Donnerstag, 28. August 2014

[Rezension] Steelheart

von Brandon Sanderson
"Als David sechs ist, zerstört eine gewaltige Explosion die Welt, die er kannte. Einige der Überlebenden erlangen Superkräfte, die sie dazu nutzen, sich die übrigen untertan zu machen. Als David acht ist, muss er miterleben, wie einer dieser Superhelden, ein gewisser Steelheart, seinen Vater ermordet. Von da an kennt David nur ein Ziel: herauszufinden, warum sein Vater sterben musste. Und ihn zu rächen. Er schließt sich einer Untergrundbewegung an, die die Herrschaft der scheinbar unbesiegbaren Superhelden bekämpft. David ahnt, dass sogar der mächtige Steelheart eine Schwachstelle hat. Er muss sie nur entdecken. Doch das bunt zusammengewürfelte Grüppchen der Widerstandskämpfer muss sich erst zusammenraufen. Und nicht jeder billigt Davids Plan, Jagd auf Steelheart zu machen …" 


Ein Besuch in der Bank wird für David zum wohl einprägsamsten Tag seines Lebens. Nicht nur verliert er seinen Vater, er muss auch lernen, dass sein Vater unrecht hatte und es wohl nie einen guten Epic geben wird.
An diesem Tag reißt Steelheart, der Mörder seines Vaters, alle Macht an sich, er gilt als unverwundbar und jeder der sich mit ihm anlegt hat schon verloren. Doch David hat gesehen wie er verwundet wurde, nur was genau ihn verwundbar macht weiß er nicht.
Jahre später hat sich an diesem Zustand nichts geändert, Steelhearts Macht ist nur noch größer geworden. 
David hingegen sinnt es nach Rache, doch er weiß, dass er alleine niemals gegen Steelheart ankommen wird. Er versucht Mitglied der Rächer zu werden, eine Gruppe aus dem Untergrund die es sich zur Aufgabe gemacht haben Epics zu töten. 
Während sie selbst sich nur an kleinere Epics heranwagen, bringt David eine Veränderung des Denkens in die Gruppe und die Rächer sind bereit ihm zu helfen...


Das Cover zeigt genau das was das Buch ausmacht, Zerstörung und jede menge Action - passt. Zudem finde ich das Cover sehr ansprechend, es ist gut gemacht und springt sofort ins Auge. :)


So ganz sicher war ich Anfangs nicht ob dieses Buch was für mich sei, die Geschichte machte mich allerdings sehr neugierig, so ließ ich es auf einen Versuch ankommen. ;)

Umso erfreuter war ich als ich merkte, dass ich schnell von der Geschichte eingenommen wurde und vor allem auch eine große Faszination entwickelte für die Gestaltung der Welt, der Epics und den Charakteren.
Mir hat die Idee, dass alle Menschen mit Superkräften (Epics) böse sind und es eigentlich niemanden gibt der sich für das gute einsetzt. Entweder sie halten sich zurück um sich selbst zu schützen oder sie sind auf so viel Macht aus wie sie nur kriegen können. Von Superhelden ist hier also keine Spur, aber dafür gibt es dann ja David. ;)
Mit dieser Idee selbst konnte man gut spielen und das gelingt dem Autor auch, die Gestaltung der Epics fand ich sehr gelungen. Es gibt verschiedene Typen an Fähigkeiten, doch auch wenn man sie danach zumindest ein bisschen sortieren kann, so ist kein Epic gleich und die Fähigkeiten und Schwächen gleichen sich nie. Trotz, dass man den Epics selbst nie sonderlich nahe kommt und nur von David selbst Informationen bekommt, erhält man ein wirklich gutes Bild von den Epics und sie werden wirklich lebendig für den Leser. 
Im Grunde konnte ich viele der Epics auch gut leiden, einfach weil sie einzigartig und ziemlich cool waren. Außerdem hat der Autor hier einfach jede menge Kreativität bewiesen, die vor allem auch sehr gut durchdacht ist.

Die Geschichte selbst ist sehr actionlastig, was hier natürlich auch nicht anders sein sollte und obwohl ich eigentlich nicht so der Action Fan bin, hat es mich hier nicht gestört. Das Tempo in dem man vorran getrieben wird hat mich begeistert und das ein spannendes Ereignis nach einander folgte, hat mir gut gefallen.
Dennoch gibt es hier einen winzigen Minuspunkt, trotz der ganzen Spannung, gab es für mich auch immer mal wieder Stellen in denen das Buch zu langatmig wurde. Eventuell war es einfach zu viel Spannung auf einmal, so dass der Fall einfach stark war, nach dem in die Geschichte ein wenig Entspannung eintrat. Nur eine Vermutung und glücklicherweise waren es in der Regel auch nur kurze Phasen in denen ich mich ein bisschen "durchkämpfen" musste.

Die Charaktere des Buches sind hier wirklich einzigartig und toll ausgearbeitet, die Rächer sind eine sehr ulkige Gruppe, jeder von ihnen hat seine Macken und sie versuchen viele ernsten Situationen mit Humor erträglicher zu machen und auch wenn sie häufig recht kühl und hart wirken, sind sie absolut herzlich und stehen für einander ein wenn es sein muss. Ich konnte sie alle schnell ins Herz schließen und die Vielfalt an Eigenschaften war wirklich hervorragend.

David selbst kam auch unglaublich gut zur Geltung, er ist nicht ganz der typische Held. Er ist ein kluger und ideenreicher Junge, der den Mut und Ehrgeiz besitzt sein Vorhaben durchzuziehen - sehr Heldenreich. Aber dann ist er auch wieder der etwas verplante Typ, der nicht alle Punkte mit in seine Überlegungen mit einbeszieht und gerne mal ins Fettnäpfchen tritt in dem er eine merkwürdige Metapher nach der anderen raushaut, die mag er an sich nämlich sehr gern, nur fallen ihm da nicht so die passenden ein. Die bringen eine Spur Humor mit hinein und lassen ihn teilweise ein bisschen unsicher wirken, für mich wurde David wahnsinnig echt.

