Dienstag, 30. September 2014

[Rezension] Niemand liebt November

von Antonia Michaelis
"Schatten der Vergangenheit: ein Spiel um Leben und Tod.
Kurz vor Ambers sechstem Geburtstag verschwanden ihre Eltern auf unerklärliche Weise. Jetzt ist Amber, die eigentlich November heißt, 17 Jahre alt und glaubt, eine Spur zu haben. Doch was hat es mit dem Jungen auf sich, der in dem erleuchteten Zelt ein Buch liest, sich aber in Luft auflöst, sobald sie sich ihm nähert? Welche Ziele verfolgt der Kneipenwirt, zu dem sie sich immer stärker hingezogen fühlt, und der immer für sie da zu sein scheint? Steckt er vielleicht sogar hinter den anonymen Drohungen, die sie erhält? Amber muss sich entscheiden: zwischen ihrer zerstörerischen Vergangenheit und dem Aufbruch in die Zukunft."



November ist siebzehn und auf der Suche nach ihren Eltern, die sind kurz vor ihrem sechsten Geburtstag verschwunden, seit dem schlägt sie sich mehr oder weniger alleine durch. Als sie endlich einen Hinweis findet, geht sie der Spur gleich nach und landet in einer alten Kneipe. Dort lernt sie Katja kennen, er erkennt ihre Not und nimmt sich ihrer an, verschafft ihre eine bleibe und lässt sie auch in der Kneipe jobben.
Nebenbei versucht er sie dazu zu bewegen etwas aus ihrem Leben zu machen, doch November ist wie besessen von der Idee ihre Eltern zu finden und tatsächlich gelingt es ihr immer mehr in Erfahrung zu bringen, doch dann wird sie auf einmal bedroht und jemand macht ihr deutlich klar, dass sie sterben wird und zwar an dem Tag an dem sie ihre Eltern endlich ausfindig macht...


Die Gestaltung ist wirklich schön, es wirkt irgendwie traurig und kalt und dennoch vermitteln zumindest die Blätter ein Hauch von Wärme. Ein sehr gelungenes Bild was nicht nur zum Buch passt sondern es auch gut wiederspiegelt. :)


Wie immer bei einem Buch von Antonia Michaelis war ich unglaublich gespannt wie sie mich dieses Mal packen und schockieren wird und ich kann nur sagen, dass ihr das wieder unglaublich gut gelungen ist. 
Dieses Buch ist so unglaublich gut und ich weiß, dass meine Rezension diesem Buch einfach nicht gerecht werden wird. 

Antonia Michaelis ist für mich eine begnadete Autorin, deren Erzähleweise absolut einzigartig ist und für mich jedes Mal einen wahren Genuss darstellt.
Die Geschichten die sie erzählt sind traurig, grausam und schockierend und doch steckt in ihnen so viel Schönheit. Sie hat einen besonderen Schreibstil der verzaubert, fesselt und berührt.
Vieles von dem was sie schreibt verpackt sie in Bilder, sie spricht die schrecklichen Dinge meist nicht direkt aus und dennoch werden sie dem Leser mit einer riesigen Kraft direkt ins Gesicht geworfen, dass es einen den Atem raubt. Denn die Bilder die sie erschafft, sind einfach von großer Intensität.

Ich habe dieses Buch unglaublich geliebt, es hat mich wirklich geflasht, wie schon lange kein Buch es mehr getan hat und zu dem hat es mich emotional wirklich sehr mitgenommen. 
Mitgenommen auf eine Reise bei der man nicht genau weiß wohin sie führt, auf der alles möglich ist, die voll von Fragen und Geheimnissen ist, die einen letztendlich durchrüttelt und einen so viele Emotionen spüren lässt.

Ich bin wahrlich durch dieses Buch gerannt, ich konnte und wollte es nicht mehr zur Seite legen, ehe nicht alle Fragen und Geheimnisse geklärt wurden.

Zu den Charakteren; November hat mich wirklich sehr berührt, sie ist schon recht ungewöhnlich und ich mochte vor allem ihre Art zu denken sehr, die ist nämlich sehr poetisch und hat mich häufig sehr nachdenklich gestimmt.
Sie ist ein Charakter der sehr viel Trauer, Schmerz und Wut mit sich bringt, zu dem hat sie massive Probleme mit sich selbst und klammer sich an den Gedanken, dass sobald sie ihre Eltern gefunden hat, alle Probleme verschwinden werden.
Die ganze Zeit über wollte ich ihr einfach nur helfen können, sie umarmen und trösten. Ihr Schicksal hat mich unglaublich berührt.
Katja ist wegen ihr häufiger am verzweifeln und ich konnte das nur allzu gut nachvollziehen, ebenso wie er hab ich mich regelrecht hilflos gefühlt..
Ihre ganze Entwicklung im Buch hat mich mehr als einmal erschüttert, es war schrecklich zu sehen wie sie dem Abgrund immer näher zu scheinen rückt..

Mit Katja kommt ein ganz wichtiger Part zu Tage, auch wenn ich seine Person leider recht unscheinbar fand. Das ist aber durchaus gewollt und hat mich auch nicht wirklich gestört.
Ganz toll fand ich die Stellen im Buch die sich ganz seiner Person gewidmet haben und man als Beobachter ihn in seiner Wohnung sah und auch seine Gedanken mit bekommen hat. Das waren sehr einsame und traurige Moment,e die einem Katja näher kommen ließen. 

Es ist gesamt ein unglaublich tolles Buch geschaffen, was hart und traurig ist, viele Abgründe offenbart und dann trotzdem Raum für ein kleines bisschen Hoffnung und Glück lässt. :)


Ein einzigartiges Buch und doch so typisch für Antonia Michaelis, mich hat es komplett geflasht. Es ist schön und traurig zugleich und vor allem auch auf emotionaler Ebene absolut mitreißend. 
Lesen, lesen, LESEN!!
 Weitere Informationen: 
  • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
  • Verlag: Oetinger (20. August 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3789142956
  • ISBN-13: 978-3789142956
 

Montag, 29. September 2014

[Rezension] Bäume reisen nachts

von Aude Le Corff
"Seit Monaten verbringt die achtjährige Manon ihre Nachmittage allein, unter einer riesigen Birke im Garten. Sie verschlingt ein Buch nach dem anderen und spricht mit Ameisen und Katzen, nur um an eines nicht denken zu müssen: das spurlose Verschwinden ihrer Mutter. Mit dem eigenen Kummer beschäftigt, vermögen Manons Vater Pierre und ihre Tante Sophie das stille Mädchen nicht zu trösten. Doch Manons Einsamkeit erweicht das Herz des mürrischen Nachbarn Anatole, der, seitdem er nicht mehr unterrichtet, sich von Kindern möglichst fernhält. Sie beginnen, gemeinsam den Kleinen Prinzen zu lesen, und es erwächst eine außergewöhnliche Freundschaft. Als eines Tages überraschend Briefe der Mutter eintreffen, schmieden das Mädchen und der alte Mann einen kühnen Plan, der sie gemeinsam mit Pierre und Sophie auf eine abenteuerliche Reise quer durch Europa führt.."


