Sonntag, 30. März 2014

[Rezension] Partials 2 - Fragmente

von Dan Wells
"In ferner Zukunft wurde die Menschheit durch den Isolationskrieg fast vollständig vernichtet - besiegt von den Partials, künstlichen Kriegern, die die Menschen selbst erschaffen hatten. Eine der letzten Überlebenden ist Kira Walker, die erfahren hat, dass sie selbst ein verhängnisvolles Erbe in sich trägt, von dem sie nichts ahnte. Auf der Suche nach ihrer eigenen Herkunft muss sie sich ausgerechnet auf die Hilfe zweier Partials verlassen - Samm und Heron, die als Einzige ihr Geheimnis kennen. Kiras Weg führt sie durch das verwüstete Land, das der Isolationskrieg aus dem nordamerikanischen Kontinent gemacht hat - und dort wird sie dem schrecklichsten Feind begegnen, den die Menschheit je gekannt hat..." 


Nachdem Kira Walker erfahren hat, dass sie selbst ein Partial ist, hat sich ihr Ziel geändert, nicht nur die von dem RM Virus bedrohte Menschheit will sie vor dem Aussterben retten, sondern auch die Partials vor ihrem Verfallsdatum. 
Aber auch die Frage nach ihrer eigenen Identität lässt ihr keine Ruhe mehr, um Antworten und Lösungen zu finden für ihre und die Probleme der Erdbevölkerung treibt es sie fort von Long Island und sie begibt sich somit auf ungeschütztes Terrain.
Auf ihrer Suche begegnet sie auch Samm wieder, der sich zusammen mit Heron einem weiblichen Spionagepartial, ihrer Mission anschließt.
Begleitet werden sie außerdem noch von Afa, einem etwas durchgeknallten Mann, der bei ParaGen gearbeitet hat und sich für den letzten lebenden Menschen hält. Seine Hilfe ist für die drei allerdings unabdingbar, denn nur er kann ihnen Zugang zu den Daten verschaffen an die sie ranwollen. Doch der Weg zu diesen Daten führt sie durch das Ödland, ein verseuchtes Gebiet, voller Gefahren..
Aber auch auf Long Island spitzen sich die Gefahren zu, Dr. Morgan ist mit ihrer Partial Truppe einmarschiert und hält die Menschen als Geiseln gefangen, nur die Auslieferung von Kira wird sie darin stoppen jeden Tag einen von ihnen zu töten..


Toll finde ich, dass die Gestaltung nicht stark vom ersten Teil abweicht, so bleibt die Zugehörigkeit gut sichtbar, nur die Farbgebung und der Hintergrund hat sich geändert. Mir gefällt der blaue Ton sehr gut und wie auch beim ersten Cover halte ich es für einen absoluten Augenfang. :)


Nach dem mir der erste Teil unglaublich gut gefallen hat, habe ich natürlich sehnsüchtig auf die Fortsetzung gewartet.
Der Einstieg ins Buch viel mir nicht wirklich schwer, schnell waren die alten Begebenheiten wieder im Kopf präsent und das selbe hoffnungsvolle aber auch beklemmende Gefühl aus dem Ende des ersten Teils war wieder vorhanden. 
Gespannt war ich darauf wie sich die Geschichte weiterentwickeln wird, nicht nur Kiras Umgang mit ihrer wahren Identität sondern auch der Fortschritt der gegen den RM-Virus nun vollbracht war, denn nach Jahren der Kinderlosigkeit hat Kira es geschafft ein Baby zu retten.

Die Fortschritte sind hier quasi nicht mehr gegeben, zwar lebt dieses eine Kind noch und ist nicht zu einem späteren Zeitpunkt dem Virus erlegen, doch alle darauf folgenden Kinder schon. Da Samm nun weg ist und sie das Heilmittel nur direkt von einem Partial gewinnen konnten und Samm ist nicht mehr da. Der Versuch das Heilmittel zu kopieren und künstlich herzustellen ist ihnen bisher nicht gelungen und so kommen Ideen auf sich erneut einen Partial zu schnappen.

Auch Kiras Reise nach Informationen gibt keine großartige Entwicklung dar, zwar bekommt sie immer wieder neue Ansätze, diese lassen aber nur Vermutungen entstehen und werfen mehr Fragen auf als sie beantworten.
Anfänglich war das für mich alles völlig legitim, auch der zweite Teil musste natürlich eine Entwicklung mit sich führen auf das sich das gesamte Buch dann aufbauen kann, nach einer weile war mir das ewige Voranschreiten ohne Ergebnisse dann aber doch ein bisschen zu langgezogen.

Zwar ist Kiras Reise, die hauptsächlich im Fokus steht, abenteuerlich und es wird hier nicht langweilig weil es immer neues gibt, das es zu überwinden gibt. Aber immer wenn man sie am Ziel angekommen glaubt, kommt es zu einem Rückstoß und das ganze baut nur auf das Buch unnötig in die Länge zu ziehen, so habe ich es zumindest empfunden.
Nichtsdestotrotz weißt das Buch einen hohen Spannungskurs auf, der zwar zuweilen mal sinken mag aber sich immer wieder fängt und auch stetig anzusteigen vermag.

Gerade im letzten drittel ging sie dann weit nach oben und es tauchten wirklich einige Überraschungen auf, die mich positiv gestimmt haben auch werden hier dann viele Fragen beantwortet und die Unklarheit schwindet im großen und ganzen dahin. Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich dem dritten Teil nun mit einem großen Fragezeichen auf der Stirn entgegentreten werde. Eher habe ich das Gefühl, dass dieser Teil alle nötigen Informationen freigibt die man braucht um den nächsten Teil entgegen treten zu können, so dass er schlüssig wird.
Das Ende hat mich dann auch über den etwas zu langgezogenen mittleren Teil hinweg getröstet, das fand ich nämlich sehr gut und spannend und vor allem war es halt eine überraschende Entwicklung die mich aber freudig auf den dritten Teil warten lassen. :)

Was die Charaktere betrifft, so fand ich es gut, dass die Liebesgeschichte hier kaum Raum eingenommen hat, in solchen Zeiten bleibt meiner Meinung nach eigentlich nicht viel Zeit für die Liebe, so dass ich die Darstellung als sehr realistisch empfand. Dennoch fand ich es umso schöner, dass sie am Ende dann trotzdem noch mal kurz durch kam und das offensichtliche endlich mal zur Klarheit wurde. ;)

Schade fand ich hier, dass einige Nebencharaktere, durch die räumliche Trennung von Kira, an Platz weichen mussten und sie nur noch sehr kleine Auftritte hatten, andererseits kamen neue Charaktere hinzu die ich ebenfalls sehr liebgewonnen habe.
Dennoch hätte es mich insgesamt mehr erfreut wenn auch die verbliebenen Charaktere auf Long Island mehr präsent gewesen wären.

Kira entwickelt sich in diesem Teil doch recht ordentlich und auch Samm wird immer menschlicher und humaner von seiner Denkweise her. Schön finde ich wie die beiden sich gegenseitig immer Denkansätze geben und aufweisen, dass nicht alles was sie für richtig halten unbedingt richtig sein muss. So wird nicht nur das reine Denken der Partials als negativ dargestellt, sondern beide haben verschiedene Ansichten und nicht alle von denen sind falsch und vor allem liegen sie auch gar nicht mal soweit auseinander. Die beiden haben einfach ein gutes Zusammenspiel und auch wenn sie sich mal uneinig sind, die beiden respektieren und wissen den anderen sehr zu schätzen.