Insbesondere hat mir bei diesem Buch aber auch das Ende gefallen, es ist in sich abgeschlossen zeigt aber auch deutlich, dass es weitergehen wird. Viele zusätzliche Informationen kommen auf, die alles stimmig machen und wirklich alles schlüssig wird und auch so hat mich das Ende irgendwie berühren können und hat mich glücklich zurückgelassen. :)


Ein Buch das wirklich alles beachtet, es ist schlüssig und wirklich klug umgesetzt und hat Charaktere die ans Herz gehen, da stören auch die etwas langgezogenen Stellen nicht. :)
Absolute Lesepflicht!
Weitere Informationen: 
  • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (9. Juni 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453268997
  • ISBN-13: 978-3453268999

Dienstag, 26. August 2014

[Rezension] Atemnot

von Ilsa J. Bick
"Es gibt Geschichten, in denen das Mädchen seinen Prinzen findet, und sie lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende. So eine Geschichte ist das hier nicht. Jenna Lords Leben verlief bisher nicht gerade wie im Märchen. Ihr Vater ist ein kontrollbesessener Neurotiker und ihre Mutter Alkoholikerin. Früher war ihr älterer Bruder ihr einziger Halt, doch jetzt ist er im Irak stationiert. Und vor einigen Jahren wäre Jenna beinah bei einem Hausbrand ums Leben gekommen. Es gibt Geschichten, in denen das Monster das Mädchen umbringt und alle um das unschuldige Opfer trauern. So eine Geschichte ist das hier auch nicht. Mitch Anderson hat viele Qualitäten: Er ist ein engagierter Lehrer und Lauftrainer. Ein liebevoller Ehemann. Ein Mann mit einer ziemlichen ... Anziehungskraft. Und dann gibt es noch die Geschichten, bei denen man schwer sagen kann, wer der Prinz und wer das Monster ist, wer das Opfer und wer es verdient, bis an sein Lebensende glücklich und zufrieden zu leben. Diese Geschichten sind die besten." 


Nach einer schwierigen Phase in ihrem Leben und einem Aufenthalt in der Psychiatrie, wird es Zeit für Jenna wieder ins wahre Leben zurück zu kehren.
Als Neuanfang hat sie die Schule gewechselt, gleich am ersten Tag begegnet sie Mr. Anderson und sofort merkt sie einen Zauber der die beiden umgibt. 
Während Jenna einen sonst recht schwierigen Start hat, ist Mr. Anderson wahrlich bemüht sie zu integrieren und ihr das Gefühl zu geben, dass sie nicht alleine ist.
Dabei kommen die beiden sich immer näher und Jenna kann all die schrecklichen Geheimnisse um sich herum immer weniger vor ihm verbergen, doch sie ist nicht die einzige mit Geheimnissen.. 


Wirklich gut gefällt mir das Cover nicht, zur Geschichte passt es, aber es sticht halt nicht wirklich hervor. Ich hab das Gefühl, dass es sowas schon in Massen gab, von daher finde ich es recht langweilig.


Nach dem Klappentext war ich unglaublich gespannt darauf was mich hier erwarten wird. Da der Klappentext selbst nicht wirklich viel über die Geschichte aussagt und er mehr erzählt, was man in diesem Buch nicht unbedingt erwarten sollte, war ich ganz unvoreingenommen und ließ mich von dem Geschehen treiben. :)

Leider musste ich dann schnell feststellen, dass die Geschichte selbst nicht ganz nach meinem Geschmack war. Einige Wendungen haben mir nicht gefallen, gerade auch in Bezug auf das Ende, das ich an dieser Stelle nicht näher erläutern werden, das würde zu viel verraten.
Das hat mich doch recht schnell enttäuscht, desweiteren hat es mich gestört, dass dieses Buch unglaublich viele Fragen aufwirft und der Leser dadurch natürlich auch vorangetrieben wird, das wäre positiv wenn man am Ende dann eine zufriedenstellende Antwort auf alle Fragen bekommen würde. Leider hatte ich hier überhaupt nicht das Gefühl, dass alles klar ist. 
Für mich waren gerade auch wichtige Aspekte des Buches zu ungenau durchgearbeitet, was vor allem daran lag, dass die Autorin sich nicht auf 1-3 Probleme bezieht und diese behandelt sondern gleich eine ganze Liste von psychischen Problemen und traumatischen Erlebnissen mit einbezieht, von Alkoholismus zu SVV bis hinzu Kindesmissbrauch, alles ist im Buch vorhanden und das betrifft nicht nur Jenna, sondern alle Charaktere im Buch sind Ruinen.
Bei der Palette an Problemen bleibt der Autorin allerdings nichts andere übrig als diese nur oberflächlich zu behandeln, eine tiefgehende Auseinandersetzung würde den Rahmen einfach zu sehr sprengen.
Ich hätte mir da schon gewünscht, dass es weniger Probleme gewesen wären, die dann aber wirklich von Belangen wären und nicht nur ein weiteres Stück, das all das Elend erklären soll. Zudem wurde die Geschichte für mich auch weniger glaubhaft. Für mich war das alles im allem einfach zu viel und dem konnte die Autorin dann nicht gerecht werden.

Trotz der ganzen Kritik hat mir das Buch generell ziemlich gut gefallen. Es hat mich unterhalten und da der Leser sehr viel im unklaren gelassen wird und viele Fragen auftauchen, entwickelte sich auch schnell ein Lesesog.
Ein weiterer Pluspunkt war für mich Jenna selbst, eine wirklich sympathische Protagonistin, die mir gut gefallen hat und deren Art zu denken mir ebenso zusagte. Dadurch habe ich sie natürlich gerne begleitet, schade fand ich nur, dass sie dem Leser mit einer großen Distanz entgegentritt und man ihr nie wirklich nahe kommen konnte.
Auch die anderen Charaktere blieben eher flach, auch wenn sie großes Potenzial gehabt hätten, lebendiger zu sein. ;)


Ein Buch das generell einiges an Potenzial zu bieten hat, mir in der Umsetzung aber nicht 100%ig gefallen hat und mich mit der Frage zurück lässt, was wollte mir das Buch eigentlich sagen, worauf wollte es hinaus - das sollte so nicht sein. ;)
 
Okay, aber man verpasst nichts wenn man es nicht liest!
Weitere Informationen: 

  • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
  • Verlag: Egmont INK; Auflage: 1 (4. September 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3863960645
  • ISBN-13: 978-3863960643
 

Freitag, 22. August 2014

[Neuzugang] Bücher die gelesen werden wollen. ;)

Hallo meine Lieben,

mal wieder haben sich bei mir ein paar neue Bücher angesammelt und die mag ich gerne zeigen. ^_^


Wild Cards von George R. R. Martin: 
"America's next SUPERHERO!
Seit sich in den Vierzigerjahren das Wild-Card-Virus ausgebreitet hat und Menschen mutieren lässt, gibt es neben den normalen Menschen auch Joker und Asse. Joker weisen lediglich körperliche Veränderungen auf, während Asse besondere Superkräfte besitzen. Da ist zum Beispiel Jonathan Hive, der sich in einen Wespenschwarm verwandeln kann, oder Lohengrin, der eine undurchdringliche Rüstung heraufbeschwört. Doch wer ist Amerikas größter Held? Diese Frage soll American Hero, die neueste Casting Show im Fernsehen, endlich klären. Für die Kandidaten geht es um Ruhm und um so viel Geld, dass sie beinahe zu spät erkennen, was wahre Helden ausmacht."