Seit ihre Mutter die Familie verlassen hat, ist Manon ein einsames und trauriges Mädchen. Ihr Vater ist in Depressionen versunken und findet nicht mehr die Kraft sich seiner Tochter so zu widmen wie sie es gerade jetzt braucht. Ihre Tante Sophie lässt Manon nicht an sich ran, da sie ihr die Schuld an dem verschwinden ihrer Mutter gibt.
Dadurch sitzt Manon den ganzen Tag unter ihrem Baum, liest in Büchern und spricht mit Katzen und Ameisen.
Anatole ein alter Mann, dessen Wunsch nach einer Familie nie in Erfüllung gegangen ist, nimmt sich dem 8-jährigen Mädchen an und so entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft.
Als dann ein erster Brief, ein erstes Lebenszeichen ihrer Mutter ins Haus flattert erweckt auch ihr Bater wieder zum Leben und gemeinsam machen Manon, Sophie, Anatole und Manons Vater Pierre, sich auf den Weg um die Mutter wieder nach Hause zu holen...


Das Cover gefällt mir unglaublich gut, ich finde es einfach sehr schön anzusehen, außerdem hat es mich unglaublich neugierig auf die Geschichte gemacht. :)


Auf dieses Buch hatte ich mich wahrlich sehr gefreut, der Titel und vor allem auch die Beschreibung des Buches, klang total nach meinem Geschmack und so entstand bei mir auch eine sehr hohe Erwartung an den Inhalt des Buches.

Im großen und ganzen ist dies auch eine sehr emotionale, tiefgreifende und vor allem auch zauberhafte Geschichte, die mich durchaus fesseln und berühren konnte. Trotzdem hatte ich andere Vorstellung vom Verlauf und war hier und da dann ein bisschen enttäuscht. 
Das lässt sich gar nicht so sehr begründen, es war stellenweise einfach nicht mein Geschmack und das bezieht sich rein auf den Verlauf der Handlung.
So dreht sich das Buch zweitweise sehr viel um Sophie, Manons Tante, diese trägt ein Geheimnis mit sich herum, dass Manons Familie zwar bekannt ist, dem Leser aber erst im späteren Verlauf offenbart wird.
Dieses Geheimnis schneidet ein wirklich sehr tabuisiertes Thema an und geht damit auch wirklich sehr offen um, an sich sehr löblich, für mich passte es einfach nur nicht so wirklich ins Buch rein.

Generell dreht sich das Buch viel weniger um Manon selbst als ich erwartet habe, zu Anfang fand ich das schon sehr schade, letztendlich war es aber schon sehr schön und interessant auch sehr tief in die anderen Charaktere eintauchen zu können - ihr Leid, ihre Schwächen aber auch ihre Wünsche und Stärken zu erleben, all das hat mir letztendlich gut gefallen und sie wurden dadurch alle echt und lebendig, das hatte ganz viel Charme.

Manon selbst hat mich trotzallem vollkommen überzeugen können, sie ist ein sehr verletztes Mädchen, dabei sehr klug mit einer wunderbaren Sicht auf die Welt. Sie versteht sehr viel, ist neugierig und fragt viel nach, gerade im Zusammensein mit Anatole entstehen so sehr viele nachdenkliche Momente die einen sehr philosophischen Touch bekommen und diese Momente sind einfach unglaublich kostbar und wertvoll und daraus kann der Leser viel mitnehmen.

Die Geschichte war mir zuweilen ein bisschen zu langatmig, trotz der geringen Seitenzahl nimmt die Reise der Truppe viel Zeit in Anspruch und wird manches Mal auch mit Ereignissen gefüllt, die mir nicht so zugesagt haben, weil sie für mich einfach nicht so interessant waren, auch das fand ich sehr schade.

Der Schreibstil des Buches war für mich dann aber ein unglaublich großer Genuss, der ist nämlich sehr schön und gespickt mit vielen klugen Sätzen, die ebenfalls sehr nachdenklich stimmen können.


Ein Buch das mich wirklich auf eine tolle Reise mitnehmen konnte, voll von schönen und nachdenklichen Momenten, mit tollen Personen um einen herum und mich trotzdem stellenweise als Passagier verlor. 
Ein durchaus hinreißendes Buch.
 Weitere Informationen: 
  • Taschenbuch: 201 Seiten
  • Verlag: Insel Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (10. März 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3458360190
  • ISBN-13: 978-3458360193
 

[Neuzugang] 3 Bücher die mein Herz im Sturm erobern werden, sicher! :)

Hallo meine Lieben,

es sind zwar nicht wirklich viele Bücher aber drei reichen ja auch durchaus aus. Zudem bin ich einfach so unglaublich froh diese drei Schätze Mein nennen zu dürfen, dass ich gar nicht mehr weiter auf neue Bücher warten mag und sie einfach vorzeigen will/muss! :D


Ich brenne für dich von Tahereh Mafi: 
"Nach der verlorenen Schlacht gegen das Reestablishment ist Omega Point, der Zufluchtsort der Rebellen, zerstört, Juliettes Freunde sind in alle Winde zerstreut. Auch über das Schicksal ihrer ersten großen Liebe Adam ist sie im Ungewissen ? ebenso wie über ihre Gefühle für ihn. Die einzige Gewissheit, die ihr noch bleibt, ist, dass sie das grausame Regime unbedingt besiegen muss. Doch dazu wird sie sich Warner anvertrauen müssen, Kommander von Sektor 45, Sohn des feindlichen Oberbefehlshabers ? und nunmehr Juliettes einziger Verbündeter. Der eine Mensch, den sie auf ewig zu hassen schwor. Und der ihr Leben rettete. Jetzt verspricht er, an ihrer Seite gegen seinen Vater zu kämpfen. Doch kann sie ihm vertrauen? Und was will er wirklich von ihr?"