Das ist für mich auch so ein kleines Problem gewesen, dass die Lösung eigentlich gar nicht so schwer gewesen wäre wenn Partial und Mensch sich miteinander verbunden hätten anstatt sich zu bekriegen. Dass dieser offensichtliche Weg hier irgendwie keine Option darstellt fand ich einfach schade, habe aber immer noch die Hoffnung, dass es im dritten Teil immer mehr genau darauf hinausläuft. :)


Ein gelungener zweiter Teil der mir allerdings teilweise zu langgezogen erschien, dennoch bietet er eine spannend aufgebaute Geschichte, voller neuer Erkenntnisse und Wendungen. Ein zweiter Teil dessen Ende einem sehnsüchtig auf den dritten Teil warten lässt und für mich auch die kleineren Mängel wett machen konnte. 
Super Buch.
Weitere Informationen: 
  • Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
  • Verlag: ivi (10. März 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 349270283X
  • ISBN-13: 978-3492702836

Freitag, 28. März 2014

[Neuzugang] Wunderschöne Überraschungspost. *__*

Hallo meine Lieben,

hab gar nicht viel zu verzeichnen, aber das was ich zu verzeichnen habe ist einfach nur wunderschön und hat mich unglaublich erfreut. ^.^

Der Diana Verlag hat sich für den kürzlich erschienen Roman Eine Liebe über dem Meer von Jessica Brockmole etwas ganz zauberhaftes für die Promotion ausgedacht, zu sehen hier:




Eine wunderhübsche Box, die zum Buch selbst passt und das Cover zeigt. Als ich das Päckchen öffnete und die Box sah war ich voller freudiger Aufregung und ganz gespannt darauf was mich erwartet, Box also geöffnet und was vorgefunden:




Natürlich war in der Box das Buch selbst vorzufinden, ein Liebesroman in Briefform auf den ich mich schon unglaublich freue und wirklich gespannt bin - so Briefromane find ich ja durchaus schön zu lesen und gibt es halt auch nicht so in den riesigen Massen, zu dem spielt es am Anfang des 20. Jahrhunderts, bin gespannt wie es alles im allem wirkt. :)
Aber das war ja nicht das einzige in der Box ist noch Briefpapier zu finden und dazu die benötigten Umschläge um die Briefe zu verpacken, wirklich zuckersüß die ganze Box und ich hab mich unglaublich gefreut, die Briefumschläge sind die blauen, das Briefpapier selbst ist vielleicht nicht ganz so gut zu erkennen, ist halt das weiße was auf dem Boden der Box liegt - auch wenn man sich das vielleicht auch hätte denke können. :P

Das schöne ist, diese Box habe ich gleich zwei mal bekommen. Eine für mich und wer die andere bekommt wird sich noch zeigen. ;>

Wie gesagt habe ich mich wahnsinnig gefreut, so die schönste Überraschung die ich je von einem Verlag bekommen habe und mit der ich nie im Leben gerechnet hatte. Riesen Dank also an den Diana Verlag. ^.^

Für alle neugierigen hier noch die üblichen Infos zum neuen Buch:

Eine Liebe über dem Meer von Jessica Brockmole: 
"Eine Liebe, die ein Ozean trennt. Zwei Herzen, die einander nie vergessen können.
Isle of Skye, 1912. Eines Tages erhält die schottische Schriftstellerin Elspeth einen Brief aus Amerika. Der Absender, ein junger Mann namens David, bewundert ihre Gedichte. Obwohl ein Ozean zwischen ihnen liegt, ist es der Beginn einer tiefen Liebe. Erst die Wirren des Weltkrieges führen die beiden zusammen, nur um sie unter tragischen Umständen wieder zu trennen. Mehr als zwei Jahrzehnte später stößt Elspeths Tochter Margaret auf Davids Briefe und kommt so der Geschichte dieser schicksalhaften Liebe auf die Spur ..."



Das wars auch schon, mehr gibt es nicht. :)
 

Montag, 24. März 2014

[Neuzugang] Nicht nur Das Lied von Eis und Feuer, aber so gut wie. :P

Hallo meine Lieben,

zuletzt gab es nicht so viele Neuzugänge, aber ein bisschen dann doch, vorwiegend da ich nun langsam aber sicher mal eine gewisse Reihe komplettieren möchte und vor allem sie auch beenden. :)

Das Lied von Eis und Feuer 05: Sturm der Schwerter von George R. R. Martin: 
"Ein blutiger Bürgerkrieg tobt in den Sieben Königreichen. Robb Stark, der Herr von Winterfell, leistet dem tyrannischen Kind-König Joffrey Lennister hartnäckig Widerstand und lässt sich auch nicht dadurch in die Knie zwingen, dass seine Schwester vom König als Geisel gehalten wird."

Mit dem fünften Teil der Reihe war ich ja sogar schon mal gestartet und denke auch, dass ich da einfach fortsetzen werde ohne den Anfang des Buches nochmals zu wiederholen, die Geschichte sitzt mir doch recht präsent im Köpfchen fest. :)
Freue mich jetzt auf jedenfall, dass es für mich hier weiter gehen kann, denn diese Reihe ist für mich einfach brilliant! ^_^


Das Lied von Eis und Feuer 06: Die Königin der Drachen von George R. R. Martin: 
 "Die Streiter von Winterfell sehen sich plötzlich einer ganz neuen Gefahr gegenüber: Eine Barbarenhorde dringt aus dem Norden in die Sieben Königreiche ein - und ihre Vorhut besteht aus beinahe unbezwingbaren übernatürlichen Kreaturen!"

Auch dem sechsten Teil konnte ich dann nicht so ganz widerstehen, will ja auch gleich fortsetzen können wenn ich mich erst einmal den fünften Teil gewidmet habe und beende. :>
Außerdem will ich sie alles im allem so schnell wie möglich zusammen bekommen, da lege ich mein Fokus jetzt erst einmal auf diese Reihe. :)


Das Lied von Eis und Feuer 07: Zeit der Krähen von George R. R. Martin: 
"Daenerys Targaryen, die Letzte aus dem Geschlecht der Drachenkönige, bereitet jenseits des Meeres ihre Rückkehr in die Sieben Königreiche vor. An der Spitze einer riesigen Streitmacht und unterstützt von drei Drachen will sie die Krone zurückfordern."

Und ja auch den siebten Teil musste ich quasi schon mal besorgen, man will ja versorgt sein, außerdem fehlen mir jetzt nur noch zwei Teile von den mir noch unbekannten Teilen, da ich Teil 9 ja schon vor ein paar Wochen günstig ergattern konnte, dann nur noch die ersten vier Teile, die ich bereits kenne und die Reihe wäre schon komplett - sollte nicht ganz so lange dauern und ich freue mich darauf sie vollständig im Regal stehen zu sehen. :D


Roter Mond von Benjamin Percy: 
"Sie leben unter uns. Sie verwandeln sich. Sie kämpfen gegen ihre Unterdrücker - uns!

Als Regierungsagenten Claire Forresters Haustür eintreten und ihre Eltern ermorden, muss sie erkennen, dass sie und ihre Familie schon immer Ausgestoßene waren.


Chase Williams hat seinen Wählern versprochen, die USA vor Terror zu beschützen. Doch nun wird er selbst zu dem, was er zu vernichten geschworen hat.

Bis heute wird die Bedrohung durch Gesetze, Gewalt und Drogen in Schach gehalten. Doch die Nacht des Roten Mondes rückt näher, wenn die Welt für immer ihr Antlitz verändern wird - und die Schlacht um die Menschlichkeit beginnt ..."


Bin doch sehr gespannt auf dieses Buch, von Werwölfen hab ich auch noch gar nicht wirklich was gelesen (Tweilight zählt ja nicht - da auch keine echten Werwölfe :D), freue mich also auf diese Kontaktaufnahme. :)
  
  

Freitag, 21. März 2014

[Rezension] Wenn ihr uns findet

von Emily Murdoch
"Klamotten, Partys, Jungs und Schule: Diese Welt ist Carey und ihrer kleinen Schwester Jenessa völlig fremd. Die Geräusche des Waldes, das beengte und doch so vertraute Zusammenleben im Wohnwagen und die oft tagelange Abwesenheit ihrer Mom - das ist der Alltag der Mädchen, die in einem Trailer tief versteckt inmitten eines Naturschutzgebietes leben. Als Careys und Jenessas Vater die Mädchen zu sich und seiner neuen Familie holt, finden die Tage im Wald ein jähes Ende. Zu jäh für die fünfzehnjährige Carey, die sich daran gewöhnt hat, sich und ihre Schwester durchzubringen und zu beschützen, koste es, was es wolle. Dass der Preis dafür mitunter sehr hoch war, begreift sie erst jetzt durch die liebevolle Anteilnahme ihres Vaters. Weil sie das Geheimnis, das auf ihrem Herzen lastet, nicht für immer verdrängen kann ..."  