Auch wenn ich noch nicht alle Bücher von George R. R. Martin gelesen habe, bezeichne ich mich gerne als kleiner Fan, demnach bin ich gespannt auf dieses Buch, dessen Idee schon recht originell klingt und bin gespannt wie sich ein Buch, das nicht nur von ihm alleine, stammt lesen lässt.


Niemand liebt November von Antonia Michaelis: 
"Schatten der Vergangenheit: ein Spiel um Leben und Tod.
Kurz vor Ambers sechstem Geburtstag verschwanden ihre Eltern auf unerklärliche Weise. Jetzt ist Amber, die eigentlich November heißt, 17 Jahre alt und glaubt, eine Spur zu haben. Doch was hat es mit dem Jungen auf sich, der in dem erleuchteten Zelt ein Buch liest, sich aber in Luft auflöst, sobald sie sich ihm nähert? Welche Ziele verfolgt der Kneipenwirt, zu dem sie sich immer stärker hingezogen fühlt, und der immer für sie da zu sein scheint? Steckt er vielleicht sogar hinter den anonymen Drohungen, die sie erhält? Amber muss sich entscheiden: zwischen ihrer zerstörerischen Vergangenheit und dem Aufbruch in die Zukunft."


Antonia hat mich bis jetzt bei jedem Buch vegeistern können, weil sie eine tolle Autorin ist, die eine ganz eigene Art des Erzählens hat, die mir unglaublich gut zusagt - bin gespannt und voller Vorfreude auf ihr neuestes Werk. ^_^


Die Tore der Welt von Ken Follett: 
"England im Jahre 1327. Vier junge Menschen versuchen in England ihr Glück zu machen: der rebellische Merthin, ein Nachfahre des großen Baumeisters Jack. Sein Bruder Ralph, der in den Ritterstand aufstrebt. Das Mädchen Caris, das sich nach
Freiheit sehnt. Und Gwenda, die Tochter eines Taglöhners, die nur der Liebe folgen will. Und da ist noch Godwyn, ein aufstrebender Mönch, der nur ein Ziel vor Augen hat. Er will Prior der Abtei von Kingsbridge werden. Um jeden Preis."


Die Filmausgabe habe ich als Mängelexemplar finden können und da ich Die Säulen der Erde auch schon als Mängelexemplar ergattert hatte, passt es. :P Mal schauen wann ich mir die beiden Bücher zu Brust nehmen werde, wird wohl noch ein bisschen dauern, da ich derzeit eh nicht so nach historischen Romanen durste, aber schon mal haben, schadet nie. :> 
  

Atemnot von Ilsa J. Bick: 
"Es gibt Geschichten, in denen das Mädchen seinen Prinzen findet, und sie lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende. So eine Geschichte ist das hier nicht. Jenna Lords Leben verlief bisher nicht gerade wie im Märchen. Ihr Vater ist ein kontrollbesessener Neurotiker und ihre Mutter Alkoholikerin. Früher war ihr älterer Bruder ihr einziger Halt, doch jetzt ist er im Irak stationiert. Und vor einigen Jahren wäre Jenna beinah bei einem Hausbrand ums Leben gekommen. Es gibt Geschichten, in denen das Monster das Mädchen umbringt und alle um das unschuldige Opfer trauern. So eine Geschichte ist das hier auch nicht. Mitch Anderson hat viele Qualitäten: Er ist ein engagierter Lehrer und Lauftrainer. Ein liebevoller Ehemann. Ein Mann mit einer ziemlichen ... Anziehungskraft. Und dann gibt es noch die Geschichten, bei denen man schwer sagen kann, wer der Prinz und wer das Monster ist, wer das Opfer und wer es verdient, bis an sein Lebensende glücklich und zufrieden zu leben. Diese Geschichten sind die besten."  

Ein Buch das wahrlich interessant klingen mag, ich habe es bereits gelesen und naja.. mein Urteil folgt dann bald hier. ;) 


Der Giftschmecker von Fletcher Moss: 
"Dalton Fly hat schon eine Menge Gift geschluckt. Der Waisenjunge kostet das Essen der Schönen und Reichen von Highlions vor und merkt sofort, wenn irgendetwas damit nicht stimmt. Doch nach dem letzten Auftrag ist sein Freund Bennie tot und Dalton kommt nur mit viel Glück davon. Wer steckt hinter dem Mord? Und warum wird Dalton seitdem verfolgt? Gemeinsam mit der schönen Scarlet Dropmore, die Dalton ihr Leben verdankt, sucht er nach Antworten. Die Spur führt zu den mächtigsten Männern der Stadt - und damit auch zu den gefährlichsten." 

Ein Buch das mich schon ziemlich neugierig gestimmt hat, die bisherigen Rezensionen dazu heben dieses Gefühl nur noch. :) 

Donnerstag, 14. August 2014

[Rezension] Die Achse meiner Welt

von Dani Atkins
"Rachel ist jung, beliebt, verliebt und wird in wenigen Wochen ihr Traumstudium beginnen. Perfekt. Doch dann geschieht ein schrecklicher Unfall, der ihr alles nimmt. Sie verliert den besten Freund, ihre Zuversicht und die Balance. Jahre später wird ihre Welt zum zweiten Mal auf den Kopf gestellt. Denn als sie nach einem schweren Sturz im Krankenhaus erwacht, ist ihr Leben plötzlich so, wie sie es sich immer erhofft hat. Die damalige Tragödie hat es anscheinend nie gegeben. Ihr bester Freund lebt und ist an ihrer Seite. Wie kann das sein? Und wie fühlt sich Rachel in ihrem neuen Leben - mit dem Wissen über all das, was zuvor geschah?"  


Rachels Leben verläuft in gut geregelten Bahnen, doch dann erschüttert ein Ereignis ihre ganze Welt. Bei einem Unfall kommt ihr bester Freund Jimmy ums Leben, weil er ihres retten wollte.
Fünf Jahre später konnte Rachel diese Schuldgefühle auch weiterhin nicht ablegen und so zog sie weg nach London und begann ein Leben das sie nie leben wollte.
Als ihre beste Freundin Sarah in ihrer alten Heimatstadt heiraten will, muss Rachel sich der Vergangenheit stellen und zurückkehren.
Als sie den Mut fasst und Jimmys Grab besucht, bricht sie unter höllischen Kopfschmerzen und mit dem Verlust ihrer Sehkraft zusammen.
Als sie im Krankenhaus wieder zu sich kommt, findet sie nicht nur ihren Vater vor, bei dem von Krabs keine Spur mehr zu geben scheint sondern auch ihren toten besten Freund Jimmy, dem es an nichts fehlt...


Die Gestaltung gefällt mir unglaublich gut, nicht nur, dass es unglaublich schön anzuschauen ist, es ist zudem einfach eine treffende Darstellung der Geschichte.


Auf dieses Buch hab ich mich sehr gefreut, weil die Idee an sich sehr kreativ ist und unglaublich viele gute Ansätze bietet.
Und auch wenn mir die Geschichte in seiner Gesamtheit gut gefallen hat, gab es für mich hier und dort ein paar Störfaktoren.

