Dienstag, 7. Oktober 2014

[Rezension] Die Erben der alten Zeit - Das Amulett

von Marita Sydow-Hamann
"Charlie stieht die über sie angelegte Akte und verlässt bei nacht und Nebel das Kinderheim, in dem sie lebt. Mit dabei: Ein steinernes Amulett, das der Akte beilag. In Charlies Händen bewirkt es seltsame Dinge: Auf ihrer Flucht wird sie von dichtem Nebel umhüllt und findet sich plötzlich auf einem anderen Planeten namens Godheim wieder. In dieser mittelalterlich geprägten Welt herrscht der grausame Magier Oden, der nun auch nach Charlies Leben trachtet. Außerdem gibt es noch Sora, eine junge Frau, die nach einem mystischen, nahezu 15.000 Jahre langen Schlaf auf dem fortschrittlichen Planeten Euripides erwacht, Hier regieren Wissenschaft und Technik. Welche Verbindung besteht zwischen den beiden Welten? Und was hat dies mit Charlies Herkunft zu tun?" 



Charlie ist vierzehn und nach dem Tod ihrer Pflegeeltern wird sie von den zuständigen Behörden herumgereicht. Als Charlie eine Akte in die Hände fällt die, die genauen Umstände erhalten unter denen sie als Baby gefunden wurde, stellen sich ihr viele Fragen. Ein beiliegendes Amulett reißt sie an sich und läuft ein weiteres Mal weg.
Um sich zu tarnen schneidet sie sich die Haare ab und gibt sich nun als Junge aus. Als sie durch einen dichten Nebel wandert, findet sie sich plötzlich in einer neuen Welt wieder - Vanaheim.
In Vanaheim ist alles noch sehr mittelalterlich und Magie ist ein großer Bestandteil der dortigen Kultur. Für Charlie ist es schwierig sich dort einzufügen, doch sie findet Freunde die ihr helfen und dann bahnt sich Ärger an, scheint als wäre Oden, der mächtigste Magier von Vanaheim hinter ihr her...


Ganz ehrlich; das Cover ist schon ziemlich grässlich, ich finde absolut kein gefallen daran, es wirkt einfach lieblos und billig.


Auf das Buch war ich doch sehr gespannt, denn es ließ sich bisher nur positive Kritiken zu dem Buch finden.
Anfangs fiel es mir doch sehr schwer richtig in das Buch abzutauchen, den Schreibstil fand ich anfangs schwierig weil er mir irgendwie ungeübt erschien. Das hat sich ab einen gewissen Zeitpunkt gebessert, entweder weil er sich generell gebessert hat oder ich mich daran gewöhnt hatte. ;)
Auch sonst brauchte die Geschichte einfach sehr lange um in Gang zu kommen, die Autorin scheint mir nämlich ganz schön detailverliebt zu sein. Jede kleine Aktion wird genaustens beschrieben, das verhinderte bei mir einen konstanten Aufbau der Spannung. Dieser Aspekt bleibt die ganze Zeit über bestehen aber irgendwann gewöhnt man sich auch daran.

Ebenfalls ein kleiner Mängel war für mich, dass es ziemlich viele ruhige Phasen im Buch gab. Man erlebt Charlies Altag in Vanaheim der aus dem zusammensein mit ihren Freunden, Essen sammeln/jagen und zubereiten besteht. Sonst nichts, da Charlie sich verstecken muss.
Diese Seznen machen sicherlich das halbe Buch aus, sind sich dabei entweder recht ähnlich oder teils sogar identisch. Mir fehlte mir ein bisschen die Abwechslung.

Dennoch wartet dieses Buch dann doch mit einigen Pluspunkten aus, zu einem ist die Grundidee des Buches wirklich unglaublich gut, sehr kreativ und fantasievoll und durchaus auch komplex.  
Die Autorin bedient sich hauptsächlich an der nordischen Mythologie, was ich eh schon sehr erfrischend finde und mir gut gefallen hat, da ich die einfach sehr interessant finde. Dann macht sie daraus allerdings einfach auch noch mal was ganz eigenes, sehr originell und auch die Tatsache, dass sie sich teils auch an anderen Mythologien bedient hat, fand ich sehr schön.

Schön fand ich auch das Zusammenspiel der Welten, Teils sind sie miteinander vermischt und viele Mythologien werden halt eben mit diesen neuen Welten hier erklärt, fand ich sehr einfallsreich und die dadurch entstandene Verbundenheit gefiel mir sehr.

Auch die Vielfalt an Kreaturen, denen man hier begegnet hat mich unglaublich begeistern können, einige von ihnen waren mir bekannt (Einhörner bspw.), andere waren einfach neu und dadurch natürlich umso interessanter, auch hier fand ich den Ideenreichtum unglaublich faszinierend und auch wenn ich das ganze Zeitweise als zu überladen empfunden habe, war ich doch sehr angetan von dem ganzen.
Auch den Maß der Magie fand ich hier sehr gut, auch dass die Magie an den vier Elementen gebunden war mochte ich sehr. Dadurch sind die Magier in der Regel nicht unbegrenzt mächtig. Es gibt hier viele Informationen zu der Magie und ich hab es wirklich sehr genossen immer mehr und mehr darüber zu erfahren und mein Wissensdurst ist dies bezüglich noch lange nicht gestillt.

Die Charaktere im Buch haben mir insgesamt ganz gut gefallen, vor allem Tora ein Mädchen in Charlies Alter. Sie ist sehr impulsiv und ist dennoch sehr unbeschwert in vielen Dingen und dazu noch unglaublich klug. Sie leehrt Charlie sehr viel und ich fand es schade, dass ihr so viele Grenzen gesetzt wurden nur Aufgrund ihres Geschlechts. ;)

Charlie hingegen hat mir nicht immer gefallen, ich fand sie teils egoistisch und manchmal erschien sie mir für ihr Alter relativ unwissend, auch wenn sie wohl einfach nur unglaublich neugierig wirken sollte und deswegen über alles Informationen einholen musste. Auf mich wirkte es teils einfach nur ein bisschen komisch, aber geenrell ist sie eine recht angenehme Zeitgenossin.


Ein Auftakt mit Potenzial, das prinzipiell auch genutzt wurde, zuweilen wollte die Autorin aber zu viel und verliert sich in unwichtigeren Details, so dass häufig längen entstehen. Dennoch gab es einige positve Aspekte und die konnten mich dafür sehr überzeugen. Bin neugierig auf mehr. :)
Lesenswertes Buch.
 Weitere Informationen: 
  • Gebundene Ausgabe: 608 Seiten
  • Verlag: SANTICUM MEDIEN; Auflage: 1 (27. Mai 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3200030836
  • ISBN-13: 978-3200030831
 

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