Montag, 10. November 2014

[Rezension] Was bleibt wenn du gehst

von Amy Silver
"Freunde. Für immer?
In der Uni waren sie unzertrennlich, doch das ist lange her. Viele Jahre später erreicht Andrew, Lilah, Natalie und Dan eine überrasschende Einladung. Jen, die fünfte im Bund, lädt sie in ihr Haus nach Südfrankreich ein. Das Haus, in dem sie alle einen goldenen Sommer verbrachten - bevor die Tragödie sie auseinanderriss. Der Schnee fällt immer dichter. Abgeschnitten von der Außenwelt müssen die fünf sich lange vergrabenen Gefühlen stellen: Schuld, Trauer, unerwiderte Liebe, zerbrochene Freundschaft.
Nur nach und nach kommt ans Licht, was damals wirklich geschah." 




Fünf Freunde, die durch ein schicksalhaftes Ereignis voneinander getrennt werden, werden Jahre später von einer unter ihnen wieder zusammengeführt.
Jen, die Person die sich am allermeisten von den anderen distanziert hat, lädt die alte Gruppe in ihr Haus nach Frankreich ein.
Das Haus in dem die Geister der Vergangenheit wohnen.
Doch nicht nur die gestaltetdie Zusammenkunft schwierig, auch all die unausgesprochenen Worte, die zwischen ihnen stehen; Wut und Schuld, Worte und Gefühle vor denen alle weggelaufen sind...


Das Buch bedient sich einer Gestaltung, die es derzeit in Massen zu sehen gibt - ich persönlich mag diese Art von Gestaltung gerne, weshalb das Cover bei mir großen Anklang findet. :)


Die Geschichte hat mich vorab schon sehr neugierig gemacht und ich war gespannt, in welche genaue Richtung das Buch gehen wird.
Gleich zu Anfang hat mir der Aufbau schon sehr zugesagt, während wir zusammen mit den Protagonisten in der Gegenwart sind, wird die Vergangenheit durch Briefe und Emails, Häppchenweise offenbart.

Diese Art die Geschichte zu erzählen, mochte ich sehr gerne, zu einem bin ich wirklich ein Fan davon Briefe mit in das Geschehen zu integrieren und zu anderen wurde dadurch der Lesefluss nicht gestört.
Mit dem hatte ich nämlich zu Anfang eh kleinere Schwierigkeiten, die Perspektive wechselt zwischen den Protagonisten hin und her, der Wechsel wird nur nicht ausreichend gekennzeichnet. Allerdings ist diese Schwierigkeit auch nur von kurzer Dauer gewesen.

Zudem hat diese Art des Erzählens den Vorteil, dass ich als Leserin gute Einblicke in das Leben jeder einzelnen Person bekommen hat, das wiederum ist nicht nur interessant sondern auch wichtig für den Roman.
Zum einen sind die Beziehungen unter den Protagonisten recht komplex und immer von beiden Seiten zu betrachten, da jeder von ihnen eine andere Wahrnehmung gewisser Situationen hat. Zudem erfährt man dadurch, wie sehr jeder einzelne von diesem einen Erlebnis beeinflusst wurde und wie sehr das Leben eigentlich von den Vorstellungen und Wünschen jedes einzelnen abgewichen ist.

Das große Ereignis wurde ziemlich schnell gelüftet und man konnte es sich auch von Anfang an denken, zuerst fand ich das recht überraschend, man merkt aber schnell, dass dieses Ereignis zwar sehr prägend war, aber nicht den Fokus der Geschichte einnimmt. Eher sind es die Gefühle jedes einzelnen und das was zwischen den Protagonisten steht und einen Weg zu finden, eventuell wieder zueinander zu finden.

Was die einzelnen Charaktere betrifft, so mochte ich alle sehr gerne, auch wenn es bei einigen auch mal etwas länger dauern konnte damit sich das eingestellt hat. Bei Natalie war es zum Beispiel der Fall, aber sie hat es auch nicht wirklich leicht und eigentlich kann man ihr, diese verbitterte Art die sie an den Tag legt, nicht wirklich verübeln, weil alle Gefühle hier einfach sehr authentisch sind und man alles einfach auch nachvollziehen kann.
Schön fand ich auch, dass ich seit langem mal wieder eine sehr tiefe Verbundenheit zu den Charakteren gespürt habe, ich habe mich wie eine Freundin gefühlt und sah mich ebenfalls als Gast in dem kleinen Häuschen in Frankreich. Die Charaktere haben mich also wirklich für sich einnehmen können.
Mir hat die gesamte Konstellation einfach gefallen, so viel Leid und Schmerz und dennoch auch so viel Trauer über den Verlust der Freundschaft und eine Verbundenheit die einfach niemals enden wird, das war schon recht intim.

Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt, die alle zu verschiedenen Zeitpunkten spielen, so dass es durchaus große Sprünge in der Zeit gibt. Prinzipiell hat mir das gefallen, weil auch nichts in den Lücken verloren geht, aber der Cut kam meiner Meinung nach auch mal an einer unpassenden Stelle.


Ein Buch das mir sehr gefallen hat und dessen Charaktere mich wirklich mit ins Geschehen gezogen haben. Ein Buch das viel zu schnell endet! :)
Perfekt zum wohlfühlen!
Weitere Informationen: 
  • Taschenbuch: 448 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 3 (1. September 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499268523
  • ISBN-13: 978-3499268526
  

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