So war die Handlung für mich beispielsweise von vorne herein absolut durchsichtig und die Handlung wartete nicht mit der geringsten Überraschung auf, alles verlief genau so wie ich es erwartet hatte. Prinzipiell ist das schon okay, aber hier hätte ich mir dann doch ein paar Aha-Momente gewünscht die hier und da für neue Spannung und Begeisterung sorgen. Gerade auch weil man schon merkt, dass dieses Buch auf genau solche überraschenden Momente hin spielt.

Besonders schade fand ich allerdings, dass ich so manche Probleme mit der Protagonistin, Rachel, entwickelt habe.
An und für sich ist sie eine sympathische Person, die ich mochte und auch lieb gewinnen konnte, so dass ich mich mit ihr freuen aber auch trauern konnte, je nach Situation.
Ihr Verhalten allerdings war in einigen Momenten absolut nicht für mich nachzuvollziehen und sie legte eine solche Naivität und Begriffsstutzigkeit an den Tag die echt nicht wahr sein konnte. Das wurde irgendwann nicht nur nervig, die Handlung wurde dadurch auch unnötig aufgehalten.

Die Nebencharaktere des Buches sind für meinen Geschmack etwas zu kurz geraten und man hat hier viel an den gängigen Stereotypen bedient.
Dennoch konnte ich auch hier viele sehr lieb gewinnen, insbesondere Rachels Vater hat es mir da ordentlich angetan.
Er ist ein sehr liebenswerter Vater der sich viel um Rachel sorgt, ihr aber dennoch die Freiheit lässt ihr Leben so zu leben wie sie es will und der immer da ist, sollte sich ein Weg mal als falsch erweisen.
Er war quasi der Traumpapa schlecht hin. ;)
Bei vielen anderen Nebencharakteren fand ich es schade, dass sie für Rachel zwar wichtig waren, sie aber ab einen gewissen Punkt komplett verloren gingen und kaum noch vorzufinden waren, das fand ich wirklich schade und auch nur wenig verständlich nach dem was mit Rachel geschah.

Ansonsten hat mir insbesondere das Ende gefallen, das zwar nicht überraschen konnte aber mit unglaublich viel Gefühl und eine sehr schöne Art auf Papier gebracht wurde. Ein guter Ausgleich zu dem doch sehr schlichten und wenig schnörkelhaften Schreibstil der restlichen Geschichte.


Ein Buch das Spaß macht und für einige Stunden berührende Unterhaltung darstellt, dennoch hätte man mehr aus der ganzen Idee rausholen können, die wirklich gut ist.
Gute Lektüre für zwischendurch
Weitere informationen: 
  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: Knaur TB (1. August 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426515393
  • ISBN-13: 978-3426515396

[Rezension] Das Salz

von Jean-Baptiste del Amo
"Louise, die Witwe eines südfranzösischen Fischers, lädt ihre drei erwachsenen Kinder und ihre übrige Familie zu einem Abendessen. Je näher das geplante Familientreffen rückt, desto mehr Erinnerungen an Vergangenes werden wach. Eifersucht, Verbitterung, zärtliche Melancholie, aber auch verzweifeltes Bedauern über Geschehenes beginnen die Geladenen einzuholen. Die Vergangenheit entwickelt ein Eigenleben, Erinnerungen bringen immer neue, andere Erinnerungen hervor, und aus diesen inzestuösen Vereinigungen entstehen Fabeln, bis sich am Ende auch der verstorbene Armand, Tyrann und gewalttätiger Vater, zu Wort zu melden scheint: "So ist es nun mal, die Lebenden verformen das Gedächtnis der Toten, nie sind sie weiter von ihrer Wahrheit entfernt."   


Ein ganz gewöhnliches Familienessen ist für diese eine Familie ein harter Kampf, der verstorbene Vater, Armand, hat noch immer großen Einfluss auf seine Kinder, Jonas, Albin und Fanny aber auch seine Frau Louise ist stets von ihm umhüllt.
Während Louise versucht das Andenken ihres Mannes zu bewahren und die positiven Seiten hervorzubringen, sind die Kinder immer noch auf der Suche mit der Frage im Gepäck wer war ihr Vater eigentlich?
Vor dem Treffen werden bei jedem der Familienmitglieder Erinnerungen wach, Erinnerungen der Furcht und Erinnerungen des Schmerzes. Erinnerungen die sie nicht nur am heutigen Tag verfolgen sondern schon ihr Leben lang und der größte Knackpunkt ist stets der Vater...


Auch wenn das Cover nicht großartig hervorsticht, mag ich es persönlich recht gern. Es strahlt neben der Ruhe auch einfach eine gewisse Aufregung aus - so empfinde ich es zumindest. Von daher passt es einfach gut zum Buch selbst und zum Titel sowieso. ;)


Auf mich wirkte das Buch von vorne herein sehr viel versprechend, am Ende hatte ich das Buch dann auch befriedigt zugeklappt.
Was mir als erstes auffiel war, dass dies kein Buch ist das sich schnell weglesen lässt. Das Buch ist durch den Sichtwechsel der Protagonisten (der nicht immer gekennzeichnet ist) und seine Zeitsprünge durch die Erinnerungen, recht verwirrend aufgebaut.
Noch mehr allerdings wird die Aufmerksamkeit des Lesers gefordert für das was sich hier zwischen den Zeilen verbirgt.
In diesem Buch wird nicht alles direkt zusammengefasst, dem Leser werden Bilder und Szenarien präsentiert aus denen er häufig selbst seine Schlüsse ziehen soll.
Mich persönlich hat das nicht gestört, ganz im Gegenteil, zuweilen brauche ich einfach mal ein Buch das mich nicht nur vergnügt sondern auch ein bisschen "fordert". ;) 

Gerade auch die zwischenmenschlichen Beziehungen in diesem Buch sind alle sehr kompliziert und nicht wirklich einfach zu durchschauen, nach und nach gewinnt der Leser aber an Einblicken und viele der Beziehungen werden dadurch verständlich.
Mir hat die Reise durch die Erinnerungen gut gefallen, wobei es da immer Protagonisten gab dessen gedankliche "Zeitreise" weniger interessant für mich erschien.
Am meisten angesprochen hatte mich Jonas Geschichte, der jüngste Sohn der Familie der schon früh als homosexuell enttarnt wurde. Auch wenn gerade seine Mutter dies gerne verdrängt.
Sein Vater hingegen ging sehr offen damit um und ließ ihm seine Abneigung bei jeder Gelegenheit spüren.
Demnach hatte er eine recht schwierige Kindheit, auch wenn seine Mutter stets versuchte diesen Defizit auszugleichen in dem sie ihm noch mehr Aufmerksamkeit schenkte. Diese Beziehung wirkte allerdings eher verstörend als alles andere..

