Donnerstag, 1. Mai 2014

[Rezension] So finster, so kalt

von Diana Menschig
"Als Merle Hänssler nach dem Tod ihrer Großmutter in deren einsam gelegenes Haus im Schwarzwald zurückkehrt, findet sie im Nachlass ein altes Dokument. Darin berichtet ein gewisser Johannes, der Ende des 15. Jahrhunderts im Haus lebte, über merkwürdige Geschehnisse rund um seine Schwester Margareta. Merle tut diese Geschichte zunächst als Aberglaube ab. Doch dann ereignen sich während ihres Aufenthaltes immer mehr unerklärliche Dinge: Kinder verschwinden, tauchen unversehrt auf und verschwinden wieder. Auch das alte Haus selbst scheint ein seltsames Eigenleben zu entwickeln. Langsam, aber sicher beginnt Merle sich zu fragen, ob an Johannes' Erzählung mehr dran ist, als sie wahrhaben wollte." 


Traurige Umstände führen Merle zurück in ihr altes Heimatdorf, ihre Oma ist verstorben. In ihrem Haus findest sie Unterlagen die ihr Hans Geschichte erzählen.
Hans der aus dem 15. Jahrhundert stammte und zusammen mit seiner Schwester Greta in einem kleinen Häuschen im Wald lebte, seine Schwester Greta schien besessen und so ereignen sich unnatürliche Ereignisse.
Merles Oma schien sehr begeistert von der Geschichte und vermutete dahinter die wahre Geschichte von Hänsel und Gretel, doch nicht nur das, sie glaubte auch, dass Hans einer ihrer Vorfahren war.
Merle die an der Echtheit zweifelt, verspürt dennoch eine große Neugierde.
Als dann auch noch Kinder aus dem Dorf auf mysteriöser Weise verschwinden, vermischen sich Märchen und Realität miteinander und Merle muss sich ihrer eigenen Familiengeschichte stellen..


Ich glaube ein passenderes Cover hätte es nicht für dieses Buch geben können, es fängt das märchenhafte ein und vermittelt sogleich, dass es sich hier mehr um ein Schauermärchen handelt. :D


Ich gestehe, dass ich von Anfang an ein wenig skeptisch dem Buch gegenüber stand.
Die Idee der Geschichte fand ich wahnsinnig interessant, hatte aber gleichzeitig den Gedanken im Hinterkopf, dass eine wirklich gute Umsetzung der Idee eher schwierig sein wird.

Vorab kann ich sagen, dass meine Bedenken nicht unbegründet waren, für mich fehlte hier doch so einiges um sagen zu können, das Potenzial wurde genutzt. Dennoch konnte das Buch ebenso positive Aspekte vorweisen, so dass meine Ängste auch nicht komplett erfüllt wurden. ;)

Am meisten störte mich in diesem Buch tatsächlich der Schreibstil. Er war irgendwie komplett unpassend, er war einfach und ließ sich flüssig lesen, aber dem ganzen fehlte seine Besonderheit.
Bei einem Buch wie diesem allerdings wünsche ich mir nicht nur eine märchenhafte und verschnörkelte Sprache sondern erwarte sie auch.
Nicht nur weil es einfach schöner zum lesen ist, sondern auch weil die Sprache doch viel zur Atmosphäre beitragen kann.
In diesem Fall würde ich sogar behaupten, dass das Buch durch den mäßigen Schreibstil an Atmosphäre hat einbüßen müssen.
Hier hätte man einfach mehr herausholen können und viel von der Märchenhaftigkeit transportieren können, so fehlte sie hier einfach viel zu oft für meinen Geschmack.

Ebenfalls störte es mich, dass ich u weilen das Gefühlt hatte, dass die Autorin die Geschichte zu sehr mit Nichtigkeiten aufhält.
Das tat der Spannung des Buches doch einen recht großen Abbruch, einfach weil sie schnell wieder abflachte sobald sie anfing sich aufzubauen.

Als positiv hingegen empfand ich die Erzählstruktur, so liest sich das Buch nicht nur aus Merles Sicht auch in die gefundenen Dokumente erhält man tiefen Einblick und man kann sie quasi ebenso lesen wie Merle es tat.
Dadurch erfuhr man auch Hans Geschichte sehr detailliert und ich gebe gerne zu, dass gerade die meine liebsten Stellen im Buch war.

Ebenfalls positiv fand ich den Umgang mit den Märchen, es ist keine wirkliche Märchen Adaption, das Märchen wird nicht neu erzählt und man bedient sich hier auch nicht nur an einem Märchen, sondern viel mehr lässt einem das Buch denken, dass alle Märchen irgendwie real sein könnten.
Außerdem gewinnen die Charaktere anhand der Märchen viele Informationen über den Umgang mit dem Bösen und bedienen sich dort an Hilfsmitteln.

Das vermischen von Realität und Märchen fand ich hier einfach gut gelungen und hat mir gerade gegen Ende unglaublich viel Spaß bereitet.

Ein weiteres Manko allerdings waren dann auch die Charaktere, die bleiben doch eher flach und sind zu sehr in einem Stereo-Typ gefangen. 
Ein bisschen Individualität hätte ich mir für sie durchaus gewünscht, ebenfalls empfand ich die persönlichen Konflikte hier im Buch eher als nervig. Es sollte zum Beispiel Misstrauen zu einer bestimmten Person geweckt werden, die gelingt aber leider nur mäßig.


Alles im allem bin ich mir darüber bewusst, dass es sicherlich nicht leicht war dieses Buch zu schreiben, für mich wurde allerdings nur wenig von dem gebotenen Potenzial genutzt.
Nicht ganz überzeugend.

 Weitere informationen:  
  • Taschenbuch: 384 Seiten
  • Verlag: Knaur TB (1. April 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426514931
  • ISBN-13: 978-3426514931

1 Kommentar:

  1. Ich war von dem Buch leider auch ein wenig enttäuscht. Wie dir auch hat mir der Schreibstil nicht gefallen, die Charaktere waren irgendwie langweilig und ständig sollen Erwartungen und Vermutungen im Leser geweckt werden, die dann doch ins Nichts führen (wie bei Jakob).

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