Carey und ihre jüngere Schwester, Jenessa, sind schon mehrere Wochen allein im Wald, ihre Mutter ist mal wieder in der Stadt um neue Vorräte zu besorgen allen voran Vorräte die ihre Drogensucht befriedigen. Für Carey und Janessa nicht das erste mal - gerade als ihre Vorräte drohen zu neige zu gehen und sie sich seit Tagen nur noch von Bohnen ernähren werden sie von ihrem Vater gefunden.
Ihre Mutter schrieb einen Brief an die Behörden in denen sie ihnen erklärte, dass sie sich nicht mehr um die Kinder im Wald kümmern könnte.
Carey und Jenessa werden mit der Realität konfrontiert fernab von ihrem Wald, währen Carey noch einzelne Erinnerungen hat wurde Jenessa allerdings im Wald geboren und kam noch gar nicht in Berührung mit alltäglichen Dingen wie einem Fernseher.
Während das ganze für Jenessa ein unglaublich faszinierendes Abenteuer ist, findet Carey sich nur schwer zurecht.
Zu sehr belasten sie die alten Erinnerungen und die Angst, dass diese zu Tage kommen erfüllt sie mit Angst, denn ihr ist klar, sie werden zu Tage kommen und sie weiß nicht was dann geschieht..


Ich mag das Cover, nicht nur das der Wald im Hintergrund zu sehen ist, ich finde auch, dass das Mädchen das Bild von Carey wirklich gut darstellt, ich finde ihr Blick zeigt sehr viel- Verlorenheit, Traurigkeit aber auch eine ganze Menge Stärke, das fängt Carey Geist sehr gut ein und schön finde ich auch, dass die Optik durchaus passend ist.


Gleich vorweg kann ich verraten, dass dieses Buch für mich eine unglaubliche Überraschung darstellt.
Das schöne ist, dass sich das auch recht früh am Anfang zeigte und das Buch hat mich gepackt und in einen Sog gezogen bei dem es mir einfach nicht gelang mich davon zu befreien, nicht, dass es überhaupt nötig gewesen wäre. ;)

Das Buch fängt an und wir treffen die beiden Mädchen in ihrem Wald, schnell wird klar was für eine große Last die beiden auf ihren Schultern tragen müssen, insbesondere natürlich Carey. Sie trägt die volle Verantwortung für ihre kleine Schwester, sie tut das auch gerne weil ihre Liebe zu Jenessa unglaublich groß ist, aber dennoch ist es eine Last - vor allem dann wenn sie die Angst in Jenessa spürt und Jenessa durch die Umstände in denen sie Leben und das wenige Essen, dass sie zu sich bekommen leidet, einfach weil sie das in eine Hilflosigkeit versetzt und sie das von ihrer Mutter abhängig macht die mehr als unzuverlässig ist.
Natürlich empfindet Carey das gleiche wie Jenessa, sie ist aber sehr selbstlos und stellt sich selbst hinten an, sie verzichtet auch auf ihre eigenen Essensrationen und gibt sie ihrer Schwester.

Carey fand ich unglaublich, sie ist stark und auch wenn sie alleine im verlassenen Wald lebt ist sie sehr darauf bedacht die Zeit für sich und Jenessa zu nutzen indem sie sich selbst und ihrer Schwester durch ältere Schulbücher arbeitet, so dass die beiden sehr intelligen sind. Zu dem achtet sie auch sehr auf ihre optische Erscheinung, zumindest sofern es im Wald machbar ist.
Es ist einfach unglaublich für mich gewesen wie stark sie ist und wie sie aus der ganzen Situation das beste macht, für sie beide.
Vor allem als dann immer mehr und mehr ersichtlich wird, dass ihre Mutter die beiden nicht nur allein lässt, sondern sie auch körperlich missbraucht, so dass man fast froh sein könnte, dass sie dauernd fort ist.
Insbesondere Carey musste hier leiden, das ganze hatte mich wahrlich schockiert und wirklich mitgenommen. Ich glaube es ist wirklich lange her, dass mich ein Buch so dermaßen berührt hat und mir das Leid der Prtoagonisten so nahe ging. Mir sind wirklich in mehreren Momenten die Tränen in die Augen geschossen, es war einfach krass und schockierend und das habe ich nicht wirklich vom Buch erwartet.

Interessant war auch die Entwicklung was die Liebe zu ihrer Mutter angeht, es ist natürlich schwer zu verstehen wie man eine so grausame Person wie ihre Mutter lieben kann, aber Carey tut es und sie nimmt sie lange in Schutz. Für Carey ist es wirklich ein großer Kampf sich auf ihren Vater und seine neue Familie einzulassen, ihre neue Stiefschwester macht es ihr da aber auch noch mal ein bisschen schwerer. ;)
Generell habe ich die Entwicklung in der Realität gerne verfolgt, wie sie langsam in den Alltag und die Normalität eingegliedert werden.
Es ist vor allem auch interessant zu sehen wie unterschiedlich das bei den beiden Mädchen von statten geht.

Carey tut sich wie gesagt sehr schwer, zu viel inneres Leiden trägt sie mit sich herum und es ist für sie selbst schwer Glück zuzulassen, zu sehr nagt die Vergangenheit an ihr und der Glaube sie hätte das nicht verdient. Dann noch das Misstrauen in ihren Vater und ihre Stiefschwester die ihr das Leben schwer macht.
Da hilft es auch nicht, dass die Ryan kennenlernt und sich verliebt, denn auch hier hat sie das Gefühl ihr wahres Ich nicht zeigen zu können.
Ich hatte hier das Gefühl, dass es sich zu einer kitischigen Liebesromanze entwickeln könnte, die Fall auf Fall passiert, wirkte auch so, allerdings gab es dann später einen Punkt der das ganze glaubhaftig wirken ließ und ich wahr beruhigt.

Jenessa hingegen fällt alles sehr leicht, sie ist begeistert von dieser neuen Welt die für sie absolutes Neuland ist und sie ist begeistert von den kleinsten Dingen. Es ist einfach so wunderschön ihre Begeisterung mitzuerleben, das gibt dem ganzen Buch Aufgrund seiner Grausamkeit ein bisschen Weichheit zurück. Jenessa ist aber durch und durch ein zauberhaftes Mädchen, dass mich komplett für sich eingenommen hat.
Jenessa ist natürlich besonders, seit einem Erlebnis im Wald spricht sie nicht mehr und wenn doch dann nur mit Carey in einem Flüsterton den Carey selbst kaum verstehen kann.
Als Leser fragt man sich die ganze Zeit, welches Ereignis das gewesen sein mag, auch wenn man Ahnungen hat und diese sich bestätigen, die Grausamkeit überempelt einen da dann doch aufs Neue.

Die tiefe Bindung zwischen den beiden Schwestern hat mir unglaublich gut gefallen, sie kennen einander in und auswendig und es braucht nur ein Blick und sie verstehen einander, so ein bisschen hat mich das an mich und meine Schwester erinnert, was natürlich nur noch zu mehr Gefallen geführt hat.
Diese Bindung ist einfach tief und besonders und man ist die ganze Zeit über froh, dass sie einander haben, ein bisschen Glück in ihrem Leben, das die beiden mehr als verdient haben. :)


Ein unglaublich schockierendes Buch, das mich persönlich tief berührt hat. Für mich eine große Überraschung und ich kann nur meine absolute Leseempfehlung aussprechen.
Absolute Lesepflicht!

