Montag, 22. September 2014

[Rezension] Nenn mich nicht Hasi!

von Sandra Girod
"Angela wohnt mit ihrem Mann Jan-Rudi und den beiden Kindern Knöpfchen und Luca in der Hamburger Vorstadt. Alles verläuft in geordneten Bahnen - bis die spießigen Nachbarn einen Luxus-Kaninchenstall in ihrem Garten errichten und Angela klar wird: Ihr Leben ist stinklangweilig! Eine Affäre scheint die Lösung zu sein, und wer würde sich dafür besser anbieten als Arwid, der flirtende Fleischer vom Wochenmarkt, der auch noch wie ein hanseatischer Brad Pitt aussieht? Doch einen romantikfreien Kurztrip mit der Norwegen-Fähre und eine verwirrende Nacht am Elbstrand später muss Angela erkennen: In der Liebe hat meistens das Chaos das letzte Wort ..." 

Angela und Jan-Rudi sind schon lange miteinander verheiratet und haben zwei gemeinsame Kinder, während Jan-Rudi den ganzen Tag arbeitet hütet Angela Heim und Kinder und ist mit dieser Rolle sichtlich unzufrieden.
Sie vermisst die Wertschätzung ihres Mannes und wünscht sich hier und da mal eine helfende Hand von ihn, da dies allerdings nicht einzutreffen scheint, sucht Angela sich einen neuen Weg wieder pepp in ihr Leben zu bringen - eine Affäre muss her.
Als sie das nächste Mal ihren Wocheneinkauf auf dem Markt erledigt ergibt sich auch gleich die Gelegenheit für einen Flirt, der schöne Fleischverkäufer Arwid steckt ihr seine Nummer mit in die Einkaufstüte, doch soll sie ihm wirklich schreiben?


 
Sehr typische Gestaltung für das Genre, der Pinke Hase, der angriffslustig daherkommt, ist allerdings recht amüsant. ;)


Wenn man sich auf einfache Unterhaltungslektüre einlässt, dann weiß man was man zu erwarten hat und was nicht - die gängigen Erwartungen kann dieses Buch wohl erfüllen, dennoch war nicht immer alles nach meinem Geschmack.
Das Buch ist generell sehr klischeehaft und spielt gerne mit den (angeblichen) Unterschieden zwischen Mann und Frau, mir was das Vergleiche ziehen häufig zu viel, auch wenn gerade das einwerfen von etlichen (unwichtige) Studien über das Verhalten von Männern und Frauen als humorvoller Input dienen sollte.

Das größte Manko des Buches waren für mich allerdings die Protagonisten, die in einer Vielzahl vorhanden sind, dabei aber nur selten wirklich Sympathie mitbringen.
Angela selbst ist eine sehr unzufriedene Ehefrau und das lässt sie auch deutlich raus. 
Das Verständnis für ihre Unzufriedenheit konnte ich zwar aufbringen, mein Mitgefühl hielt sich allerdings in grenzen, denn das einzige was sie tut ist meckern ihre schlechte Laune an anderen auslassen (auch wenn es häufig eher gedanklich geschieht). Nicht einmal erlebt man sie dabei wie sie versucht über ihre Probleme mit Jan-Rudi zu reden und ihm zu verstehen gibt, dass sich etwas ändern muss an ihrem zusammenleben.
Stattdessen sieht sie ihren einzigen Ausweg darin sich eine Affäre zu suchen, dann sind die Probleme zwar immer noch da, aber man hat natürlich mal eine Auszeit von ihnen.. Mir war ihr Verhalten die meiste Zeit über einfach zuwider und in keinster Weise konnte ich für ihr Handeln Verständnis aufbringen.
Unglaubwürdig fand ich auch, dass auf einmal zig Männer auf sie zukamen und ihr Interesse bekundeten, na klar..

Mein Mitleid für Jan-Rudi hielt sich allerdings auch arg in Grenzen, denn das ist ein Mann den wünscht man keinen Kerl. Desinteressiert, nur auf sich fokussiert und wenn mal eine Kleinigkeit nicht stimmig ist, dann ist Angela natürlich Schuld. Genrell fand ich es nicht wirklich toll wie er mit Angela umgesprungen ist, ihre Haushaltsführung bemängelt hat, dabei aber selbst mit jeder Kleinigkeit überfordert war. So einen Mann braucht keine Frau. ;)

Generell war ich aber sehr enttäuscht davon, dass das Buch sich generell nur ums Betrügen dreht. Nicht nur, dass Angela sich nach einer Affäre umschaut auch die befreundeten Paare von ihr stechen nur mit gegenseitigen oder einseitigen Betrug hervor. Als ist es nicht anders möglich eine langjährige Beziehung zu haben ohne, dass einer oder gar beide mal fremd gehen.. Das Bild hier im Buch fand ich einfach deprimierend und einfach nicht schön, gerne hätte ich mir zumindest eine stabile Beziehung gewünscht in der man in der Lage ist seine Probleme anders zu bewältigen.

Zu der Geschichte bleibt mir eigentlich nur zu sagen, dass sie ziemlich vor sich her plätschert, es gibt zwar einzelne witzige Situationen aber generell traf dieses Buch nicht wirklich meinen Humor, zu flach, zu klischeehaft.
Als einziges Highlight im Buch wäre Knöpfchen zu erwähnen, Angelas zweijährige Tochter. Sie sorgt nicht nur für heitere Momente ist mit ihrer Art einfach nur zuckersüß und bringt als einzige wirklich gute Stimmung mit ins Buch.


Wer einfache Unterhaltung wirklich mag, der kann hier sicherlich auf seine Kosten kommen, muss aber mit einem einfachen Humor und wirklich unsympathischen Charakteren konform gehen. ;)
Ganz okay, mehr nicht.
 Weitere Informationen: 
  • Broschiert: 320 Seiten
  • Verlag: Blanvalet Verlag (24. März 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3764505133
  • ISBN-13: 978-3764505134
 

Kommentare:

  1. Hätte das Buch im Laden auf jeden Fall mal in die Hand genommen, aber wenn es sich hauptsächlich ums Betrügen dreht, habe ich kein Interesse daran. Sowas heiße ich nicht gut, daher möchte ich davon auch nix lesen. Dennoch eine sehr schöne Rezension :)

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    1. Ist halt schon sehr präsent im Buch, zu anderem ist der Umgang mit dem Betrug für mich dann auch einfach unverständlich. Aber dennoch danke fürs Kompliment zur Rezension, auch wenn ich dir nun ein Buch madig gemacht habe. :D

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