Albin, Jonas Bruder, hat sich dadurch immer mehr an seinem Vater orientiert und wollte seinen Ansprüchen genügen, ihn stolz machen. Als erwachsener leidet er immer mehr darunter ein Abbild seines Vaters geworden zu sein und insbesondere die Tatsache, dass er nie seinen eigenen Weg gegangen war nagt an ihm.

Die einzige Tochter kam dadurch ziemlich kurz und hat von keinem Elternteil die Aufmerksamkeit bekommen die sie hätte kriegen sollen,auch sie wurde davon nachhaltig beeinflusst und kann sie wie ihre Geschwister nicht von ihrer Vergangenheit lösen.

Generell waren die meisten Charaktere hier mir nicht sonderlich sympathisch, das machte in diesem Buch aber gar nichts. Auch so konnte ich an ihren Schicksal teilhaben und mit ihnen fühlen, so machte es ihre Persönlichkeit ja auch erklärbar.

Ebenfalls ein großer Pluspunkt geht an die Stimmung die der Autor wunderbar transportiert hat.
Auch wenn sie recht erdrückend war und man sich ihr teils gerne entzogen hätte, so kann man es einfach nicht. ;)
Ich mochte die düstere Melancholie des Buches, das Derbe und die Verruchtheit die teils sehr unangenehm war, da provokant und verstörend. Allerdings lebt das Buch mitunter genau davon.

Am meisten hat mich aber das Ende des Buches für sich eingenommen, auch wenn ich da das starke Gefühl hatte, dass das der eigentliche Beginn der Geschichte ist, aber irgendwie gefiel es mir gerade deshalb, auch wenn ich durchaus noch gerne mehr gelesen hätte.
Aber auch so stimmte es mich vergnüglich weil es schön und versöhnlich war und einen kleinen Hoffnungschimmer hinterließ. 


Ein ungewöhnlich und tiefgehendes Buch, das sicherlich nicht jedem gefallen wird, mich aber durch  seine Stimmung und komplexen Familiengeschichte gefesselt hat.
Gelungenes Buch.
  Weitere Informationen: 
  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: btb Verlag (14. Juli 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442747562
  • ISBN-13: 978-3442747566

Montag, 11. August 2014

[Rezension] Kommt eine Frau in eine Bar...

von Helena S. Paige
Eigentlich wolltest du dich mit deiner Freundin treffen. Aber jetzt stehst du allein in der schicken Bar, weil sie dich in letzter Minute versetzt hat. Du könntest nach Hause gehen, oder aber: Wie wäre es mit einem Drink und einem Flirt dazu? Vielleicht mit dem attraktiven Barkeeper oder dem guttausehenden Geschäftsmann, der schon die ganze Zeit zu dir herüber schaut? Ein Blick, ein Lächeln, ein Kuss und vielleicht auch mehr? Wie sähe dein erotisches Abenteuer aus, wenn du wählen könntest? Jetzt kannst du entscheiden: deine Fantasie, deine Wahl, dein Happy End!


Du bist mit deiner besten Freundin in der Bar verabredet, bei einem solchen Abend ist die Unterwäsche natürlich schwer von Bedeutung, schließlich weiß man nie wem man so begegnen könnte - einen sexy Geschäftsmann im Goerge Clooney Verschnitt? Oder vielleicht doch eher einen berühmten und heißen Rockstar?
Also für welche Unterwäsche entscheidest du dich, den lila heißen String oder soll es doch eher das Figur formende Höschen sein, das deine Figur zwar in Szene setzt, aber neben den geringen Komfort absolut unsexy daher kommt?


Auch wenn ich selbst die Gestaltung weniger ansprechend finde, passt sie zum Buch und zum Genre wie die Faust aufs Auge. ;)


Dieses Buch ist insofern ungewöhnlich und herausstechend, dass es sich hierbei um einen interaktiven Roman handelt, das heißt, dass der Leser selbst - mehr oder weniger - Einfluss auf den Verlauf der Handlung nimmt.
Als Kind liebte ich diese Art von Büchern wirklich, umso toller fand ich die Idee, das Konzept auf ein "Erwachsenen Buch" anzuwenden. Das habe ich bisher nämlich noch nicht gefunden gehabt. :)

In diesem Buch geht es darum ein hoffentlich heißes Sex-Abenteuer zu erleben, das ist sicherlich keine anspruchsvolle Thematik noch eine Handlung die jeden begeistern mag. Ich hab mich dennoch mit Interesse an dieses Buch heran gewagt. 
Inhaltlich sind mir da ein paar Mankos sauer aufgestoßen, ich habe mich dazu entschlossen mehr als nur einen Weg zu gehen um einen umfangreicheren Eindruck des Buches gewinnen zu können.
Die möglichen Erlebnisse wirken zum großteil wirklich sehr unrealistisch und auch wenn es mehr oder weniger genau darum geht - eine unvergessliche Nacht zu erleben - hätte ich mir doch realistischere Szenarien gewünscht. 
Dadurch hätte man sich generell wohl besser in das Geschehen wieder finden können. Schade fand ich auch, dass die Du-Person in diesem Buch absolut unsympathisch auf mich wirkte,ihre Art konnte ich in keinster Weise nachvollziehen und so viel es natürlich schwer sich mit ihr zu identifizieren und sich selbst als diese Person zu betrachten, aber das ist ein rein persönliches Problem. ;)
Auch dem Schreibstil konnte ich persönlich nichts abgewinnen, er ist sehr plump und ansonsten recht einfach gehalten was natürlich für einen flüssiges Lesen sorgt, aber generell war an dem nichts fesselndes. ;)

Ein weiterer Minuspunkt war für mich, dass man leider nicht ganz so frei die Entscheidungen treffen kann wie ich es mir erwünscht hätte. So bin ich auch mehr als einmal einen Weg gegangen der mich am Ende dazu zwang zu einem anderen zu springen, der mir evtl. nicht mal gefiel.
Natürlich ist man immer eingeschränkt bei dieser Art von Buch, aber wenn man einen Weg anbietet fände ich es schon angebracht den für den Leser auch auszuarbeiten und den Leser diesen Weg gehen lassen. Denn im diesen Buch geht es ja auch darum, dass man selbst mehr oder weniger der Protagonist ist und dann sollte bitte auch meine Entscheidungen gelten.

Die Sexszenen um die es hier im Buch wesentlich geht, fand ich schon reizend und man konnte sie gut lesen und sie haben auf jeden Fall unterhalten. Insbesondere eine Szene fand ich wirklich genial weil sie eine tolle Wendung mit sich brachte die ich wirklich gefeiert habe. Die hängt mit dem Geschäftsmann im George Clooney Verschnitt zusammen, so viel sei verraten. :P
Das einzige was mich an diesen Szenen gestört hatte war die Namensgebung der Geschlechtsteile, gehöre eher zu den Menschen die an Ausdrücken wie Muschi etc. nichts erotisches finden können. ;)


Vom Konzept bin ich begeistert und das Buch hat mir auf jeden Fall Freude bereitet, dennoch ist es mit vielen Mängeln zu genießen über die evtl nicht jeder hinwegsehen kann nur um etwas Nostalgie zu verspüren (den das ist für mich das beste daran gewesen). 
 