Weitere Informationen: 
  • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (3. März 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453534344
  • ISBN-13: 978-3453534346


Donnerstag, 20. März 2014

[Rezension] Die Beschützerin

von Susanne Kliem
"Janne Amelung, erfolgreiche Event-Managerin bei einem Berliner Fernsehsender, muss ihre Abteilung vor Unternehmensberatern präsentieren. Die Atmosphäre ist angespannt – es steht viel auf dem Spiel. Umso erleichterter ist Janne, dass Vanessa Ott aus dem Beraterteam aufgeschlossen und sympathisch wirkt und sogar den privaten Kontakt zu ihr sucht. Janne lässt sich dankbar darauf ein – auch wenn sie das starke Interesse der Beraterin insgeheim irritiert. Aber Nein sagen ist nicht gerade ihre Stärke.
Kurze Zeit später hat sich Jannes Situation komplett gewendet: Sie wird zum Opfer von Mobbing und Intrigen, selbst ihre engsten Kollegen misstrauen ihr nun. Dann dringt jemand heimlich in ihre Wohnung ein, benutzt ihre persönlichsten Dinge. Als ihr eine Affäre angehängt wird und ihre große Liebe Gregor sich von ihr abwendet, erkennt Janne, dass sie Opfer eines teuflischen Plans ist. Aber wer steckt dahinter? 
Es ist jemand, der sie ganz genau durchschaut und ihr immer einen Schritt voraus ist..."




Janne Amelung lebt ein stressiges aber erfülltes Leben, in ihrem Job, bei einem Berliner Fernsehsender, lebt sie auf und auch ihre Beziehung ist beständig, zuletzt leidet diese aber immer mehr unter dem stressigen Job von Janne, denn Gregor wird immer häufiger von ihr sitzen gelassen.
Als Unternehmensberater einlass erhalten und nach Einsparmöglichkeiten des Senders suchen wird auch ihre Abteilung auseinander genommen.
Während die Unternehmenberaterin, Vanessa Ott, begeistert von ihrer Leitung der Abteilung zu sein scheint und immer ihre Nähe sucht, auch auf der privaten Ebene, weiß Janne, dass sie eine professionelle Distanz wahren sollte. Doch Abstand von ihr zu suchen erweist sich als nicht so einfach, denn Einsparungen bedeuten Jobverluste und auch wenn sie sicher zu sein scheint, bangt sie mit.
Und von einem Tag auf den anderen scheint es dann soweit zu sein, jemand beginnt sie und ihr Umfeld zu manipulieren das zeigt sich nicht nur im Job sondern auch in ihrem Privatleben, irgendjemand legt es darauf an ihr Leben zu zerstören und Janne weiß nicht mehr wem sie trauen kann..


Die Gestaltung an sich mag ich wirklich gern, nicht nur, dass die hilflose und schlafende Frau aus dem Buch entspringt, auch die Bedrohung kommt durch das dunkle rot gut zur Geltung. Das einzige was mich ein bisschen stört ist der Name der Autorin der meiner Meinung nach nicht ganz so riesig auf dem Cover prangen müsste - man ist ja nicht blind. ;)


Ich bin kein Vielleser im Thriller-Bereich aber hin und wieder macht mich dann doch ein Buch neugierig und mich packt die Lust nach reinem Nervenkitzel - auch dieses Buch hat diese Lust in mir ausgelöst, so dass ich mit großer Freude ans Buch heran gegangen war.

Die Rahmenhandlung die das Buch verfolgt ist sicherlich nichts neues und gerade wenn dem Leser von Anfang an klar ist wer der Bösewicht ist, ist es wohl besonders schwer Spannung zu erzeugen aber vor allem auch diese zu halten.
Leider hat die Autorin es bei diesem Buch nicht geschafft, zumindest nicht bei mir. Die Geschichte schreitet langsam voran, ehe die Manipulationen überhaupt anfangen bekommt man erst einmal viel von Jannes Berufsalltag mit, auf der einen Seite mag das durchaus interessant sein, mir allerdings war das schnell zu eintönig und ich hätte mir da schon mehr pfiff gewünscht.

Als die Manipulationen dann langsam anfangen anzulaufen setzt sich zum Glück auch die Spannungskurve in Gang, wenn auch langsam. 
Man ist natürlich interessiert daran, was alles in Gang gesetzt wird und wie es sich immer mehr in Jannes Leben einschleicht und wie sie reagiert, wenn sie begreift, dass ihr jemand ernsthaft versucht zu schaden.
Ich mochte den Aufbau, erst sind es nur Kleinigkeiten, vertauschte Unterlagen die sie bei einer Präsentation blamieren o.Ä.
Auch sehr geschickt wie diese Vorfälle den Anschein haben, dass jemand anderes als die offensichtliche Person ihr schaden will.

Während das alles für mich noch amüsant war und ich dem ganzen auch gerne gefolgt bin, kam dann doch irgendwie der Wendepunkt und ich war dem ganzen Leid, die Manipulationen spitzen sich weiter zu und ihr halbes Umfeld hat sich von ihr abgewandt, vor allem ihre Kollegen gehen ihr aus dem Weg und reden hinter ihrem Rücken über sie.
Während der Leser da schon lange weiß wer der Täter ist, tappt Janne weiter im Dunkeln und ihre Verdächtigungen wechseln von der einen Person zu der anderen bzw. dauert es auch länger bis sie überhaupt begreift, dass alle Vorkommnisse irgendwie miteinander zusammenhängen.
Das war der Punkt der mich irgendwann gestört hat, in ihrer Situation war es wohl völlig legitim so festzustecken in den Überlegungen, aber für mich als Leser war alles so offensichtlich, so dass mich ihre Ahnungslosigkeit einfach nur noch genervt hat.
Zu mal sie gar nicht allzu ahnungslos, die ganze Zeit über hatte sie dem Täter gegenüber ein ungutes Gefühl und dennoch ist sie lange immer wieder von dieser Person abgewichen. Für mich wirkte es dadurch einfach nicht authentisch.
Das ist dann auch der Punkt in der die Spannung wieder abnimmt und ich mich einfach ein bisschen festgesteckt fühlte, weil Janne nicht vorankam.

Das Ende bietet dann noch mal einige Aufdeckungen, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass die Autorin mehr auf die Psyche des Täters eingeht, so wird zwar klar, dass die Person allerhand psychische Probleme mit sich trägt, aber es wird nur oberflächlich behandelt woher diese stammen könnten, hätte mir hier definitiv mehr Tiefe gewünscht.
Dennoch fand ich das Ende gelungen und bei mir entwickelte sich hier endlich der Sog auf den ich die ganze Zeit gewartet habe.
Und tatsächlich lief mir zum Ende dann auch kurz ein eiskalter Schauer den Rücken hinunter. ;)


Ein solider Psychothriller der mit einigen Hürden zu kämpfen hat und diese nicht immer meistern kann und sich für meinen Geschmack zu lange selbst aufhält.
Konnt mich nicht ganz überzeugen.

Weitere Informationen: 
  • Broschiert: 320 Seiten
  • Verlag: carl's books (3. März 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 357058531X
  • ISBN-13: 978-3570585313


 

Mittwoch, 19. März 2014

[Rezension] Wohin der Wind uns weht

von Joao Ricardo Pedro
"Duarte wächst auf umgeben von fremden Erinnerungen. Jeder Weg, jedes Haus im Ort hat schon längst seinen Platz in der Familiengeschichte. Kein Blick, ohne Spuren zu erkennen – die seines Vaters, gebrochen zurückgekehrt nach einem einzigen Abenteuer, die seines Großvaters, beseelt von dem einfachen Glück auf dem Land. Allein am Klavier kommt Duarte zu sich selbst und einer Geschichte. Doch nach und nach entpuppt sich die Verheißung der Musik als Gefahr, und Duarte droht zu verlieren, was ihm lieb ist. Erst als er die vergilbten Briefe seines Großvaters entdeckt, scheint sich eine letzte Chance zu bieten – auf Läuterung und ein still leuchtendes Lebensglück." 