Ich liebe diese Reihe weil sie nicht nur ideenreich und spannend ist sondern auch so wunderschön geschrieben ist, endlich ist das Finale da und ich gestehe, dass ich sehr, sehr aufgeregt bin! :D 


Vollendet: Die Rache von Neal Shusterman: 
"Ein erschütternd reales Zukunftsszenario
Nach der Zerstörung ihres letzten Zufluchtsorts leben Wandler gefährlicher denn je. Risa muss sich allein durchschlagen. Cam verrät die Organisation, die ihn erschaffen hat. Connor und Lev sind auf der Suche nach einer Frau, die offiziell gar nicht existiert.
Wenn sie alle wieder aufeinandertreffen, wird nichts mehr so sein wie zuvor …"  


Auch auf dieses Buch fiebere ich schon seit Ewigkeiten hin, gehört die Vollendet Reihe doch wirklich zu meinen liebsten, ich bin mir sicher, dass auch dieser Teil mich vom Hocker hauen wird und kann das Lesen hier ebenfalls kaum noch abwarten. :) 


Aufstieg und Fall großer Mächte von Tom Rachman: 
"Paul, Toolys Vater, ist Spezialist für Informationstechnologie und ein bisschen verschroben. Zu spät hatte er bemerkt, dass seine überstürzt geheiratete Frau völlig durch den Wind ist. Doch als die Mutter eines Tages ihre kleine Tochter in der Badewanne verbrüht, entführt er Tooly.
Zieht jahrelang mit ihr rund um den Globus, von Job zu Job, von Stadt zu Stadt, immer auf der Flucht. Irgendwann aber spürt die Mutter ihre Tochter in Bangkok auf, und abermals wird Toolys Leben auf den Kopf gestellt. Charmant und unberechenbar, verbreitet diese Frau Chaos, wo immer sie auftaucht, und sich um eine Elfjährige zu kümmern, überfordert sie restlos. Aber da sind noch Venn, ihr Liebhaber, ebenso charismatisch wie egozentrisch, dessen Weltsicht Tooly elementar prägen wird, und Humphrey, der griesgrämige Russe, der Bücher über alles liebt: Ein Dreieck, in dem Tooly versucht, Grund unter die Füße zu bekommen, während das Leben sie durch die Luft wirbelt, wie von Propellern getrieben. ? Tooly schlägt sich ohne Koordinaten durchs Leben ? ohne Mutter und ohne Vaterland, ohne feste Bleibe oder Schulbildung, ohne eigene Geschichte. Sie fällt durch alle Netze und Raster und kommt doch schließlich an in einem Leben, das (vielleicht) das ihre ist."

Das Cover finde ich unglaublich schön und hat mich auch gleich total neugierig gemacht, hab schon viele begeisterte Leserstimmen gehört umso gespannter bin ich natürlich auf das Buch geworden, auch hier freue ich mich tierisch. :)
  

Freitag, 26. September 2014

Svenja WAR auf ihrer ersten Lesung!! :D

Hallo meine Lieben,

gestern war es endlich soweit Kerstin Gier war in der Stadt und lud zur Lesung von Silber - Das zweite Buch der Träume ein. :)

Ich muss ja sagen, dass ich wirklich wirklich aufgeregt war und als es dann endlich anfing und Kerstin Gier die Bühne betrat durchfuhr mich ein wohliger Schauer, ein Lächeln breitete sich aus und meine vorige Vorfreude wurde zu einem puren Glücksgefühl! :)

Als erstes schoss mir nur der Gedanke in den Kopf, dass sie eine unglaublich angenehme Stimme hat, sehr zart und unglaublich freundlich, ich weiß nicht warum aber irgendwie hatte ich mir bei ihr eine ganz andere Stimme vorgestellt.

Das hatte mich auf jedenfall schon sehr überrascht, aber danach war ich einfach nur noch total gebannt von dieser Frau, schnell hat sich bemerkbar gemacht was für eine herzliche Frau da auf der Bühne steht und ich schwöre, dass sie auch eine der witzigsten ist die es geben mag. Wenn es mit der Schreiberei nicht geklappt hätte, hätte sie immer noch Komikerin werden können - definitiv.
Schnell hat sie nämlich den ganzen Raum eingenommen und ein Lacher folgte dem anderen.

© Heimat - Raum für Unterhaltung
Ich fand es sehr schön wie viel sie erzählt hat, von ihren bisherigen Lesungen und den Pannen die es dort so gab. Wirklich sympathisch und auch hier konnte man gar nicht wirklich aufhören zu lachen, weil sie alles sehr bildhaft darstellt und man die Komik direkt vor Augen hatte. Da hätte ich mir auch noch so, so viel mehr von ihr anhören können aber man war ja da für die Lesung und nicht um über ihre privaten Erlebnisse zu reden. :)



Nach meinem Gefühl hat sie gar nicht so viel gelesen sondern eher frei erzählt, das fand ich persönlich aber auch viel schöner. So ein stumpfes vorlesen mag zwar auch spannend sein, aber den Autor frei sprechen zu hören ist dann doch eine Spur besser.
Auch hier hat sie sich vor allem auf die lustigen Szenen im Buch gewidmet, so dass immer
wieder Lachen zu hören war und auch ich konnte da teilweise kaum an mich halten.

© Heimat - Raum für Unterhaltung
Auch wenn diese Szenen alle bekannt waren und dort schon amüsiert haben, war es einfach noch mal so viel toller sie aus Kerstin Giers Munde zu hören, ihre Betonungen vor allem wenn sie die
Direktrede las war einfach unglaublich toll.
Man erinnere sich nur an die Szene in der Mia und Liv den geliebten Busch vom Bocker "ermorden" und Florence Reaktion darauf.
Oder Graysons Traum in dem er nicht weiß ADB ist und jämmerlich am versagen war. Herrlich!

All diese Szenen von Kerstin Gier in Szene gesetzt waren einfach unglaublich gut und es hat unglaublich Spaß gemacht ihr zuzuhören.

Ebenfalls fand ich es toll wie sie sich über ihre eigenen Figuren auslassen konnte (Bocker oder Emily) und auch die beiden Jungs (Henry und Grayson) mal mit einem Schmunzeln betrachtet hat und uns ganz offen ihre Wahl zwischen den beiden mitgeteilt hat (mit 16 Henry aus der Sicht einer Mutter Grayson).