Nichts was gelesen werden muss!



 Weitere Informationen: 
  • Taschenbuch: 288 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (21. Juli 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442480906
  • ISBN-13: 978-3442480906
 

Sonntag, 10. August 2014

[Rezension] Das Mädchen das Geschichten fängt

von Victoria Schwab
"Wenn ein Mensch stirbt, wird seine Lebensgeschichte in einer Art Bibliothek abgelegt. Manchmal jedoch erwachen die Geschichten und versuchen in die Welt der Lebenden zurückzukehren. Dann kommt Mac ins Spiel, denn sie ist eine Hüterin und ihre Aufgabe ist es, die entlaufenen Geschichten zurückzubringen. Doch plötzlich häufen sich diese Vorfälle, und die Grenzen zwischen Leben und Tod drohen zu verschwimmen. Mac beschleicht der schreckliche Verdacht, dass jemand die Lebensgeschichten manipuliert. Gemeinsam mit dem Hüter Wes versucht Mac, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen."

Nach dem Tod ihres Bruder Ben, zieht Mac mit ihrer Familie in ein neues Leben, was ihre Familie nicht weiß; Mac ist eine Wächterin. Ihre Aufgabe ist es die Chroniken der Toten einzufangen, sollten diese aufwachen und nach draußen gelangen.
Aufgrund des Umzugs wurde ihr ein neues Revier zugeteilt, doch schon bald merkt sie, dass dort alles etwas merkwürdiger von sich geht.
Mehr Chroniken als gewöhnlich finden ihren Weg nach draußen, teils sind die sogar bewaffnet was unter keinen Umständen hätte sein dürfen.
Zusammen mit Roland, einem Bibliothekar im Archiv der Chroniken, versucht sie die Ungereimtheiten aufzudecken, dafür sind sie sogar bereit etliche Regeln zu brechen und nicht nur ihren Job sondern auch ihr eigenes Leben in Gefahr zu bringen.
Und dann ist da noch Wes, ebenfalls Wächter, der ihr immer mehr unter die Arme greift und immer mehr bekommt Mac das Gefühl, dass sie keine Geheimnisse vor ihm haben mag..


Die Gestaltung und der Titel gefallen mir an sich unglaublich gut, leider hat das alles bei mir für vollkommen andere Erwartungen geführt, die in diesem Buch leider nicht vorzufinden sind. Daher finde ich das Cover zu diesem Inhalt einfach recht unpassend, so schön es auch ist. ;)


Ehrlicherweise muss ich sagen, dass meine Erwartungen und auch Hoffnungen, ganz andere waren als sie hier vorzufinden sind. Natürlich hat das bei mir Enttäuschung hervorgerufen. Ich hatte eher eine etwas märchenhafte Geschichte erwartet, die ruhig und voller Leben ist, Leben im Sinne von die Chroniken leben auf und ihre Geschichten stehen im Vordergrund - das alles war hier leider absolut nicht der Fall.

Nach dem ich mich dann aber auf die vor mir liegende Geschichte eingelassen und meine Erwartungen über Bord geworfen habe, habe ich relativ schnell gefallen an der Geschichte finden können.
Die Autorin bietet seinen Lesern eine wirklich ungewöhnliche und neue Idee, die auf mich sehr reizvoll wirkte. Etwas ähnliches war mir vorher noch nicht unter die Augen gekommen, allerdings empfand ich das ganz dann aber auch schnell als etwas unausgereift.
Die Idee, dass Menschen nach ihrem Tod eine Chronik hinterlassen, eine Hülle ihrer selbst mit all den erlebten Erinnerungen, war wirklich toll. Schade fand ich halt nur, dass man nicht wirklich nahe an diese Erinnerungen heran kommt und man keine wirkliche Chance bekommt mehr über die Geschichten zu erfahren die das Mädchen fängt.

Auch fand ich das ganze Konstrukt von Wächtern, Bibliothekaren, Archiv der Chroniken und Crew-Mitglieder ect. insgesamt sehr oberflächlich behandelt. Ich hätte mir in vielerlei Hinsicht mehr Informationen gewünscht und häufig fehlte mir auch die detaillierte Beschreibung mancher Dinge, so dass die halt eher mit Fragezeichen verbunden blieben.
Auch hätte ich gerne mehr Sinn hinter den ganzen Chroniken gesehen, wieso müssen sie behütet werden, wieso existieren sie überhaupt?
Da flammten bei mir einige Fragen auf, die dieser Teil zumindest nicht beantworten kann, dadurch wirkt die ganze Nummer teils nur wenig plausibel.

Trotz dessen hat es mir halt doch große Freude bereitet Mac auf ihrer Aufgabe zu begleiten, schön fand ich vor allem, dass sie mal kein Protagonist war, der erst alles lernen musste sondern schon voll dabei war. Auch wenn es schön war, dass es immer wieder Flashbacks gab in denen man mehr von ihrer Ausbildung erfahren hat und das deutlich zeigte wie wichtig es für sie war, alles gut zu machen was ihr Großvater ihr lehrte. Ich fand daran vor allem auch interessant, dass man dadurch eine recht gute Entwicklung der Protagonistin ausmachen konnte.
Selbstbewusst und starrköpfig schien sie auch vorher schon gewesen zu haben, aber sie hat einfach an enormer Sicherheit gewonnen und das merkt man recht gut. Auch haben sie die Schattenseiten des Wächter Daseins immer mehr eingeholt, sie belügt immer mehr ihre Eltern, kann zu ihnen kaum Nähe halten, all das sorgt für Distanz und Einsamkeit und auch wenn Mac sie gut verbirgt, spürt der Leser sie.
Ein wirklich guter Aspekt, denn es ist schön zu sehen, dass eine so wichtige Aufgabe und auch ehrbare Aufgabe nicht nur positives bringt.
Auch generell hat sie mir als Charakter gut gefallen, auch wenn mir ihre Denkweise teils einfach auch ein bisschen zu Ich bezogen waren, natürlich ist es verständlich; sie hat viel durch gemacht und musste herbe Verluste einstecken und hat dann noch ein Haufen Geheimnisse die sie vorerst mit niemanden teilen kann, aber dennoch gibt es auch noch die anderen und denen geht es ebenfalls nicht besser. Hätte mir da mehr Weitsicht von ihrer Seite aus gewünscht.

