Montag, 16. Februar 2015

[Rezension] Ich. darf. nicht. schlafen.

von S. J. Watson
"Als Christine aufwacht, ist sie verstört: Das Schlafzimmer ist fremd, und neben ihr im Bett liegt ein unbekannter älterer Typ. Sie kann sich an nichts erinnern. Schockiert muss sie feststellen, dass sie nicht Anfang zwanzig ist, wie sie denkt – sondern 47, verheiratet und seit einem Unfall vor vielen Jahren in einer Amnesie gefangen. Jede Nacht vergisst sie alles, was gewesen ist. Sie ist völlig angewiesen auf ihren Mann Ben, der sich immer um sie gekümmert hat. Doch dann findet Christine ein Tagebuch. Es ist in ihrer Handschrift geschrieben – und was darin steht, ist mehr als beunruhigend. Was ist wirklich mit ihr passiert? Wem kann sie trauen, wenn sie sich nicht einmal auf sich selbst verlassen kann?" 


Jeden Morgen erwacht Christine ohne zu wissen wo sie ist, wer der Mann neben ihr ist und was die letzten zwanzig Jahre mit ihr geschehen ist.
Die ungewissheit macht sie fertig und so entschließt sie sich dazu Tagebuch zu führen, ein Vorschlag den ihr, ihr Therapeut gemacht hat und der sie dann jeden Morgen kontaktiert und ihr sagt wo sie es am Tag zuvor versteckt hat.
Das Tagebuch rät ihr dazu Ben, ihren Ehemann, nicht zu vertrauen, jeden Tag aufs neue scheint er sehr besorgt um sie zu sein, doch Christine nimmt die Warnung aus ihrem Tagebuch sehr ernst und so ist sie stets auf der Hut. Und je länger sie Erinnerungen anhand des Tagebuchs sammelt umso mehr muss sie feststellen, dass Ben ein geschicktes Lügennetz um sie herum gelegt hat, doch wirklich aus bösen Absichten?


Die Gestaltung spricht mich nicht sonderlich an, wirkt insgesamt sehr ausdruckslos und nichtssagend, nur durch die Punkte nach jedem Wort bekommt es meinem empfinden nach ein bisschen Gewicht.


Dieses Buch habe ich kurz nach dem es erschienen ist schon einmal begonnen, damals hatte ich es dann aber abgebrochen, weil es mir einfach zu langatmig war. Auf Goodreads fand nun allerdings eine Leserunde zum Buh statt und das habe ich als neue Chance genutzt. Neugierig auf das Buch war ich nämlich immernoch, da das Ende schon häufig sehr gelobt wurde.

Wirklich besser als beim ersten Versuch hat es mir aber auch diesmal nicht gefallen, also klammerte ich mich an das Ende und  wurde dann leider enttäuscht.

Aber kommen wir erst einmal zum Anfang der Geschichte, die Idee ist wirklich unheimlich gut und hat mich unheimlich gereizt, im genre des Thrillers passiert das bei mir leider seltener und der Anfangd es Buches konnte mich dann auch noch überzeugen, es werden viele Fragen aufgeworfen und viel Missgunst geweckt, nach rund einem viertel des Buches zeigt sich dann aber, dass man wirklich viel Geduld mitbringen muss um wirklich gefallen an der Geschichte haben zu können.
Es dauert lange bis ein Fortschritt zu verzeichnen ist, durch den ständigen Verdächtnisverlust der Protagonistin kommt es zu ständigen Wiederholungen und für mich schienen sie lange endlos zu sein.

Natürlich waren diese Wiederholungen gerechtfertigt, immerhin muss sie nun mal ihr Gedächtnis jeden tag aufs neue auffrischen, wäre es anders dann hätte das Buch ja auch an Authenzität verloren, allerdings hat es der Autor bei mir leider nicht geschafft die Lust dennoch oben zu halten, so dass für mich das ganze Konzept als Buch leider nicht funktioniert hat, denn das wurde für mich zu einem zähen Kaugummi..

Zu einem späteren Zeitpunkt kehrte wieder ein bisschen Spannung ein und es kommt zu ein paar interessanten Details über den Werdegang von Christine nach dem sie ihr Gedächtnis verloren hat und ab da macht es dann auch wieder etwas Spaß den Weg zu verfolgen, nebenbei spinnen sich dann die Theorien über das Ende zusammen und dann wird einem auch schnell klar, dass das Ende ganz schön offensichtlich sein wird und für mich war es leider gar nicht überraschend und innovativ, so dass meine ganze Hoffnung auf dieses Buch mit einem Mal zerstört war.

Die Charaktere des Buches sind alle sehr unscheinbar und stechen nicht wirklich hervor, in Christines Gedankenwelt taucht man zwar sehr tief ein, aber dadurch, dass sie selbst nichts über sich weiß und man den Informationen von Außen nicht trauen kann, ist es schwierig sich ein wirkliches Bild von ihr zu machen, erst gegen Ende ist das dann möglich. Und auch Ben ist sehr schwach, wobei das bei ihm wohl auch gewollt sein wird, damit er eben nicht zu durchschauen wird, aber auch so ist er kaum anwesend und man ist die meiste Zeit mit Christine allein und bekommt nur durch ihre Verdächtigungen ein Bild von ihm, zumindest zu Anfang.

Der Schreibstil des Autors ist sehr schlicht und wirkt auf mich auch recht rational, keine großartigen Gefühlsregungen waren für mich zu spüren, so bringt der Autor zwar schon die Verzweiflung der Protagonistin zum Ausdruck, aber er schildert sie nur, als Leser fühlt man sie nicht unbedingt und man kommt auch nicht sehr nah an die Protagonisten und das Geschehene heran, an und für sich hat mir diese Art schon gefallen. :)


Das Buch hat vom Klang her eine vielversprechende Handlung zu bieten, für mich war es letztendlich aber nur zäh ohne Ende und auch das angeblich so grandiose Ende war für mich abzusehen. Insgesamt habe ich einfach viel zu hohe Erwartungen an das Buch gehabt, schade um das Potenzial.
Einige gute Stellen, mehr nicht.
 Weitere Informationen: 
  • Taschenbuch: 400 Seiten
  • Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 6 (20. September 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596191467
  • ISBN-13: 978-3596191468
 

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