Auch die Spaltung zweier Lager hat sie thematisiert nämlich Team Henry und Team Grayson und sie hat diese tolle Vermutung, dass brave Mädchen eher Grayson favorisieren, während die "bösen" Henry lieber mögen - naja zumindest bei mir trifft diese These zu, ich bin schon sehr brav und definitiv Team Grayson, wenn ich mich zu diesem fangirlen hinreißen lassen würde. :D
Lustig in dem Zusammenhang war, dass vor mir eine Gruppe von Mädchen saßen, die sogar T-Shirts mit Team Grayson anhatten, das fand ich schon am Anfang sehr, sehr niedlich. :)

© Heimat - Raum für Unterhaltung
Die Lesung war auf jedenfall ein voller Erfolg und ich hoffe so, so sehr, dass sie auch beim dritten
Teil im Norden halt machen wird - optimal wäre natürlich wieder in Schleswig. :P
Es lohnt sich einfach tierisch und wer ihre Bücher mag, sollte sich dieses Vergnügen einfach nicht entgehen lassen, denn Kerstin Gier war für mich persönlich wirklich ein Highlight. :)

Schön war auch die Fragerunde nach der Lesung selbst, lustig war vor allem auch zu sehen wie Anfangs sich kaum wer getraut hat, aber dann immer mehr Mut gefasst haben - ich gestehe hier gleich, ich nicht, zu schüchtern, zu ängstlich. Auch wenn es natürlich schade um die Gelegenheit gewesen ist. :)
Aber auch so wurden einige Fragen gestellt die ich persönlich auch sehr interessant fand zum Beispiel wie Kerstin Giers eigene Traumtür aussehen würde und wie sie ihre sichern würde. :)
Froh war ich allerdings, dass ich den zweiten Teil schon gelesen hatte, denn bei der Fragerunden wurde schon einiges von den Fragenden gespoilert. xD

Danach fehlte nur noch die Signierstunde(n?), Ich saß ja leider recht hinten und während der Lesung fand ich das schon recht schade, weil ich von Kerstin Gier auf der Bühne gar nicht so viel erkannt habe, aber als es ans Signieren ging war mein Platz schon ein vorteil, denn der Tisch stand nicht wirklich weit von mir entfernt.
Und bevor der Veranstalter überhaupt uns ermahnen könnte doch erst Mal Kerstin Gier einen Durchgang zu lassen und eventuell eine (!!!) Reihe zu bilden, war es auch schon zu spät und die Menge drängte zu den Tischen und ich gestehe, dass ich auch zu diesen Leute zählte. :P

Aber so hatte ich einen ziemlich guten Platz, auch wenn es von hinten ständig drückte und echt eng war, weil alle Leute immer weiter nach vorne wollten - ganz ehrlich das war kein großer Spaß. :D
Aber ich bekam meine Bücher relativ schnell signiert, ebenso wie meine Eintrittskarte und ihr so nahe sein zu können, war irgendwie schon ganz toll.
Leider war ich auch da sehr schüchtern und bis auf "hallo" und "vielen Dank" ein schüchternes Lächeln oder Lachen kam von mir leider nicht, aber sie war unglaublich herzlich. :)

Süß war auch, dass jeder der sich Silber 2 signieren ließ, einen kleinen Schlüssel bekommen hat, ist zwar Made in China wie Kerstin Gier so schön sagte, aber einfach als Erinnerung war das unglaublich nett und ich hab mich sehr darüber gefreut. :)
Es gab zwar die Möglichkeit mit ihr Bilder zu machen, aber aufgrund des Gedrängels war das für mich einfach zu müssig, auch wenn es eigentlich schade ist keines zu haben aber ich hab so ei
n paar Bilder von ihr machen können. :D



Mein persönliches Fazit also: Immer wieder gern, es ist ein Erlebnis voller schöner und lustigen Erinnerungen und ich bin so froh, diese Gelegenheit genutzt zu haben Kerstin Gier einmal hautnah zu erleben. :)


PS: Leider war meine Kamera zu schlecht für die dortigen Lichtverhältnisse und ich saß während der Lesung auch einfach zu weit weg um ordentliche Bilder machen zu können. Auch die Bilder aus
direkter Nähe sind leider nicht von bester Qualität, so dass ich die nicht unbedingt zeigen muss. ^^
Um diesen Beitrag aber nicht Bilder los zu lassen, habe ich mich von der Facebook Seite des Veranstalters bedient, alle rechte sind ihnen also vorbehalten. ;)

Mittwoch, 24. September 2014

[Rezension] Silber - Das zweite Buch der Träume

von Kerstin Gier
"Liv ist erschüttert: Secrecy kennt ihre intimsten Geheimnisse. Woher nur? Und was verbirgt Henry vor ihr? Welche düstere Gestalt treibt nachts in den endlosen Korridoren der Traumwelt ihr Unwesen? Und warum fängt ihre Schwester Mia plötzlich mit dem Schlafwandeln an?
Albträume, mysteriöse Begegnungen und wilde Verfolgungsjagden tragen nicht gerade zu einem erholsamen Schlaf bei, dabei muss Liv sich doch auch schon tagsüber mit der geballten Problematik einer frischgebackenen Patchwork-Familie samt intriganter Großmutter herumschlagen. Und der Tatsache, dass es einige Menschen gibt, die noch eine Rechnung mit ihr offen haben – sowohl tagsüber als auch nachts.."



Nach den zuletzt gefährlichen Ereignissen, die vor allem durch die Fähigkeit des luzidenträumens verursacht wurde haben Grayson und die anderen keine Lust mehr sich weiter auf den Korridoren herumzutreiben.
Nur Liv und Henry können es nicht sein lassen, während sie diese Zweisamkeit anfangs noch vollends genießen schleicht sich bei Liv immer mehr Misstrauen ein. Henry ist stets verschwiegen wenn es um sein eigenes Privatleben geht und dann fängt Secrecy an Informationen über Liv preis zu geben, die sie eigentlich nur von Henry haben kann, doch jede Konfrontation weicht er aus.
Dennoch bleibt Liv nicht viel Zeit sich diesen Problemen zu widmen, denn auf einmal treibt sich ein gewisser Senator Tod in den Korridoren herum und macht jagt auf sie und auch Mias Schlafverhalten verändert sich, sie beginnt zu schlafwandeln mit gefährlichen Ausmaß...


Wie auch beim ersten Teil schon ist die Gestaltung wirklich sehr schön und liebevoll hergerichtet, das Covermotiv selbst gefällt mir hier sogar noch um einiges mehr, was vor allem an der Farbe liegt. :D


Nach dem ersten Teil habe ich mich schon sehr auf den zweiten Teil gefreut, auch wenn ich im Hinterkopf stets die Hoffnung hatte, dass der zweite Teil eine Steigerung mit sich bringen würde. Schon schnell musste ich allerdings feststellen, dass das wohl nicht der Fall ist, dennoch bin ich froh, dass sich das Niveau, meinem empfinden nach, zumindest weitesgehend halten konnte. :)

Wie auch im ersten Teil schon braucht die eigentliche Geschichte sehr lange um überhaupt in Gang zu kommen. Da ich hier schon eher darauf eingestellt war, konnte ich es allerdings schon genießen so viele "belanglose" Ereignisse mitzuerleben und auch den involvierten Protagonisten dadurch näher zu kommen. Da man sie sehr viel in ihrer normalen Umgebung erlebt, bekommt man schon einen sehr guten Einblick in deren Leben und es entsteht eine sehr gute Bindung zu ihnen.