Duarte und die Musik ist eine Geschichte für sich, seine Hände fingen einfach an auf dem Klavier zu spielen während Duartes Leben seinen Lauf nimmt, ist die Musik ein ständiger Begleiter. Die Leute um ihn herum sind begeistert von seinem Talent.
Seine einzelne Lebensabschnitte werden von je einem der großen Komponisten dieser Welt begleitet, doch nicht nur sein eigenes Leben zeigt ihm den Wahnsinn der nahe beim Genie liegt, sondern auch die Erinnerungen seines Vaters und Großvaters..


Ich mag die Gestaltung und auch wenn eine schwarz-weiße Gestaltung auf mich oftmals recht trist wirkt, ist hier das Gegenteil der Fall, das liegt an den Gesichtern der beiden Gestalten, wirklich passend empfinde ich es nicht zum Buch, denn das empfand ich als sehr trist.


Als ich mich auf dieses Buch einließ war ich doch sehr gespannt, soll es doch ein kleines literarisches Meisterwerk sein, nun das zu beurteilen Maße ich mir nicht an. Ich kann nur meinen Eindruck wiedergeben und erläutern wie es auf mich gewirkt hat und ich gebe zu, dass es mir bei diesem Buch nicht ganz leicht fällt. 

Der Einstieg in das Buch fiel mir nicht ganz leicht, eine Erinnerung folgt der nächsten ohne, dass sie von Bedeutung erscheinen oder sich zusammenfügen lassen. Ein weiter störender Punkt, diese Erinnerungen werfen Fragen über Fragen auf, die erst mal keine Beantwortung erfahren.
 Nur eines haben sie dann doch gemein, sie drehen sich um Duarte oder seiner Familie, vorrangig um seinen Vater oder Großvater.

Die Erinnerungen an sich haben mir durchaus zugesagt, ich mochte die Stimmung des Buches. Die Tiefe und den Schmerz der sich in den Erinnerungen verbarg. Auf mich wirkte das ganze recht trist und es hatte alles im allem eine sehr depressive Stimmung, da sich auch ein trauriges Ereignis dem anderen reiht.
Positive oder glückliche Momente gibt es da kaum, auch wenn das während des Lesens natürlich bedrückend ist, mochte ich die Stimmung des Buches wie gesagt. Einfach weil das Buch einem selbst irgendwie auf Distanz hält und man diese Stimmung spürt und fühlt, aber sie nicht in einen eindringt. Das kann man auf der einen Seite als negativ empfinden, da ein Buch das alle Emotionen auf den Leser überträgt natürlich wünschenswert ist, aber ich fand es für diesen Roman durchaus passend und war in gewisserweise auch dankbar dafür.

Auch zu den Charakteren selbst bleibt die ganze Zeit über eine Distanz bestehen und mir fiel es schwer mir ein Bild von den Charakteren zu machen, so dass sie für mich immer mehr Schatten blieben. 
In diesem Punkt hätte ich mir schon gewünscht, dass sie zugänglicher wären, so dass man überhaupt eine Chance bekommt sie ins Herz zu schließen, das war hier nicht der Fall, so dass sie einfach irgendwelche Figuren in ihrem Schauspiel blieben.

Das Ende des Buches hat mich schon angesprochen, hier verknüpfen sich dann auch einzelne Erinnerungen, so dass der Roman ein ganzes Bild für sich annimmt. Nur der Weg von einzelnen Bildern zu einem ganzen war, auch bei geringer Seitenanzahl recht lang. Und auch am Ende bleiben mehr Fragen offen als beantwortet werden.
Die Verknüpfung der Erinnerungen am Ende, empfand ich wirklich als außergewöhnlich gut hervorgearbeitet und ich hab es wirklich genossen die Zusammenhänge in Erfahrung zu bringen, so dass mich das Buch dort wirklich mit sich versöhnen konnte.
Die offenen Fragen empfand ich nicht als störend, es ist ein Buch das offen für eigene Interpretationen ist und wahrscheinlich auch genau diese anregen soll und ich denke, dass ich für mich alles schlüssig beantworten ließ.


Dieses Buch zu bewerten empfinde ich nicht als einfach, dieses Buch ist ein gutes Buch, aber es ist ein Buch das nicht für jedem geeignet ist und ich glaube, dass ich zu diesen ungeeigneten Personen zähle. Dennoch bin ich froh es gelesen zu haben, weil es besonders ist und wenn man sich die Mühe gibt und die Zeit nimmt dieses Buch zu lesen, der wird vielleicht noch so viel mehr darin entdecken als ich. :)
Objektiv betrachtet hat dieses Buch eine bessere Bewertung verdient, aber für meine subjektive Meinung reicht es leider nicht für mehr. 
Nicht für jedermann, aber lesenwert.
 Weitere Informationen: 
  • Gebundene Ausgabe: 229 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (10. März 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518424297
  • ISBN-13: 978-3518424292

Dienstag, 18. März 2014

[Rezension] Alice, wie Daniel sie sah

von Sarah Buttler
"Für den obdachlosen Daniel ist jeder Buchstabe mit einer Farbe verbunden. Seit Jahren streift er durch London und sammelt Papierschnitzel und andere achtlos weggeworfene Dinge in den Farben, die den Namen seiner Tochter bilden: Eisblau für A, Gold für L, Rosa für I, Dunkelblau für C, Grau für E - Alice. Daraus formt er kleine Kunstwerke, die er für sie in der Stadt verteilt. Daniel hat seine Tochter noch nie getroffen. Bis ihm der Zufall eines Tages ihre Adresse zuspielt."

Als Alice von ihren Schwester benachrichtigt wird, dass ihr Vater im sterben liegt, kehrt sie zurück nach London in ihr Elternhaus. Die Beziehung zu ihrem Vater aber auch zu ihren Schwestern war schon immer schwierig, sie hat sich nie als Teil dieser Familie gesehen und sich auch nie Daheim gefühlt.
Alice selbst meint es liegt an dem Tod ihrer Mutter an dem sie sich selbst die Schuld gibt, die Wahrheit liegt allerdings woanders. 
Denn die Wahrheit ist, dass Daniel ihr Vater ist.
Daniel ist ein Obdachloser und ständig auf der Suche nach seiner Tochter, Daniel sieht in jedem Buchstaben eine Farbe und sobald er Gegenstände in den Farben von Alice's Namen findet, sammelt er es auf.
Als er zufällig die Todesanzeige von Alice vermeintlichen Vater sieht und ihren Namen erkennt, taucht er bei der Beerdigung auf. 
Allerdings beobachtet er sie vorerst nur, denn die Zeit ist noch nicht reif, doch er hinterlässt ihr Geschenke in den verschiedensten Farben, die das Aussagen was er ihr nie sagen konnte..


Ich mag die Gestaltung unglaublich gern, auf mich wirkt das Bild sehr hoffnungsvoll und sehr verträumt.  Einfach ein schönes und stimmiges Bild, passend und absolut ansprechend. :)


Ich war unglaublich gespannt auf dieses Buch, die Beschreibung klingt einfach wunderschön und ich war gespannt wie und ob Daniel und Alice zueinander finden würden. 

Tatsächlich habe ich mir die Hintergründe dafür, dass die beiden sich nie kennenlernten anders vorgestellt und die Tatsache, dass Alice mit zwei Schwestern und einem anderen Vater aufwuchs und diesen auch für ihren richtigen Vater hält,  war für mich ganz schön überraschend. 
Es war aber ein Aspekt der mit gut gefallen hat und letztendlich scheint es mir so auch passender zu sein um die Aussage des Buches einzufangen.

