Dienstag, 11. März 2014

[Rezension] Sommernachtsfrauen

von Keith Donohue
"Jack erwacht in einer Juninacht und wundert sich, wie ihm geschieht. Wenn er doch nur wüsste, wie er sich den Kopf blutig gestoßen hat. Doch kommt er kaum zum Nachdenken, denn in einem großen Wirbel tauchen nacheinander acht faszinierende Frauen auf, die Jack für ihr Schicksal verantwortlich machen wollen: sei es die junge Ureinwohnerin, die einen Mann heiratet, der sich in einen Bären verwandeln kann, sei es die Frau aus Salem, die für eine Hexe gehalten wurde. Mythologie, Geschichte und Fantasy sind in diesem phantastischen Roman zu einer großen Reise durch die Zeiten verknüpft ."

Die Uhr schlägt 4:52 als Jack in seinem Badezimmer fällt und sich den Kopf anschlägt. 
Als er wieder zu sich kommt erblickt er einen älteren Mann den er als seinen verstorbenen Vater identifiziert.
Leicht verwirrt über diese Tatsache hält er sich in einem Traum gefangen, als er dann noch 8 Frauen in seinem Schlafzimmer wahrnimmt wird ihm klar, dass ihm eine turbulente Nacht bevorsteht.
Eine Frau nach der anderen gesellt sich zu den beiden Männern ins Badezimmer und jedes mal wird Jack mit einem versuchten Mordanschlag begrüßt. 
Ein Glück ist der ältere Mann da und verhindert dies, ehe er mit beruhigenden Worten auf die Frauen einspricht die dann eine nach der anderen ihre Geschichte erzählt..


Die Gestaltung des Buches gefällt mir unglaublich gut, zu mal es für mich auch irgendwie das Wesen des Buches einfängt, wenn ich es mal so ausdrücken darf. :)


Ich war wahrlich gespannt auf dieses Buch und habe mir wirklich viel davon versprochen, auch wenn ich doch ein bisschen skeptisch war ob ein Buch mit mehreren kleineren Geschichten in einer großen Geschichte funktionieren wird.

Tatsächlich habe ich mir da aber umsonst Gedanken drum gemacht, denn ich fand die Idee wirklich wahnsinnig originell und das ganze Buch hat so für mich eine Besonderheit bekommen, die mich wirklich gefangen hat. 

Natürlich gab es unter den Geschichten die ein oder andere die mein Interesse weniger für sich gewinnen konnte als die anderen, dennoch war auch hier für mich jede Besorgnis unbegründet, da die einzelnen Schicksale der Frauen für mich einfach wundervolle Abenteuer waren.
Die nicht nur unterhaltsam waren sondern vor allem aufzeigten wie schwierig es als Frau in den verschiedenen Epochen der Menschheit war und mich demnach auch einfach berührt haben.

Alle Frauen hatten sie eines gemein, ein Mann in ihren Leben das ihr Leben aus der Bann geworfen hat.
Ihre Ankunft in Jacks Badezimmer stellt dann eine Art Abbrechnung da, denn sie geben ihm die Schuld an dem Übel das ihnen im Leben wiederfahren ist.
Dennoch ist ihre Feindseligkeit eher amüsant und auch nicht wirklich ernst zu nehmen, auch wenn ein Mordversuch den sie ja alle versuchen doch sehr brutal klingen mag.
Letztendlich sind sie aber nicht da um sich zu rächen und das ist es was für Jack so aufregend ist,d enn für ihn ist das ein Prozess des Erkennens.

Was die einzelnen Geschichten der Damen ebenfalls ausgemacht haben, war die Mystik die sie beinhalteten. Sie sind nicht durch und durch realistisch, es geschehen Dinge die sich nicht unbedingt erklären lassen, die aber zu den damaligen Zeiten und deren Sagen, Mythen ect. passen.

Ganz besonders hat mir die Geschichte zu Anfang begeistern können, da gehts um eine Indianerin, die sich der Einfachheits wegen Dolly nennt, ihre Geschichte war von allen so die abstrakteste und in der geht es um sie und ihren Mann der die Fähigkeit besitzt sich in einen Bären zu verwandeln und das ist für sein Stamm ganz üblich, denn in der Regel leben sie ihr Leben auch als Bär.
Das war für mich eine sehr märchenhafte Geschichte, kein Märchen das alles nur schön redet sondern durchaus irgendwie brutal, aber ohne, dass es direkt so dargestellt wurde. ;)

Ebenso toll fand ich auch die Geschichte von Marie, die in Zeiten der Sklaverei lebt und natürlich schwarz ist. Auch wenn es hier unnatürliche Elemente gab, war sie doch dennoch realistisch, aber einfach für mich sehr interessant, da ich die Zeit um die Sklaverei generell mag. Auch wenn es eine sehr heftige und unmenschliche Zeit war.

Ich fand insgesamt die Vielfalt an Epochen sehr schön, da ist einfach für jeden Geschmack was bei uns die Erzählweise ist einfach sehr besonders.

Auf das Ende vom Buch war ich letztendlich wirklich sehr gespannt, auch wenn ich mir diesbezüglich natürlich meine Vorstellungen gemacht hatte und wie soll ich sagen, letztendlich konnte ich das ganze dann doch ganz gut voraus sehen, was ich allerdings nicht schlimm fand, da ich das als das perfekte Ende empfunden habe. :)


Ein wirklich ungewöhnliches Buch, das mich auch nachhaltig begeistern konnte und mich rundum mit seiner originellen Art beflügelt hat. Für mich ein ganz besonderes Buch. :)
Absolute Lesepflicht!
Weitere Informationen: 
  • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
  • Verlag: C. Bertelsmann Verlag (30. September 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570011283
  • ISBN-13: 978-3570011287


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