Der Schreibstil ist hier ebenfalls wieder sehr flüssig und leicht gehalten, dadurch rast man wieder durch das Buch. Generell muss ich aber sagen, dass ich diesen Schreibstil nicht unbedingt mag, zu einem bin ich einfach kein Fan dieser Einfachheit, auch wenn dadurch ein Lesesog entsteht und zum anderen ist mir der Schreibstil von Frau Gier einfach zu humorlastig, das mag zwar Spaß machen aber das ist einfach nicht das was ich bevorzuge. Hier passt es allerdings schon und ich finde es an sich auch okay.

Schade fand ich, dass Henry ziemlich viel an Sympathie bei mir verlor, ich fand ihn regelrecht nervig. Seine distanzierte und verschlossene Art ging mir einfach auf den Keks und auch wenn er es nicht leicht hat mit seiner privaten Situation, wollte ich sein Verhalten auch nicht wirklich nachvollziehen können. Zu mal er sich dann in gewissen Situation so dermaßen daneben benahm dass es mit einer schwierigen Phase im Leben auch nicht wirklich zu entschuldigen ist und dann legt er teils eine Doppelmoral an den Tag, das war nicht mehr feierlich.

Dafür konnte Grayson bei mir ordentlich Punkten, man lernt ihn hier viel näher kennen und er entwickelt sich zu einem wirklich guten großen Bruder und scheint sich auch wohl zu fühlen in der Rolle, gerade in Bezug auf Mia sticht das sehr hervor und dieses Zusammenspiel der beiden fand ich sehr süß zu verfolgen. 
Ich muss gestehen, dass ich mir ja eine Liebesgeschichte zwischen Liv und Grayson wünsche, zeitweise gibt es auch gewisse Andeutungen, ich bin gespannt. Ich finde prinzipiell, dass die beiden einfach gut miteinander harmonieren, sich auf einer Ebene begegnen und einfach besser zusammen passen als Liv und Henry. :D
Ansonsten sind einige Charaktere aus dem ersten Teil nur noch am Rande präsent, dafür steht aber gerade die ganze Familie rund um Liv sehr im Vordergrund, das hat mir sehr gefallen.

Die Geschichte in dem Buch war leider etwas weniger ansprechend für mich als die im ersten Teil, was vor allem auch daran lag, dass ich manches zu weit hergeholt fand ich und ich die Motivation des neuen Gegners nicht wirklich nachvollziehen konnte und dann war sie hier auch noch sehr vorhersehbar.
Schnell war für mich klar wer dieses Mal hinter Liv her war, das nahm schon viel von der eh kaum vorhandenen Spannung.
Die Zeit in den Träumen gefiel mir hier allerdings auch wieder sehr, wenn nicht sogar besser. Liv beginnt damit spielerischer an die Sache heran zu gehen und probiert vieles aus, so fängt sie an sich selbst zu verwandeln oder Dinge zu materialisieren, das zu beherrschen erfordert Übung und diese Übungszeit hat einfach gut unterhalten. :)


Auch der zweite Teil konnte mich nicht richtig vom Hocker hauen, dennoch macht die Leichtigkeit des Buches Spaß für den Moment und die Charaktere wachsen einem insgesamt immer mehr ans Herz, so dass man unbedingt wieder Zeit mit ihnen verbringen mag.
Super Lesevergnügen


 Weitere Informationen: 
  • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
  • Verlag: FISCHER FJB; Auflage: 2 (23. Juni 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3841421679
  • ISBN-13: 978-3841421678
 

Dienstag, 23. September 2014

[Rezension] Wild Cards 01 - Das Spiel der Spiele

von George R. R. Martin & Co.
"America's next SUPERHERO!
Seit sich in den Vierzigerjahren das Wild-Card-Virus ausgebreitet hat und Menschen mutieren lässt, gibt es neben den normalen Menschen auch Joker und Asse. Joker weisen lediglich körperliche Veränderungen auf, während Asse besondere Superkräfte besitzen. Da ist zum Beispiel Jonathan Hive, der sich in einen Wespenschwarm verwandeln kann, oder Lohengrin, der eine undurchdringliche Rüstung heraufbeschwört. Doch wer ist Amerikas größter Held? Diese Frage soll American Hero, die neueste Casting Show im Fernsehen, endlich klären. Für die Kandidaten geht es um Ruhm und um so viel Geld, dass sie beinahe zu spät erkennen, was wahre Helden ausmacht."



Seit einigen Jahrzehnten schon, gib es die Wild Cards. Jetzt folgt nun endlich die erste Castingshow in Amerika, die zumindest einen von ihnen alle Türen öffnen soll "Americas next Superhero".
Etliche Asse und Jokers nehmen am Casting teil, doch nur die besten landen auch wirklich in der Show.
Während in Amerika sich alles um die neueste Unterhaltungshow dreht, herrscht in Ägypten allerdings ein ernster und bedrohlicher Zustand, nämlich Krieg.
Schon bald müssen die Teilnehmer der Show sich die Frage stellen, was macht einen Helden überhaupt aus?..


Die Gestaltung an sich gefällt mir sehr und empfinde ich auch als passend für das Buch, nur mit der Wahl der abgebildeten Figur bin ich persönlich weniger zufrieden, auch wenn ich sie durchaus mag, für mich gab es aber wichtigere und einprägsamere Charaktere in diesem Teil. :)


Wer dieses Buch vorwiegend wegen George R. R. Martin lesen will, der sollte sich bewusst machen, dass dieses Buch von einer Vielzahl Autoren geschrieben wurde und George R. R. Martin selbst nur ein Kapitel zu diesem Teil beiträgt.
Mir persönlich hat die Beschreibung des Buches wirklich sehr zugesagt und ich fand es interessant zu sehen wie die einzelnen Kapitel der verschiedenen Autoren miteinander fungieren und wie gut sie vor allem auch harmonieren.
Insgesamt hat mir das Zusammenspiel wirklich gut gefallen, denn ganz so einfach ist es sicherlich nicht, denn trotz dessen, dass alles sehr stimmig war ist es durchaus bemerkbar, dass hier nicht nur ein Schreiberling am Werk war.

Die Geschichte selbst hat mir ebenfalls sehr gut gefallen und konnte mich auch schnell packen, gerade die verschiedenen Charaktere und deren Fähigkeiten stechen klar hervor und machen einfach viel Spaß.
Einzige was hier schade ist, ist dass viele Charaktere nicht bei mir haften bleiben konnten, da ihnen nur sehr wenig Raum zu Verfügung stand. Das war an sich auch okay, aber gerade wenn diese dann mit wirklich tollen Fähigkeiten ausgestattet waren, hätte ich mir schon gewünscht sie mehr in Action erleben zu können und auch mehr über die Person zu erfahren.