Am meisten an der ganzen Geschichte hat mir Daniel gefallen, die Liebe die er für seine Tochter empfindet ist unglaublich stark und es gibt keinen Tag, an dem er nicht an sie denkt. An dem er nicht nach ihr ausschau hält, sich eine Begegnung mit ihr herbeisehnt und sie zugleich fürchtet.
Ich fand ihn unglaublich lieb und er hat mich komplett für sich eingenommen. 
Dann ist da natürlich noch seine Sicht die er auf die Welt wirft und wie er in jedem Buchstaben aber auch sonst in jedem Wort eine Farbe sehen kann, er ist ein besonderer Mensch und das kommt wirklich gut zur Geltung.
Er wirkt auf der einen Seite sehr kindlich und man bekommt das Gefühl diesen Mann in den Arm nehmen und beschützen zu wollen.
Er ist von seinem Elternhaus geprägt und man merkt wirklich, dass er immernoch darunter leidet und nicht abschließen kann.
Er wirkt alles im allem sehr verloren und unglücklich und man bekommt deutlich zu spüren, dass einzig und allein Alice und die Hoffnung darauf sie zu finden, der Grund ist weshalb er noch nicht aufgegeben hat.
Was mir immer ein bisschen unklar blieb, war sein Weg der auf die Straße führt, es wird deutlich ersichtlich, dass es ihm nie wirklich gelungen ist einen Fuß auf der Welt zu fassen, aber der genaue Weg auf die Straße blieb verborgen und das fand ich ein wenig schade.
Neben all der Sanftheit und auch Güte die Daniel in sich trägt, ist er auch ein sehr intelligenter Mensch, vor allem im philosophischen Sinne empfand ich seine Aussagen als sehr schön und hab mich gerne von seinen Worten treiben lassen.

Neben Daniel gibt es natürlich auch Alice und auch sie fand ich wirklich sehr sympathisch. Man merkt, dass auch sie ihre Schwierigkeiten hat im Leben, die auch aus ihrer Kindheit herrühren. Sie ist auf der ständigen Flucht, vor ihrer Familie, vor ihren Erinnerungen und auch vor ihren Befürchtungen. 
Alice kann nicht stillstehen, so durchreist die Welt und findet keinen Halt.
Wenn sie optisch auch ihrer Mutter gleicht wie ein Ei dem anderen, so scheint sie mir vom Wesen her Daniel sehr ähnlich zu sein. Ich fand es schön zu sehen, was die beiden alles gemein haben. Und dass die Verbindung besteht, obwohl sie sich noch nie begegnet sind. 

Den Aufbau des Buches fand ich sehr schön, die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Alice und Daniel erzählt. 
Jedes neue Kapitel wird mit einer Liste eingeleitet, die einer von den beiden erstellt, diese Listen bringen teilweise nur "nichtige" Details mit sich, die aber alles im allem das Bild was man von ihnen bekommt noch aussagekräftiger erscheinen lässt. Auf der anderen Seite erfährt man durch diese Liste vieles was sie in sich verbergen, von ihren Wünschen und Ängsten. Ich war immer voller freudiger Erwartung was die Listen betrifft. 

Das Ende des Buches hat mich ein bisschen im Zwiespalt versetzt, auf der einen Seite habe ich es für passend empfunden und es hat mir auch gut gefallen, auf der anderen Seite hätte ich mir doch ein anderes Ende gewünscht. Aber alles im allem denke ich, dass es das bessere Ende war, das vor allem auch mehr Aussagekraft besitzt, so dass ich mich gut damit begnügen kann. :)


Ein wunderbares Buch, dass sich mit Leichtigkeit lesen lässt und mit Tiefgang besticht. Einzigartig, voller Farben und Emotionen.
Absolute Leseempfehlung!

 Weitere Informationen:
  • Broschiert: 320 Seiten
  • Verlag: Knaur TB (3. März 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426514095
  • ISBN-13: 978-3426514092
 

Donnerstag, 13. März 2014

[Neuzugang] Bücher türmen sich. :)

Hallo meine Lieben,

ich weiß der letzte Neuzugang-Post ist noch nicht wirklich lange her, allerdings interessert es meine Bücher nicht sonderlich. Denn ja ich darf schon wieder eine gewisse Anzahl an Büchern mein nennen und das erfreut mich natürlich, auch wenn mein SuBadB (Stapel ungelesenser Bücher auf dem Bett) immer größer wird. ^.^


Ich und die Menschen von Matt Haig:
"In einer regnerischen Freitagnacht wird Andrew Martin, Professor für Mathematik in Cambridge, aufgegriffen, als er nackt eine Autobahn entlangwandert. Professor Martin ist nicht mehr er selbst. Ein Wesen mit überlegener Intelligenz und von einem weit entfernten Stern hat von ihm Besitz ergriffen. Dieser neue Andrew ist nicht begeistert von seiner neuen Existenz. Er hat eine denkbar negative Meinung von den Menschen. Jeder weiß schließlich, dass sie zu Egoismus, übermäßigem Ehrgeiz und Gewalttätigkeit neigen. Doch andererseits: Kann eine Lebensform, die Dinge wie Weißwein und Erdnussbutter erfunden hat, wirklich grundschlecht und böse sein? Und was sind das für seltsame Gefühle, die ihn überkommen, wenn er Debussy hört oder Isobel, der Frau des Professors, in die Augen blickt?"

Ai, klingt das nicht wahrlich wunderschön? Ich bin ja allein schon in Titel und Cover verliebt, aber der Inhalt verspricht dann doch noch mal so viel mehr und ich freue mich wahnsinnig auf dieses Buch. :>


Phantasmen von Kai Meyer: 
"Eines Tages tauchten sie aus dem Nichts auf - die Geister der Toten. Millionen auf der ganzen Welt, und stündlich werden es mehr. Sie stehen da, bewegungslos, leuchtend, ungefährlich.
An der Absturzstelle eines Flugzeugs, mitten in Europas einziger Wüste, warten zwei junge Frauen auf die Geister ihrer verunglückten Eltern. Rain hofft, die Begegnung wird ihrer jüngeren Schwester Emma helfen, Abschied zu nehmen. Auch Tyler, ein schweigsamer Norweger, ist auf seinem Motorrad nach Spanien gekommen, um ein letztes Mal seine große Liebe Flavie zu sehen.
Dann erscheinen die Geister.
Doch diesmal lächeln sie.
Und es ist ein böses Lächeln."


Auf dieses Buch bin ich doch sehr gespannt, zu mal ich zu meiner Schande wohl gestehen muss, dass es mein erster Kai Meyer sein wird. Allerdings ist das, das erste Buch was mich von ihm anspricht. :)


Wenn ihr uns findet von Emily Murdoch: 
"Klamotten, Partys, Jungs und Schule: Diese Welt ist Carey und ihrer kleinen Schwester Jenessa völlig fremd. Die Geräusche des Waldes, das beengte und doch so vertraute Zusammenleben im Wohnwagen und die oft tagelange Abwesenheit ihrer Mom - das ist der Alltag der Mädchen, die in einem Trailer tief versteckt inmitten eines Naturschutzgebietes leben. Als Careys und Jenessas Vater die Mädchen zu sich und seiner neuen Familie holt, finden die Tage im Wald ein jähes Ende. Zu jäh für die fünfzehnjährige Carey, die sich daran gewöhnt hat, sich und ihre Schwester durchzubringen und zu beschützen, koste es, was es wolle. Dass der Preis dafür mitunter sehr hoch war, begreift sie erst jetzt durch die liebevolle Anteilnahme ihres Vaters. Weil sie das Geheimnis, das auf ihrem Herzen lastet, nicht für immer verdrängen kann ..."  

Ehrlich gesagt finde ich, dass der Klappentext nicht allzu viel hergibt, allerdings scheint mehr dahinter zu stecken, denn ich hab schon viele begeisterte Stimmen dazu gehört und hoffe, dass ich mich am Ende zu ihnen zählen kann. :P


Wohin der Wind uns weht von Joao Ricardo Pedro: 
"Duarte wächst auf umgeben von fremden Erinnerungen. Jeder Weg, jedes Haus im Ort hat schon längst seinen Platz in der Familiengeschichte. Kein Blick, ohne Spuren zu erkennen – die seines Vaters, gebrochen zurückgekehrt nach einem einzigen Abenteuer, die seines Großvaters, beseelt von dem einfachen Glück auf dem Land. Allein am Klavier kommt Duarte zu sich selbst und einer Geschichte. Doch nach und nach entpuppt sich die Verheißung der Musik als Gefahr, und Duarte droht zu verlieren, was ihm lieb ist. Erst als er die vergilbten Briefe seines Großvaters entdeckt, scheint sich eine letzte Chance zu bieten – auf Läuterung und ein still leuchtendes Lebensglück."  

