Dienstag, 30. September 2014

[Rezension] Niemand liebt November

von Antonia Michaelis
"Schatten der Vergangenheit: ein Spiel um Leben und Tod.
Kurz vor Ambers sechstem Geburtstag verschwanden ihre Eltern auf unerklärliche Weise. Jetzt ist Amber, die eigentlich November heißt, 17 Jahre alt und glaubt, eine Spur zu haben. Doch was hat es mit dem Jungen auf sich, der in dem erleuchteten Zelt ein Buch liest, sich aber in Luft auflöst, sobald sie sich ihm nähert? Welche Ziele verfolgt der Kneipenwirt, zu dem sie sich immer stärker hingezogen fühlt, und der immer für sie da zu sein scheint? Steckt er vielleicht sogar hinter den anonymen Drohungen, die sie erhält? Amber muss sich entscheiden: zwischen ihrer zerstörerischen Vergangenheit und dem Aufbruch in die Zukunft."



November ist siebzehn und auf der Suche nach ihren Eltern, die sind kurz vor ihrem sechsten Geburtstag verschwunden, seit dem schlägt sie sich mehr oder weniger alleine durch. Als sie endlich einen Hinweis findet, geht sie der Spur gleich nach und landet in einer alten Kneipe. Dort lernt sie Katja kennen, er erkennt ihre Not und nimmt sich ihrer an, verschafft ihre eine bleibe und lässt sie auch in der Kneipe jobben.
Nebenbei versucht er sie dazu zu bewegen etwas aus ihrem Leben zu machen, doch November ist wie besessen von der Idee ihre Eltern zu finden und tatsächlich gelingt es ihr immer mehr in Erfahrung zu bringen, doch dann wird sie auf einmal bedroht und jemand macht ihr deutlich klar, dass sie sterben wird und zwar an dem Tag an dem sie ihre Eltern endlich ausfindig macht...


Die Gestaltung ist wirklich schön, es wirkt irgendwie traurig und kalt und dennoch vermitteln zumindest die Blätter ein Hauch von Wärme. Ein sehr gelungenes Bild was nicht nur zum Buch passt sondern es auch gut wiederspiegelt. :)


Wie immer bei einem Buch von Antonia Michaelis war ich unglaublich gespannt wie sie mich dieses Mal packen und schockieren wird und ich kann nur sagen, dass ihr das wieder unglaublich gut gelungen ist. 
Dieses Buch ist so unglaublich gut und ich weiß, dass meine Rezension diesem Buch einfach nicht gerecht werden wird. 

Antonia Michaelis ist für mich eine begnadete Autorin, deren Erzähleweise absolut einzigartig ist und für mich jedes Mal einen wahren Genuss darstellt.
Die Geschichten die sie erzählt sind traurig, grausam und schockierend und doch steckt in ihnen so viel Schönheit. Sie hat einen besonderen Schreibstil der verzaubert, fesselt und berührt.
Vieles von dem was sie schreibt verpackt sie in Bilder, sie spricht die schrecklichen Dinge meist nicht direkt aus und dennoch werden sie dem Leser mit einer riesigen Kraft direkt ins Gesicht geworfen, dass es einen den Atem raubt. Denn die Bilder die sie erschafft, sind einfach von großer Intensität.

Ich habe dieses Buch unglaublich geliebt, es hat mich wirklich geflasht, wie schon lange kein Buch es mehr getan hat und zu dem hat es mich emotional wirklich sehr mitgenommen. 
Mitgenommen auf eine Reise bei der man nicht genau weiß wohin sie führt, auf der alles möglich ist, die voll von Fragen und Geheimnissen ist, die einen letztendlich durchrüttelt und einen so viele Emotionen spüren lässt.

Ich bin wahrlich durch dieses Buch gerannt, ich konnte und wollte es nicht mehr zur Seite legen, ehe nicht alle Fragen und Geheimnisse geklärt wurden.

Zu den Charakteren; November hat mich wirklich sehr berührt, sie ist schon recht ungewöhnlich und ich mochte vor allem ihre Art zu denken sehr, die ist nämlich sehr poetisch und hat mich häufig sehr nachdenklich gestimmt.
Sie ist ein Charakter der sehr viel Trauer, Schmerz und Wut mit sich bringt, zu dem hat sie massive Probleme mit sich selbst und klammer sich an den Gedanken, dass sobald sie ihre Eltern gefunden hat, alle Probleme verschwinden werden.
Die ganze Zeit über wollte ich ihr einfach nur helfen können, sie umarmen und trösten. Ihr Schicksal hat mich unglaublich berührt.
Katja ist wegen ihr häufiger am verzweifeln und ich konnte das nur allzu gut nachvollziehen, ebenso wie er hab ich mich regelrecht hilflos gefühlt..
Ihre ganze Entwicklung im Buch hat mich mehr als einmal erschüttert, es war schrecklich zu sehen wie sie dem Abgrund immer näher zu scheinen rückt..