Die Charaktere die für diesen Teil dann aber von Bedeutung waren kamen dann auch sehr gut zur Geltung und ich war vor allem von den weiblichen Heldinnen sehr angetan. Die hatten nämlich echt Stil und konnten insgesamt die für mich interessantesten Fähigkeiten vorweisen, hat mich sehr erfreut. :)

Die gesamte Geschichte bietet ein tolles Paket an Unterhaltung und Spannung, sehr interessant fand ich dann auch den ernsten Umschwung den das Buch dann nahm, hier kam es dann zwar zuweilen auch zu langatmigen Phasen, diese fielen für mich aber kaum ins Gewicht. Denn bis auf diese einzelnen Momente ist Spannung und Unterhaltung stets gegeben.
Ansonsten nahm das Buch bei diesem Umschwung nicht nur eine recht nachdenkliche Stimmung an, über das was Heldentum eigentlich ausmacht, sondern das Buch nimmt auch Bezug zur Realität, wodurch mich das ganze nur noch mehr gefesselt hat.


Für mich bot dieses Buch eine nahezu perfekte Mischung aus all dem was ein gutes Buch unteranderem auch ausmacht. Eine sehr unterhaltsame und actionreiche Handlung und eine wirklich tolle Schar an Protagonisten, mit einmaligen und äußerst interessanten Fähigkeiten, die man unbedingt näher kennenlernen will. Für mich ein Must-Read, aber sicherlich auch nicht jedem sein.
Absolute Lesepflicht!
 Weitere Information: 
  • Broschiert: 544 Seiten
  • Verlag: Penhaligon Verlag (25. August 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3764531274
  • ISBN-13: 978-3764531270
 

Montag, 22. September 2014

[Rezension] Nenn mich nicht Hasi!

von Sandra Girod
"Angela wohnt mit ihrem Mann Jan-Rudi und den beiden Kindern Knöpfchen und Luca in der Hamburger Vorstadt. Alles verläuft in geordneten Bahnen - bis die spießigen Nachbarn einen Luxus-Kaninchenstall in ihrem Garten errichten und Angela klar wird: Ihr Leben ist stinklangweilig! Eine Affäre scheint die Lösung zu sein, und wer würde sich dafür besser anbieten als Arwid, der flirtende Fleischer vom Wochenmarkt, der auch noch wie ein hanseatischer Brad Pitt aussieht? Doch einen romantikfreien Kurztrip mit der Norwegen-Fähre und eine verwirrende Nacht am Elbstrand später muss Angela erkennen: In der Liebe hat meistens das Chaos das letzte Wort ..." 

Angela und Jan-Rudi sind schon lange miteinander verheiratet und haben zwei gemeinsame Kinder, während Jan-Rudi den ganzen Tag arbeitet hütet Angela Heim und Kinder und ist mit dieser Rolle sichtlich unzufrieden.
Sie vermisst die Wertschätzung ihres Mannes und wünscht sich hier und da mal eine helfende Hand von ihn, da dies allerdings nicht einzutreffen scheint, sucht Angela sich einen neuen Weg wieder pepp in ihr Leben zu bringen - eine Affäre muss her.
Als sie das nächste Mal ihren Wocheneinkauf auf dem Markt erledigt ergibt sich auch gleich die Gelegenheit für einen Flirt, der schöne Fleischverkäufer Arwid steckt ihr seine Nummer mit in die Einkaufstüte, doch soll sie ihm wirklich schreiben?


 
Sehr typische Gestaltung für das Genre, der Pinke Hase, der angriffslustig daherkommt, ist allerdings recht amüsant. ;)


Wenn man sich auf einfache Unterhaltungslektüre einlässt, dann weiß man was man zu erwarten hat und was nicht - die gängigen Erwartungen kann dieses Buch wohl erfüllen, dennoch war nicht immer alles nach meinem Geschmack.
Das Buch ist generell sehr klischeehaft und spielt gerne mit den (angeblichen) Unterschieden zwischen Mann und Frau, mir was das Vergleiche ziehen häufig zu viel, auch wenn gerade das einwerfen von etlichen (unwichtige) Studien über das Verhalten von Männern und Frauen als humorvoller Input dienen sollte.

Das größte Manko des Buches waren für mich allerdings die Protagonisten, die in einer Vielzahl vorhanden sind, dabei aber nur selten wirklich Sympathie mitbringen.
Angela selbst ist eine sehr unzufriedene Ehefrau und das lässt sie auch deutlich raus. 
Das Verständnis für ihre Unzufriedenheit konnte ich zwar aufbringen, mein Mitgefühl hielt sich allerdings in grenzen, denn das einzige was sie tut ist meckern ihre schlechte Laune an anderen auslassen (auch wenn es häufig eher gedanklich geschieht). Nicht einmal erlebt man sie dabei wie sie versucht über ihre Probleme mit Jan-Rudi zu reden und ihm zu verstehen gibt, dass sich etwas ändern muss an ihrem zusammenleben.
Stattdessen sieht sie ihren einzigen Ausweg darin sich eine Affäre zu suchen, dann sind die Probleme zwar immer noch da, aber man hat natürlich mal eine Auszeit von ihnen.. Mir war ihr Verhalten die meiste Zeit über einfach zuwider und in keinster Weise konnte ich für ihr Handeln Verständnis aufbringen.
Unglaubwürdig fand ich auch, dass auf einmal zig Männer auf sie zukamen und ihr Interesse bekundeten, na klar..

Mein Mitleid für Jan-Rudi hielt sich allerdings auch arg in Grenzen, denn das ist ein Mann den wünscht man keinen Kerl. Desinteressiert, nur auf sich fokussiert und wenn mal eine Kleinigkeit nicht stimmig ist, dann ist Angela natürlich Schuld. Genrell fand ich es nicht wirklich toll wie er mit Angela umgesprungen ist, ihre Haushaltsführung bemängelt hat, dabei aber selbst mit jeder Kleinigkeit überfordert war. So einen Mann braucht keine Frau. ;)

Generell war ich aber sehr enttäuscht davon, dass das Buch sich generell nur ums Betrügen dreht. Nicht nur, dass Angela sich nach einer Affäre umschaut auch die befreundeten Paare von ihr stechen nur mit gegenseitigen oder einseitigen Betrug hervor. Als ist es nicht anders möglich eine langjährige Beziehung zu haben ohne, dass einer oder gar beide mal fremd gehen.. Das Bild hier im Buch fand ich einfach deprimierend und einfach nicht schön, gerne hätte ich mir zumindest eine stabile Beziehung gewünscht in der man in der Lage ist seine Probleme anders zu bewältigen.

Zu der Geschichte bleibt mir eigentlich nur zu sagen, dass sie ziemlich vor sich her plätschert, es gibt zwar einzelne witzige Situationen aber generell traf dieses Buch nicht wirklich meinen Humor, zu flach, zu klischeehaft.
Als einziges Highlight im Buch wäre Knöpfchen zu erwähnen, Angelas zweijährige Tochter. Sie sorgt nicht nur für heitere Momente ist mit ihrer Art einfach nur zuckersüß und bringt als einzige wirklich gute Stimmung mit ins Buch.


