zu nehmen, die Mafia wird von dem Standort der Familie Blake erfahren, was dabei so besonders für mich war, war der Weg wie sie es erfahren.
Es war einfach eine schöne und auch süße Idee, wir lernen dadurch Personen kennen die im sonstigen Verlauf absolut keine Relevanz haben, aber kurze Einblicke in so völlig fremde Leben zu erhaschen fand ich einfach irgendwie grandios erdacht und einfach nur wunderschön, zu mal es einfach irgendwo süße kleine Zusatz Geschichten sind die man da geliefert bekommt.

Den Untertitel Eine Mafia Komödie fand ich jetzt nicht direkt fehl am Platz, aber als eine Komödie habe ich dieses Buch nicht empfunden, also es kommt wohl einfach stark darauf an was man selbst denn nun von einer Komödie erwartet, wenn man nun erwartet, dass das Buch ein zum lachen bringt dann ist man hier vielleicht nicht ganz richtig.
Fakt ist aber, dass das Buch ein hohes Unterhaltungspotenzial bietet und das ganze auch eher locker und leicht angegangen wird, Ernsthaftigkeit ist hier also eher Mangelware demnach passt der Untertitel halt schon irgendwo, nur ich hab es halt nicht direkt als eine Komödie empfunden, allerdings war das für mich persönlich auch nicht unbedingt das worauf ich wert gelegt habe.


Für mich war es einfach ein lesenswertes Buch, das was ich mir vom Buch erhofft habe, habe ich auch bekommen mit interessanten Einblicken in die Welt der Mafia, wie realistisch sie denn nun auch sein mögen. Die Charaktere haben mir gefallen und dass sie im Zentrum vom ganzen standen fand ich für mich einfach perfekt, auch wenn sie hier und da noch ein bisschen schärfere Konturen hätten haben können.
Super Buch

Weitere Informationen: 
  • Broschiert: 304 Seiten
  • Verlag: carl's books (14. Oktober 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 357058528X
  • ISBN-13: 978-3570585283

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