Mit Katja kommt ein ganz wichtiger Part zu Tage, auch wenn ich seine Person leider recht unscheinbar fand. Das ist aber durchaus gewollt und hat mich auch nicht wirklich gestört.
Ganz toll fand ich die Stellen im Buch die sich ganz seiner Person gewidmet haben und man als Beobachter ihn in seiner Wohnung sah und auch seine Gedanken mit bekommen hat. Das waren sehr einsame und traurige Moment,e die einem Katja näher kommen ließen. 

Es ist gesamt ein unglaublich tolles Buch geschaffen, was hart und traurig ist, viele Abgründe offenbart und dann trotzdem Raum für ein kleines bisschen Hoffnung und Glück lässt. :)


Ein einzigartiges Buch und doch so typisch für Antonia Michaelis, mich hat es komplett geflasht. Es ist schön und traurig zugleich und vor allem auch auf emotionaler Ebene absolut mitreißend. 
Lesen, lesen, LESEN!!
 Weitere Informationen: 
  • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
  • Verlag: Oetinger (20. August 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3789142956
  • ISBN-13: 978-3789142956
 

Kommentare:

  1. Hey,
    sehr schöne Rezension! Das Buch wollte ich auch noch unbedingt lesen und jetzt, nachdem du es so gut findest, muss ich das wohl ganz schnell machen. :)
    Antonia Michaelis ist wirklich eine tolle Autorin.

    Liebe Grüße,
    Nele

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    1. Ja das sollte schnell, schnell getan werden. Ich mags am liebsten jeden ind die Hand drücken so toll finde ich es. :D Hoffe du wirst ebenso viel Freude an dem Buch haben wie ich. :)

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  2. Das gib's doch nicht ..... schon wieder eine so verführerische Rezi zu dem Buch, dabei habe ich mir doch gesagt: Nein, keine Michaelis mehr. Denn ich hab es bisher mit jedem ihrer Jugendbücher probiert, aber nach dem "Märchenerzähler" konnte mich keines mehr so ganz überzeugen.

    Kannst du mir kurz sagen, wie du ihre anderen Bücher bisher fandst?

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    1. Da hast du dann schon mehr von ihr gelesen als ich, bei mir haben ein paar noch nicht den Weg von der Wunschliste ins Regal geschafft. ^^

      Also ich kann dir sagen, dass Der Märchenerzähler für mich auch das beste war, Solange die Nachtigal singt fand ich beispielsweise auch total schön, hatte da aber stellenweise kleinere Schwierigkeiten. ;)
      Niemand liebt November finde ich nun aber sogar besser als Der Märchenerzähler. :)

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    2. Besser als "Der Märchenerzähler"? Ok, du machst mich nun echt neugierig. Ich habe beschlossen, ich versuche es nochmal mit ihr :D

      Ich fand bisher jedes ihrer Bücher faszinierend, aber "Solange die Nachtigall singt" und "Nashville" waren gleichermaßen interessant, dann aber auch wieder too much. Bin gespannt, wie es mir bei ihrem neuen Werk gehen wird.

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    3. Ja fand ich schon, der Märchenerzähler war von der Erzählweise natürlich ziemlich genial, aber hier hat mich die Geschichte insgesamt doch mehr gepackt und mitgenommen. :)

      Okay, too much von der Handlung her oder von ihrem Schreibstil her? (frag nur, weil viele ihren Schreibstil ja nicht immer 100%ig mögen, viele ihn auch verwirrend finden.) :)
      Was die Handlung betrifft so sucht sie sich halt immer sehr harte Themen aus und ja die werden dann auch mal sehr, sehr krass dargestellt. Ist hier auch nicht anders, wobei ich es schon zurückhaltender fand als bei Der Märchenerzähler.^^
      Ihre Erzählweise ist hier zwar auch sehr bildlich und poetisch, aber das äußert sich häufig auch vor allem in der Denkweise von November, als too much habe ich das nicht empfunden, das hab ich allerdings bei keinem ihrer Bücher. :)

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