Die anderen Charaktere blieben alle recht schwach gezeichnet und kamen auch nicht wirklich dazu viel von ihrer Persönlichkeit zu zeigen, bei Wes war es einfach nur schön zu sehen, dass durch ihn Mac immer mehr in der Lage ist auch mal wieder ein bisschen Glück ins Leben zu lassen und durch ihn lernt sie und beginnt über gewisse Dinge anders zu denken. Er hilft ihr also in ihrer Entwicklung weiter, viel eigene Persönlichkeit bringt er bis auf ein hervorstechendes Aussehen eigentlich nicht mit sich, was halt auch ein bisschen schade ist.


Es war vollkommen anders als erwartet, dennoch eine interessante und spannendere Geschichte, ich hätte mir nur gewünscht, dass einen die Autorin noch tiefer in die Materie hätte eintauchen lassen. ;) Dennoch ein Buch was ich als lesenswert bezeichnen würde. :)
Super Buch
Weitere Informationen:
  • Broschiert: 432 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (14. Juli 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453410335
  • ISBN-13: 978-3453410336

Mittwoch, 6. August 2014

[Rezension] If you leave - Niemals getrennt

von Courtney Cole
"Seit dem Tod ihrer Eltern führt Madison das Familien­restaurant weiter, was all ihre Zeit beansprucht. Daher
spielen Männer für sie keine Rolle. Das ändert sich
schlagartig, als sie den faszinierenden Gabriel Vincent kennenlernt. Sie fühlt sich unwiderstehlich von dem
geheimnisvollen Mann angezogen, bei dessen bloßem Anblick ihre Knie weich werden. Doch genau wie sie
hat auch Gabriel eine schwere Zeit hinter sich. Wird
ihre gegenseitige Liebe die Schatten der Vergangenheit überwinden können?"  


Madison ist nur auf der Suche nach einem One Night Stand als ihr das Schicksal Gabriel in die Hände spielt. Was als prickelndes Abenteuer beginnt endet mit einem Autounfall, bei dem Gabriel ein angsteinflößendes und merkwürdiges Verhalten entwickelt.
Nach dem Madison aus reinem Pflichtgefühlt dafür sorgt, dass Gabriel in sein Bett findet, ist sie mehr als froh von ihm weg zu kommen. 
Am nächsten Tag landet er ausgerechnet bei ihr im Restaurant, für beide eine große Überraschung und trotz des gestrigen Erlebnisses knistert es gewaltig zwischen den beiden. Während Madison allerdings den Weg der Distanz wählt, geht Gabriel voll in die Offensive und macht ihr deutlichst klar, dass die beiden noch etws zu beenden haben.
Durch ein ausgiebiges Katz und Maus Spiel der beiden, steigt nicht nur die sexuelle Spannung zwischen den beiden, auch auf emotionaler Ebene kommen sie sich näher. Für beide etwas neues und vor allem beänstigendes, dabei könnte alles so schön sein, wären da nicht die inneren Dämonen..


Mir gefällt das Cover wirklich gut, es ist ein schönes Bild zweier Menschen und bei mir weckt es gleich Erinnerungen an eine gewisse Szene. ;)


Nach dem mir der erste Teil der Autorin schon wirklich gut gefallen hatte, war ich sehr gespannt auf den zweiten in der Milas Schwester, Madison, in den Mittelpunkt rückt.
In vielerlei Hinsicht fand ich diesen Teil dann sogar besser.

Die Thematik mit der sich hier befasst wird ist wirklich sehr tiefgehend und ist etwas was unglaublich viele Menschen betrifft, vor allem auch Soldaten und Soldatinnen die im Kriegsgebiet waren. 
Trotz der allgegenwärtigen Präsens dieses Themas, hat man immer das Gefühl, dass es ein Thema ist das immer noch tabuisiert wird, weshalb mir die schonungslose und offene Art mit der die Autorin das Thema rund um die posttraumatische Belastungsstörung anpackt wirklich gut gefallen hat.

Gabriel der als Ranger der Marine in Afghanistan stationiert war, kehrt mit eben dieser Störung zurück nach Hause. Ein schreckliches Ereignis lässt ihn nicht mehr los, verfolgt ihn in seinen Träumen und frisst ihn innerlich auf. Er hat Angst vor der Nacht, weil er dann an diesen schrecklichen Ort zurückkehrt und alles noch mal erleben muss auf eine sehr intensive Weise, so dass sein Handeln im Traum auch zu seinem Handeln im Schlaf wird, dadurch kann er nicht nur sich, sondern auch andere verletzen.
Ich mochte Gabriel unglaublich gerne, auch wenn er die meiste Zeit über ein verschlossenes Wrack ist, dass versucht die Illusion aufrecht zu erhalten, dass alles okay ist.
Es hat mich wirklich sehr berührt Näher an ihn heranzutreten und tiefer in sein Wesen hineinzutauchen, gerade weil es sehr schockierend und beängstigend war.
Das einzige was mich ein bisschen gestört hat war, dass seine Entwicklung mit persönlich ein bisschen zu langsam voranschritt und dann am Ende doch recht zügig vollzogen zu sein scheint. Der langsame Prozess macht es natürlich recht authentisch, dennoch hätte ich mir da einfach mehr Fahrt gewünscht, dann käme es am Ende auch nicht so abrupt.

Auch Madison und somit der weibliche Part im Buch hat mir gut gefallen - Madison die im ersten Teil noch recht oberflächlich wirkte tritt nun in den Vordergrung und lebt deutlich auf.
Schön war für mich, dass hier das schwierige Verhältnis ihrer Eltern noch einmal aufgearbeitet wurde und dass alles aus Madisons Sicht.
Sie hat viel mehr von dem Verhältnis mitbekommen als Mila, weshalb es hier nun viel mehr Detaisl gibt, wirkliche Szenen der Erinnerungen und vor allem merkt man bei Madison wirklich, dass ihr diese Beziehung gewaltig geschadet hat.
Auch erfährt man wie viel sie aufgegeben hat um vor allem Mila zu schützen und ihr die Freiheit des Lebens zu bewahren.
Dadurch merkt man schnell, dass bei ihr vieles nur Fassade ist und sie ihre kühle Art nur zum Schutz aufrecht erhält. Tief im inneren ist sie weich und warmherzig und furchtbar verletzt.

Der Werdegang beider Personen ist wirklich gut ausgearbeitet und die Probleme der beiden werden wirklich sehr intensiv angepackt, wobei Gabriel hier schon mehr im Vordergrund steht. Ebenso ist deren Liebe wirklich schön und mitfühlend und die beiden liefern sich ein ganz schönes hin und her. ;)
Ab einen gewissen Punkt hat mich das gestört, weil sie dann für mich nicht mehr nachvollziehbar war. Madison reagiert in einem späteren Verlauf mit nur wenig Verständnis und das fand ich schade, weil es auch einfach nicht zu ihrem Typ passte.