Auch wenn es recht schlicht daher kommt, sagt mir mein Gefühl, dass dieses Buch begeistern kann und wird.  


Das Hochzeitsversprechen von Sophie Kinsella: 
"Nach der jüngsten Enttäuschung hat Lottie endgültig die Nase voll von bindungsunfähigen Männern. Als sich da plötzlich Ben meldet, eine alte Flamme von ihr, geht alles ganz schnell. Denn Ben erinnert Lottie an einen vor Jahren geschlossenen Pakt, wonach die beiden einander heiraten wollten, sollten sie mit dreißig noch single sein. Lottie zögert nicht lange und marschiert kurzentschlossen mit Ben zum Altar. Von dort geht es geradewegs in die Flitterwochen auf Ikonos, jene griechische Insel, auf der sie sich einst kennengelernt hatten. Freunde und Familien der beiden sind entsetzt. Und schließlich machen sich Lotties Schwester Fliss und Bens Freund Lorcan auf nach Ikonos, um Honeymoon und Hochzeitsnacht nach Kräften zu sabotieren ..."

Manchmal darf es auch ein Frauenroman sein, vor allem dann wenn Sophie Kinsella einen Bestseller nach den anderen liefert und man selbst immer nur an ihr vorbei gelaufen ist.^^ 
Bin tatsächlich gespannt darauf wir es mir gefallen wird. :)
 

[Rezension] Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat

von Gavin Extence
"Alex Woods ist zehn Jahre alt, und er weiß, dass er nicht den konventionellsten Start ins Leben hatte. Er weiß auch, dass man sich mit einer hellseherisch begabten Mutter bei den Mitschülern nicht beliebt macht. Und Alex weiß, dass die unwahrscheinlichsten Ereignisse eintreten können - er trägt Narben, die das beweisen.

Was Alex noch nicht weiß, ist, dass er in dem übellaunigen und zurückgezogen lebenden Mr. Peterson einen ungleichen Freund finden wird. Einen Freund, der ihm sagt, dass man nur ein einziges Leben hat und dass man immer die bestmöglichen Entscheidungen treffen sollte.

Darum ist Alex, als er sieben Jahre später mit 113 Gramm Marihuana und einer Urne voller Asche an der Grenze in Dover gestoppt wird, einigermaßen sicher, dass er das Richtige getan hat ..."


Alex Woods könnte ein ganz normaler Junge sein, wäre da nicht seine Mutter die eine eher unkonventionelle Berufung nachgeht und der Meteorit der ihm im Alter von 10 Jahren auf den Kopf gefallen ist.
Auf folge dessen leidet er unter Epilepsie die ihn eine ganze Zeit daran hinderten weiter zur Schule gehen zu können, doch die braucht Alex auch nicht unbedingt, wenn es nach ihm geht, viel lieber liest er sich selbst in alle möglichen Themen ein und vor allem Physik und die Neurobiologie interessieren ihn sehr.
Doch der Tag kommt und er kehrt zurück in die Schule, Anschluss finden wird er dort nicht, stattdessen stürzen sich die Alphatiere seiner Klasse auf ihn und beginnen ihn zu schikanieren, doch dieser Umstand führt ihn direkt in die Arme von Mr. Peterson.
Mr. Peterson lebt nach dem Tod seiner Frau sehr zurückgezogen und ist anfänglich gar nicht allzu sehr über die neue Gesellschaft erfreut, doch nach und nach wächst Alex ihm ans Herz und Alex der ohne Vater aufgewachsen ist ergeht es ebenso.
So entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft und eine berührende Reise die das einzig Richtige zu sein scheint..


Das Cover finde ich toll, ich mag die Einfachheit die es ausstrahlt, es wirkt ruhig und dennoch hat es mir das Gefühl verliehen, dass es etwas besonderes birgt. :)


Schon bevor ich das Buch selbst in die Hand genommen habe, habe ich viele tolle Rezensionen zu diesem Buch gelesen, die alle von schierer Begeisterung zu diesem Buch waren, so dass ich mit einer sehr hohen Erwartungshaltung an das Buch heran gegangen bin.

Ich fand den Klappentext an sich nicht so aufschlussreich was die eigentliche Handlung des Buches betrifft, was natürlich schön ist weil man sich so einfach vollkommen überraschen lassen kann.
Irgendwie hat mir das Buch etwas gegeben was ich nicht so erwartet hätte auch wenn ich mir allein zur Handlung selbst nichts ausgemalt hatte, aber ich war persönlich selbst sehr erfreut über die Thematik die das Buch letztendlich angenommen hat, denn darin zeigt sich irgendwie auch die ganze Besonderheit des Buches.
Ich möchte gar nicht näher drauf eingehen was genau ich hier anspreche weil es irgendwie zu viel vorweg nehmen möchte, aber das Buch setzt den eigenen Kopf in Gang und bringt dem Leser dazu über wichtige Themen nachzudenken.
Für mich persönlich war das nicht das erste mal, dass ich dieser Thematik begegnet bin in einem Roman, so dass meine Gedanken dazu eigentlich relativ klar waren, allerdings mindert es nicht die Einzigartigkeit dieses Buches, denn diese besteht natürlich noch aus mehreren Aspekten.

Vor allem Alex ist da einfach das tragende Glied, er ist wirklich ein sonderbarer Junge, nicht nur durch die Umstände in seinem Leben die ihn irgendwie anders erscheinen lassen, nein es ist vor allem seine Sicht auf die Welt.
Das Buch fängt an und Alex, zu diesem Zeitpunkt 17, wird von der Polizei an der Grenze zu England aufgehalten, er kehrt zurück von einer wichtigen Reise und wird mit Drogen erwischt.
Ein einfaches erklären der Lage scheint für Alex nicht möglich zu sein, denn bei seiner Befragung holt er erst einmal weit aus und geht zurück in die Vergangenheit und erzählt von seinem 10-jährigen Ich.

So lernt man Alex über mehrere Jahre kennen, sieht seine Entwicklung und verfolgt letztendlich die Geschichte zwischen ihm und Mr. Peterson von Anfang an mit. 
Teilweise fand ich manche Ereignisse nicht wirklich notwendig, gerade die Sache mit den Meteoriten, auch wenn das quasi auch dazu führte, dass er und Mr. Peterson aufeinander trafen. Was ich aber meine ist, dass eine so große Sache mit ihm dort geschehen hat, eine Sache die nur in kleinster Wahrscheinlichkeit überhaupt geschehen kann und dann hat es für die eigentliche Handlung gar keine allzu große Bedeutung. Auch wenn das natürlich irgendwie alles mit in seine Entwicklung hineinfließt und es in ihm andere Interessen hervorweckt ect. 
Dennoch fand ich es leicht konfus, dass eine Geschichte die gerade am Anfang so viel Raum einnimmt und natürlich auch besonders einzigartig ist, dann gar nicht so viel mit dem eigentlichen Buch zu tun hat. 
Das soll letztendlich gar kein negativ Punkt sein, denn letztendlich hatte ich mich nur darüber gewundert gehabt und fand es dann merkwürdig, dass darum so ein großes Aufheben gemacht wurde, aber auf der anderen Seite passt es einfach zu Alex und deswegen ist es so wahrscheinlich auch genau richtig. 
Denn irgendwo ist Alex auch bekannt dafür eine kleine Labertasche zu sein, der sich in seinen Erzählungen verliert und damit auch mal nerven kann. ;)

Alex ist sehr intelligent und vor allem auch sehr wissbegierig auch wenn er dadurch teilweise arrogant erscheinen kann.
Aber das macht eben auch dieses Buch aus, dass auch obwohl er sehr klug ist und ein Buch nach dem anderen verschlingt, gerade auch im Sach- und  Fachbereich gibt es für ihn auf der menschlichen Ebene noch viel zu lernen und viel zu verstehen. Und das ist auch so ein Prozess den Alex durchläuft, nicht nur sich selbst zu akzeptieren sondern auch zu akzeptieren, dass nicht jeder so ist und so sein sollte wie er und dass daran auch nichts schlimmes ist. 