Wer einfache Unterhaltung wirklich mag, der kann hier sicherlich auf seine Kosten kommen, muss aber mit einem einfachen Humor und wirklich unsympathischen Charakteren konform gehen. ;)
Ganz okay, mehr nicht.
 Weitere Informationen: 
  • Broschiert: 320 Seiten
  • Verlag: Blanvalet Verlag (24. März 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3764505133
  • ISBN-13: 978-3764505134
 

Freitag, 19. September 2014

[Rezension] Silber - Das erste Buch der Träume

von Kerstin Gier
"Geheimnisvolle Türen mit Eidechsenknäufen, sprechende Steinfiguren und ein wildgewordenes Kindermädchen mit einem Beil … Liv Silbers Träume sind in der letzten Zeit ziemlich unheimlich. Besonders einer von ihnen beschäftigt sie sehr. In diesem Traum war sie auf einem Friedhof, bei Nacht, und hat vier Jungs bei einem düsteren magischen Ritual beobachtet.
Zumindest die Jungs stellen aber eine ganz reale Verbindung zu Livs Leben dar, denn Grayson und seine drei besten Freunde gibt es wirklich. Seit kurzem geht Liv auf dieselbe Schule wie die vier. Eigentlich sind sie ganz nett.
Wirklich unheimlich – noch viel unheimlicher als jeder Friedhof bei Nacht – ist jedoch, dass die Jungs Dinge über sie wissen, die sie tagsüber nie preisgegeben hat – wohl aber im Traum. Kann das wirklich sein? Wie sie das hinbekommen, ist ihr absolut rätselhaft, aber einem guten Rätsel konnte Liv noch nie widerstehen …"



Liv und ihre Schwester Mia führen ein ruheloses Leben, dass von ihrer Mutter verursacht wird, denn die zieht es immer wieder von einem Ort zum nächsten. Doch der jetzige Umzug nach London soll der letzte sein, nicht nur hat Livs Mutter eine Anstellung an ihrer Traum-Uni ergattern können auch die Liebe hat sie erwischt und so beinhaltet dieser Umzug gleich das zusammenziehen mit dem neuen liebsten ihrer Mutter und seinen zwei Kindern.
Allerdings ist das nicht das einzige woran sich Liv gewöhnen muss, seit sie in London ist fängt sie an luzide zu träumen und sie ist nicht die einzige, auch Grayson, der Sohn des Freundes ihrer Mutter, und seine besten Freunden wandeln mit vollem Bewusstsein durch die Träume und das nicht nur durch ihre eigenen. So kommt es, dass Liv bei Grayson im Traum landet und Zeugin einer mystischen Unterhaltung in der es um Rituale und einem Pakt geht und dass sie unbedingt jemand neues in ihrem Kreis brauchen.
Livs Neugier ist geweckt und so schließt sie sich der Gruppe an, auch wenn gerade Grayson nicht dafür ist, doch für Liv ist es ein Spiel und so ahnt sie nicht auf welche Gefahren sie sich einlässt...


Die Gestaltung des gesamten Buches ist wirklich unglaublich süß gemacht, mit viel liebe zum Detail. Das Cover sticht deutlich hervor und ich mag es wie viel man dort entdecken kann, wenn man es mal einen Augenblick betrachtet. Auch die Ornamente die auf den Buchseiten selbst zu finden sind, finde ich wirklich sehr liebevoll gemacht. Das Highlight war für mich allerdings die Gestaltung des eigentlichen Buches ohne den Schutzumschlag, dort finden wir nämlich das Cover vom zweiten Buch vor. So viel Hingabe zum Detail etc. sieht man nicht so häufig. :)


Das Buch wurde bisher hauptsächlich mit großer Euphorie rezensiert und durch die Beliebtheit der Autorin entstand ein regelrechter Hype um den Auftakt dieser Reihe. Dies war mein erstes Buch von Kerstin Gier umso gespannter war ich.
Letztendlich hat mir das Buch gut gefallen, die allgemeine Begeisterung oder gar den Hype konnte ich allerdings nicht nachvollziehen.

Der Schreibstil des Buches ist wirklich sehr leicht und auch locker, das ganze wird durch einen gewissen Witz gut unterstützt. Prinzipiell ist das kein Schreibstil den ich bevorzuge, hier allerdings sorgte es dafür, dass man sehr schnell voran kam und ich muss ganz ehrlich sagen, dass tut dem Buch mehr als gut. 
Die Geschichte selbst braucht nämlich ziemlich lange um überhaupt in Gang zu kommen. Man lernt Liv und ihre Familie gut kennen und auch die neuen Lebensumstände füllen viele Seiten, die ich gerne anderweitig verwendet gesehen hätte. Denn so liest man sich in dieses Leben ein und nach rund 200 Seiten, wurde man zwar schon mit der eigentlichen Thematik konfrontiert, aber wirklich voran gekommen ist man da dann noch nicht. Ich hätte mir hier die Prioritäten einfach anders gewünscht, die luziden Träume hätten für mich gerne mehr Raum einnehmen können, so hatte ich einfach das Gefühl in den ersten zwei Dritteln des Buches standen die Nichtigkeiten viel zu sehr im Vordergrund.
Im letzten Drittel ritt das wichtige dann immer mehr im Vordergrund und wird dann allerdings auch recht zügig erzählt. Wobei die Autorin dennoch alles sehr schlüssig und gut durchdacht erzählt und auch einen Überraschungseffekt in petto hat, das ist natürlich positiv zu werten.

Überrascht war ich auch wie wenig Fantasy eigentlich in diesem Buch steckt, da hatte ich mir eigentlich andere Vorstellungen gemacht, das fand ich jetzt allerdings nicht weiter schlimm, nur wer Lust auf Fantasy hat, wird hier wohl nicht ganz zufriedengestellt.

An sich muss ich aber sagen, dass ich die Grundidee wirklich gut finde und auch die Darstellung der Träume hat mir unglaublich gut gefallen und ich habe mich gerne dort aufgehalten, auch wenn es mal ein bisschen gruselig wurde. :D
Die Umgebung der Träume ist nämlich sehr liebevoll gestaltet und mit viel Liebe zum Detail, wirklich schön.

Witzig fand ich die Idee, dass es an Livs neuer Schule eine Art Gossip Girl gab, irgendwie hätte ich mir sogar gewünscht, dass ihr Blog häufiger zu lesen wäre, das ist nämlich ein Aspekt der sich nur am Rande abspielt, aber scheint als gehe es damit im zweiten Teil gut weiter. ;)
Ich fand es toll, dass der erste Teil an sich abgeschlossen ist und man nicht mit zig Fragen da sitzt und den nächsten Teil kaum abwarten kann. Und dennoch bleiben immer noch genügend Handlungstränge die im zweiten Teil wieder aufgenommen werden können.