Was ich auch wirklich, wirklich schön fand war, dass Pax und Mila sehr gut mit in die Geschichte integriert worden sind. Zu keinem Zeitpunkt nahmen sie Madison die Show aber man hat viel von ihnen und ihren weiteren Werdegang mitbekommen und auch dort ist nicth alles so schön wie es sein könnte. 



Hier haben mich nur klerinere Details gestört, ansonsten ist es ein Buch das mich gefesselt und ordentlich berührt hat, so dass sogar einzelne Tränen gekullert sind. :)
Absolute Leseempfehlung!

Weitere Informationen: 
  • Taschenbuch: 432 Seiten
  • Verlag: Knaur TB (1. Juli 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426515288
  • ISBN-13: 978-3426515280

 

Dienstag, 5. August 2014

[Rezension] Soul Seeker 4 - Licht am Horizont

von Alyson Noel
"Als Seelensucherin ist Daire Santos inzwischen eine Meisterin. Sie hat gelernt, mit ihrer Gabe umzugehen und ihre Fähigkeiten voll auszuschöpfen. Um ihre Aufgabe erfüllen zu können, ist das auch dringend nötig, denn nur sie allein kann das Gleichgewicht zwischen den Welten der Lebenden und der Toten aufrechterhalten. Aber als wäre das noch nicht genug, hat sich auch noch ein Prophet in den Kampf um Gut und Böse eingemischt. Er will den Erzfeinden der Soulseeker helfen, die Welt in Dunkelheit versinken zu lassen. Und das Schlimmste ist: Seine Tochter ist die Exfreundin von Daires geliebtem Dace. Werden ihre Kräfte dieser Übermacht an mächtigen Gegnern standhalten? Und wird ihre Liebe zu Dace allen Gefahren trotzen können?"


Sechs Monate nachdem das Rabitt Hole in die Luft flog, ist es in Entchatment verdächtig ruhig. Während Dace die Ruhe genießen will bereitet sich Daire intensiv auf den kommenden Sturm vor und tatsächlich tauchen die Richters kurze Zeit wieder auf der Bildfläche auf.
Mit dem wieder auftauchen der Richters verändert sich auch die Prophezeiung und die offenbart eine ganz andere Gefahr, Dace selbst.
Dace wird immer mehr von dem dunklen in sich gefangen genommen. Ein Monster wächst in ihm heran und dem dürstet es nach Blut - Daires Blut.
Um Daire zu beschützen verlässt er sie, nur um sich kurz darauf den Richters anzuschließen, kann Daire sich und Dace retten?


Zu der Gestaltung bleibt mir kaum noch was zu sagen, scheine ich mich bei jedem Teil eh nur zu wiederholen. ;) Allerdings, es ist wunderschön und strahlt für mich sehr viel Hoffnung aus. Der schönste Teil der Reihe. 


Nachdem der dritte Teil ein wirklich spannendes Ende darbot, war ich ein bisschen enttäuscht darüber, dass die Handlung hier nun sechs Monate vorausgesprungen ist. Mich hätten die unmittelbaren Ereignisse direkt nach der Explosion sehr interessiert, so fühlte ich mich etwas beraubt. ;)

Die Idee, dass in diesem Teil aufeinmal Dace zum Bösen wird und das Schicksal sich somit für eine falsch getroffene Entscheidung rächt, hat mir prinzipiell gut gefallen.
Das große Manko mit dieser Idee für mich war aber, dass ich mir jetzt endlich mal gewünscht hätte, dass der Verlauf sich vollkommen auf den Kampf zwischen Santos und Richter fokussiert, hier hat sich wieder etwas in den Vordergrund geschummelt und die Richters die seit Jahrhunderten von Jahren die größte Gefahr der Santos darstellte, wurde hier wieder in den Schatten gestellt. Gerade im letzten Teil hätte ich mir einfach mehr gewünscht, dass man sich auf die klassischen Rollen von gut und Böse besinnt und diese gegeneinander ankämpfen lässt.

Außerdem führte die ganze Entwicklung von Dace zu einem regelrechten Spannungsverlust, die Entwicklung nimmt viel Raum ein, man fühlt sich dadurch aber einfach zurückgeworfen und mir fehlte das Vorankommen im Geschehen.
Außerdem war ich von der Schilderung seiner Wandlung recht enttäuscht, wäre die besser gewesen wären all die Details die mir nicht gefallen haben wohl weitaus weniger schlimm gewesen. Aber der Prozess wirkt sehr einfach und mir fehlt es an Wiederstand von Dace Seite aus. Wenn ich merke, dass das Böse in mir ist kämpfe ich gegen an und nehme es nicht hin und versuche das beste daraus zu machen, das fand ich schade und sieht ihm prinzipiell auch nicht ähnlich.

Während Dace sich also seinem Schicksal ergibt, hat Daire auch nicht unbedingt mehr zu bieten. Sie ist nur immerzu dabei ihre Freunde klar zu machen, dass Dace nicht die Gefahr darstellt die er zu sein scheint und dass sie ihn auf keinen Fall töten wird.
Für einen Finalen Teil war mir das hier gebotene einfach ein bisschen zu wenig und hat mich enttäuscht.

Glücklicherweise bleibt das Buch aber nicht schwach und kommt dann doch noch zum verdienten Abschluss - alles was hier in den ersten zwei Dritteln verloren gegangen war, fand sich im Laufe der Zeit dann doch wieder, so dass man es dann auch endlich mal mit einem wahren Lesesog zu tun bekommt.
Ab dann wird auch die Sache mit Dace immer interessanter und hat doch noch mehr zu bieten als gedacht, seine komplette Wandlung zum Bösen scheint vollführt, Daire wird dazu gezwungen die Augen zu öffnen und die beiden müssen sich gegenübertreten.
Die ganze Zeit fragt man sich wie es ausgehen wird, ob Dace gerettet werden kann und vor allem wie?

Schön fand ich, dass währen dem großen Finale das Augenmerk nicht nur auf Dace und Daire lag sondern auch die anderen nicht vergessen wurden. So wurde man auch von ihren Schicksalen eingenommen und man bangte um den ein oder anderen Nebenprotagonist wirklich sehr.

Das Ende hat mir im großen und ganzen gut gefallen, auch wenn ich mir kleinere Details anders gewünscht hätte, gefallen hat mir allerdings, dass alle wichtigen Angelegenheiten geklärt wurden und das Ende deutlich zeigt, dass das Leben auch nach einem Kampf weitergeht. ;)



Auch wenn man sich diesen Teil nicht entgehen lassen sollte, so ist er in mancherlei Hinsicht schwächer als seine Vorgänger, allerdings gelingt es dem Buch dennoch ein glückliches Ende zu bieten.
Mit kleinen Mängeln zu genießen.

 Weitere Informationen: 
  • Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
  • Verlag: Page & Turner (14. Juli 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442204119
  • ISBN-13: 978-3442204113