Für diesen Prozess den er durchläuft braucht er einige wichtige Personen, Alex gibt sich überwiegend mit Erwachsenen ab da wäre nicht nur seine Mutter, die mit ihrer spirituellen Art einen gewissen Charme mit sich bringt, sondern auch Dr. Weir eine Astrophysikerin die sich seinem Meteoriten angenommen hatte nach dem er ihm auf dem Kopf gefallen war.
Die beiden stehen im sporadischen Kontakt über die Jahre hinweg und auch von ihr lernt er nicht nur auf der physikalischen Ebene viel. ;)
Auch sein Neurologe Dr. Enderby ist ein Gesprächspartner der in vielen Angelegenheiten wichtig für ihn ist und er ihm auch viel Verständnis für andere Situationen zeigt und ihm auch gerne mal die Realität vor Augen führt wenn er selbst sich vor ihr versteckt.

Die wichtigste Person ist dann wohl aber doch Mr. Peterson, die Freundschaft der beiden ist wohl an sich nicht so besonders auch wenn es nicht gewöhnlich ist, dass ein älterer Mann einen Jungen zum Freund nimmt. 
Irgendwie hat man so ähnliches ja schon mal gesehen, vor allem auch mit dem Schema, dass der Mann ein zurückgezogener und einsamer Kerl ist der den Verlust einer geliebten Frau nicht verkraften konnte und sich durch all diese Umstände recht mürrisch verhalten kann.

Dennoch entwickelt diese Freundschaft sich zu einer ganz besonderen, in der sich die ganze Stärke zeigt die sie mit sich bringt. Und auch die Wichtigkeit einer Freundschaft zur Tage kommt und sie auf den Punkt bringt.


Ein Buch das mich überrascht und berührt hat und mit Charakteren geschmückt ist, die durch Einzigartigkeit hervorstechen. Ein Buch das besonders ist und durchgehend begeistert.
Absolute Lesepflicht!
 Weitere Informationen: 
  • Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
  • Verlag: Limes Verlag (3. März 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3809026336
  • ISBN-13: 978-3809026334

Dienstag, 11. März 2014

[Rezension] Sommernachtsfrauen

von Keith Donohue
"Jack erwacht in einer Juninacht und wundert sich, wie ihm geschieht. Wenn er doch nur wüsste, wie er sich den Kopf blutig gestoßen hat. Doch kommt er kaum zum Nachdenken, denn in einem großen Wirbel tauchen nacheinander acht faszinierende Frauen auf, die Jack für ihr Schicksal verantwortlich machen wollen: sei es die junge Ureinwohnerin, die einen Mann heiratet, der sich in einen Bären verwandeln kann, sei es die Frau aus Salem, die für eine Hexe gehalten wurde. Mythologie, Geschichte und Fantasy sind in diesem phantastischen Roman zu einer großen Reise durch die Zeiten verknüpft ."

Die Uhr schlägt 4:52 als Jack in seinem Badezimmer fällt und sich den Kopf anschlägt. 
Als er wieder zu sich kommt erblickt er einen älteren Mann den er als seinen verstorbenen Vater identifiziert.
Leicht verwirrt über diese Tatsache hält er sich in einem Traum gefangen, als er dann noch 8 Frauen in seinem Schlafzimmer wahrnimmt wird ihm klar, dass ihm eine turbulente Nacht bevorsteht.
Eine Frau nach der anderen gesellt sich zu den beiden Männern ins Badezimmer und jedes mal wird Jack mit einem versuchten Mordanschlag begrüßt. 
Ein Glück ist der ältere Mann da und verhindert dies, ehe er mit beruhigenden Worten auf die Frauen einspricht die dann eine nach der anderen ihre Geschichte erzählt..


Die Gestaltung des Buches gefällt mir unglaublich gut, zu mal es für mich auch irgendwie das Wesen des Buches einfängt, wenn ich es mal so ausdrücken darf. :)


Ich war wahrlich gespannt auf dieses Buch und habe mir wirklich viel davon versprochen, auch wenn ich doch ein bisschen skeptisch war ob ein Buch mit mehreren kleineren Geschichten in einer großen Geschichte funktionieren wird.

Tatsächlich habe ich mir da aber umsonst Gedanken drum gemacht, denn ich fand die Idee wirklich wahnsinnig originell und das ganze Buch hat so für mich eine Besonderheit bekommen, die mich wirklich gefangen hat. 

Natürlich gab es unter den Geschichten die ein oder andere die mein Interesse weniger für sich gewinnen konnte als die anderen, dennoch war auch hier für mich jede Besorgnis unbegründet, da die einzelnen Schicksale der Frauen für mich einfach wundervolle Abenteuer waren.
Die nicht nur unterhaltsam waren sondern vor allem aufzeigten wie schwierig es als Frau in den verschiedenen Epochen der Menschheit war und mich demnach auch einfach berührt haben.

Alle Frauen hatten sie eines gemein, ein Mann in ihren Leben das ihr Leben aus der Bann geworfen hat.
Ihre Ankunft in Jacks Badezimmer stellt dann eine Art Abbrechnung da, denn sie geben ihm die Schuld an dem Übel das ihnen im Leben wiederfahren ist.
Dennoch ist ihre Feindseligkeit eher amüsant und auch nicht wirklich ernst zu nehmen, auch wenn ein Mordversuch den sie ja alle versuchen doch sehr brutal klingen mag.
Letztendlich sind sie aber nicht da um sich zu rächen und das ist es was für Jack so aufregend ist,d enn für ihn ist das ein Prozess des Erkennens.

Was die einzelnen Geschichten der Damen ebenfalls ausgemacht haben, war die Mystik die sie beinhalteten. Sie sind nicht durch und durch realistisch, es geschehen Dinge die sich nicht unbedingt erklären lassen, die aber zu den damaligen Zeiten und deren Sagen, Mythen ect. passen.

Ganz besonders hat mir die Geschichte zu Anfang begeistern können, da gehts um eine Indianerin, die sich der Einfachheits wegen Dolly nennt, ihre Geschichte war von allen so die abstrakteste und in der geht es um sie und ihren Mann der die Fähigkeit besitzt sich in einen Bären zu verwandeln und das ist für sein Stamm ganz üblich, denn in der Regel leben sie ihr Leben auch als Bär.
Das war für mich eine sehr märchenhafte Geschichte, kein Märchen das alles nur schön redet sondern durchaus irgendwie brutal, aber ohne, dass es direkt so dargestellt wurde. ;)

Ebenso toll fand ich auch die Geschichte von Marie, die in Zeiten der Sklaverei lebt und natürlich schwarz ist. Auch wenn es hier unnatürliche Elemente gab, war sie doch dennoch realistisch, aber einfach für mich sehr interessant, da ich die Zeit um die Sklaverei generell mag. Auch wenn es eine sehr heftige und unmenschliche Zeit war.

Ich fand insgesamt die Vielfalt an Epochen sehr schön, da ist einfach für jeden Geschmack was bei uns die Erzählweise ist einfach sehr besonders.

Auf das Ende vom Buch war ich letztendlich wirklich sehr gespannt, auch wenn ich mir diesbezüglich natürlich meine Vorstellungen gemacht hatte und wie soll ich sagen, letztendlich konnte ich das ganze dann doch ganz gut voraus sehen, was ich allerdings nicht schlimm fand, da ich das als das perfekte Ende empfunden habe. :)


Ein wirklich ungewöhnliches Buch, das mich auch nachhaltig begeistern konnte und mich rundum mit seiner originellen Art beflügelt hat. Für mich ein ganz besonderes Buch. :)
Absolute Lesepflicht!
Weitere Informationen: 
  • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
  • Verlag: C. Bertelsmann Verlag (30. September 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570011283
  • ISBN-13: 978-3570011287