Die Charaktere im Buch kommen prinzipiell gut zur Geltung auch wenn sie mir nicht immer sympathisch waren, gerade Grayson und seine Freunde, mal abgesehen von Henry, waren für mich absolute großkotze mit denen ich nicht wirklich warm werden konnte.
Henry hingegen passte für mich so gar nicht in die Gruppe, sehr liebevoll und eine Person die noch mehr zu bieten hat als sie im ersten Band gezeigt hat, bin gespannt auf seine Entwicklung.

Liv war für mich auch nicht immer sympathisch, einfach weil ich ihr Verhalten in einzelnen Situationen nicht immer verständlich fand und auch nicht wirklich gut heißen konnte, dennoch die meiste Zeit war sie voll in Ordnung und gerade ihre Neugier mochte ich sehr gerne an ihr.

Wer mich allerdings noch zu 100% überzeugen konnte war Mia und Lottie, das Kindermädchen von Mia und Liv. Die beiden sind wirklich ganz eigene und besondere Charaktere, die sehr liebevoll daherkommen und ich mochte die Beziehung die Liv zu den beiden hatte wirklich sehr. :)


Ein Buch das wirklich Spaß macht, auch die Idee des Buches weiß mich zu überzeugen, aber dennoch sticht es für mich nicht wirklich hervor, ein Jugendbuch das im oberen durchschnitt anzusiedeln ist, aber keinen Hype wert ist. 
Super Buch.
 Weitere Informationen: 
  • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
  • Verlag: FISCHER FJB; Auflage: 7 (18. Juni 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3841421059
  • ISBN-13: 978-3841421050
 

Donnerstag, 18. September 2014

[Rezension] Doktorspiele

von Jaromir Konecny
"Andi tut, was man als sechzehnjähriger Junge so anstellt, wenn einen die Pubertät schüttelt wie ein Tsunami: Wettwichsen, Pimmelparaden, feuchte Träume von Mädchen ? Dabei gilt Andis permanente Sorge der Größe seines besten Stücks, hatte doch Cousine Lilli damals bei den Doktorspielen gefragt: ?Sind die alle so klein?? Da steht genau diese Lilli ? inzwischen mit Himmelsaugen und brisanten Brüsten ausgestattet ? eines Tages vor ihm. Vergessen ist Katja aus der 10b, egal, dass seine Fußballmannschaft das Pokalspiel verliert, Andi hat nur ein Ziel, und das heißt: Lilli zu beweisen, dass er kein Schlappschwanz ist. Und dafür nimmt er einiges in Kauf ?"

Andi ist sechzehn, die Hormone spielen verrückt und das Thema Sex steht im Fokus seiner Gedanken. Besonders auf Katja hat sein es sein Penis abgesehen, doch sie ist für ihn unerreichbar - so bleibt ihn nur das Wichsen und die Vorstellung wie sie.. alles mögliche mit ihm anstellt.
Die Sache mit seinem Penis ist auch ein bisschen kompliziert, Andi ist nämlich schwer traumatisiert, da seine Cousine seinen Penis als klein bezeichnet hat, da war er neun. Seit dem ist er von Selbstzweifeln geplagt und diese lassen ihn eh ein bisschen untergehen bei den Mädels. Als er dann erfährt, dass ausgerechnet diese Cousine, Lilly, einen Teil der Ferien bei ihm verbringen wird will er ihr und vorallem auch sich beweisen, dass sein Penis gar nicht mehr so klein ist.. 


Das Cover ist sehr schlicht gehalten und hauptsächlich der Titel sticht ordentlich hervor und der allein reicht vollkommen aus um die Zielgruppe neugierig zu machen oder zu beschämen, je nachdem, eventuell auch beides. :D


Dass dieses Buch für junge Leser gedacht ist, war mir natürlich klar, dennoch gab es viele Empfehlungen auch von Lesern in meinem Alter und darüber hinaus, so dass ich schon gewisse Erwartungen an das Buch hatte, die allerdings nicht zu hoch angesiedelt waren - meiner Meinung nach.
Natürlich muss man ein Buch anders betrachten wenn man eben nicht mehr der Zielgruppe entspricht, das gilt schon zu berücksichtigen, aber auch wenn ich das tue, dann schneidet dieses Buch bei mir einfach nicht gut ab.

Die ganze Geschichte ist plump und unglaublich flach, nicht frech, witzig oder gar mutig wie es schon über das Buch hieß.
Andi ist ein unglaublich unsympathischer Junge der häufig dämlich daherkommt und natürlich ständig nur an Sex denkt, was natürlich durch das ganze Testosteron, dass durch seinen Körper rast gut begründet ist
Ich bin kein Junge weshalb es natürlich nicht leicht für mich ist zu beurteilen wie "wahr" diese Verhaltensweise bei pubertierenden Jungen ist, aber auf mich wirkte es wie die typische, klischeehafte und vor allem übertriebende Darstellung wie es halt üblich ist. Nur wenig authentisch, aber ich mag mich irren, es ist nur das Gefühl was ich beim lesen immer hatte. (zu mal ich sicher auch schon in Kontakt mit pubertierenden Jungen war, die sich nie, nie so verhalten haben. ;) )
Ich hätte mir hier einfach ein bisschen weniger gewünscht, das käme besser.

Auch der Versuch die Sprache der Jugend anzupassen finde ich nicht gelungen, manche Erwachsene mögen es eventuell nicht glauben, aber auch Jugendliche können ganz normal reden. ;) 
Der Versuch wirkt einfach zu gewollt und zu zwanghaft, dass passt absolut nicht.

Generell ist mir das ganze Buch zu sehr mit Klischees gefüllt und gerade weil sich das Buch an junge Leser richtet finde ich das schade, man sollte denen früh genug zeigen, dass es nicht nur schwarz und weiß gibt, sondern die Dinge differenziert zu betrachten sind.

Den Versuch das Thema Sex offen zu behandeln finde ich schon lobenswert und irgendwo auch wichtig, da es schon ein Thema ist das immernoch von Erwachsenen tabuisiert wird und gerade für junge Leute als "Gefahr" angesehen wird, aber leider ist die Umsetzung hier einfach schlecht.


Ein Buch das außer dem Thema Sex nichts hermacht, kein Buch das ich empfehlen würde, auch nicht der eigentlichen Zielgruppe.
Leider ein Reinfall
Weitere Informationen:
  • Taschenbuch: 160 Seiten
  • Verlag: cbt (10. Januar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570307220
  • ISBN-13: 978-3570307229