Donnerstag, 11. Juni 2015

[Rezension] Mit jedem neuen Tag

von Marc Levy
"Was wäre, wenn Sie den schlimmsten Fehler Ihres Lebens wiedergutmachen könnten?
Der hochkarätige und erfolgreiche Journalist Andrew Stilman, der bald heiraten wird, lernt eines Abends in einer Bar in Manhattan eine wunderschöne Frau kennen. Als er ein paar Wochen später, am 9. Juli 2012, wie jeden Tag joggen geht, wird er von hinten angegriffen. Das Letzte, was er spürt, bevor er zusammenbricht, ist ein durchdringender Schmerz im Rücken. Als er wieder aufwacht, schreibt man den 9. Mai 2012 – zwei Monate vor seiner Hochzeit, zwei Monate, bevor er seiner Frau das Herz brach. Von nun an hat er sechzig Tage, um seinen Mörder zu finden, sein Schicksal zu verändern – und die Liebe seines Lebens zu retten."



Andrew Stilman ist Journalist mit Leib und Seele, privat steht er kurz vor seiner Hochzeit doch dann zerstört er selbst sein Liebesleben. Eines Abends trifft er in einer Bar eine wunderschöne Fremde, Andrew ist sich sicher, dass er die Liebe seines Leben getroffen hat, doch er irrt sich.
Das merkt er aber erst als er nach der Hochzeit seiner Frau von der schönen Fremden erzählt und sie ihn verlässt. 
Kurz darauf wird er erstochen und stirbt, zwei Monate vor diesem Attentat wacht er allerdings wieder auf, von nun an hat er zwei Monate Zeit sein Schicksal zu verändern..


Das Cover zieht mich unheimlich an, mir gefällt es, dass es schlicht von den Farben ist und dann diese leuchtene Brücke zeigt, es ist einfach sehr harmonisch, mir gefällt es sehr! :)


Ich bin ein bekennender Marc Levy Fan und hab mich unheimlich auf diese Geschichte gefreut, vor allem weil ich die Thematik einfach sehr spannend finde. Den Aspekt, dass jemand eine zweite Chance bekommt um sein Schicksal zu verändern ist ja prinzipiell nicht neu, kann mich aber immer wieder aufs neue faszinieren.
Dennoch war ich von seinem neusten Werk zumindest in einigen Punkten enttäuscht, nicht weil die Geschichte nicht gut wäre, sondern vor allem weil ich mit völlig anderen Erwartungen an sie heran getreten war.

Laut Klappentext merkt man schon, dass es in diesem Buch auch darum geht ein Verbrechen aufzudecken, denn Andrew muss und möchte seinen Mörder finden, dennoch hatte ich erwartet, dass sich das eher im Hintergrund abspielen würde und die Liebesgeschichte zwischen Andrew und Valery den eigentlichen Raum einnehmen würden, aber dem war leider nicht so..
Michhat der Klappentext in der Hinsict ganz schön in die Irre geleitet und das ist etwas was ich immer sehr schade finde. 
Wenn der Krimiaspekt wesentlich mehr in den Vordergrund gerückt wäre, dann wären diese falschen Erwartungen nicht entstanden und ich hätte mich vollkommen auf die Krimigeschichte einlassen können, so tat ich mich echt schwer daran Fuß zu fassen.

Dabei ist die Geschichte wirklich nicht schlecht, es ist ein tolle Verwirrspiel, das Marc Levy hier inszeniert und auch ein sehr interessantes Setting bietet. 
Ich war schon immer sehr versucht herauszufinden warum Andrew attackiert wurde und vor allem auch wer es war, aber das war ein nahezu unmögliches Unterfangen. Es ist eine komplexe und undurchsichtige Geschichte die sich dahinter verbirgt und dessen Fäden sich erst nach und nach zusammenknüpfen lassen, wie tief und schwerwiegend das alles ist, hat mich wirklich schockiert und auch atemlos zurück lassen können.
Das Konstrukt der Geschichte war also mal wieder außergewöhnlch gut, aber ich bin sowieso der Meinung, dass Marc Levy in der Hinsicht einfach außergewöhnlich gut ist. Es gab nur zwei kleine Aspekte die ich habe kommen sehen, aber die hatten nur am Rande etwas mit dem großen Ganzen zu tun.

Die Liebesgeschichte hat sich dann auch nur am Rande abgespielt, Andrew hat sich in der Zeit ziemlich paranois verhalten und auch sein Vertrauen zu Valery war nicht mehr zu 100% gegeben, weshalb er sich auch gar nicht mehr so herzlich ihr gegenüber Verhalten konnte etc. 

Die Charaktere konnten mich leider nicht zu 100% überzeugen, zu einem waren sie nicht sonderlich sympathisch und zum anderen waren sie auch eher undurchsichtig gezeichnet. Mag sein, dass es gute Gründe gab und es waren auch ziemlich viele Charaktere vorhanden, aber ich fand es schade, dass wirklich alle so schwer zu greifen waren. 
Selbst Andrew war für mich eine Figur die eher blass daherkam und dessen Persönlichkeit mir zu oberflächlich blieb.

Das Ende hingegen fand ich wirklich gut, es hat mich überraschen können und hat mich insgesamt auch sehr versöhnlich mit dem Buch stimmen können. Es war einfach das perfekte Ende für die gesamte Geschichte, so habe ich es zumindest empfunden. 


Aufgrund dessen, dass ich eine Liebesgeschichte erwartet habe, hab ich mich insgesamt ein bisschen schwer getan mit dem Buch. Dennoch konnte sie mich inhaltlich überzeugen und wer Krimis mag und gerne liest, findet hier eine ungewöhnliche und gut konstruierte Geschichte vor, die durchaus überraschen kann - für mich war es nicht das was ich wollte, aber dennoch hab ich mich am Ende dem ganzen gut hingeben können. :)
[3,5 Masken] Ungewöhnlich und nicht ganz das was es zu sein scheint. ;)

 Weitere informationen: 
  • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
  • Verlag: Blanvalet Verlag (25. Mai 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 376450529X
  • ISBN-13: 978-3764505295
 

Kommentare:

  1. Hallöchen,
    ich mag Marc Levy eigentlich sehr gerne. Mein liebstes Buch von ihm ist "All die ungesagten Worte" das war einfach traumhaft das Buch. Aber ich finde, dass auch dieses hier eigentlich ziemlich gut klingt. Ich werde es mir heute in der Buchhandlung mal näher ansehen! :D

    Liebst, Lotta

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey du,
      All die ungesagten Worte kenne ich leider noch gar nicht, werde ich mir aber gleich mal näher anschauen. Mein Liebstes ist Wer Schatten küsst, es war für mich unheimlich einzigartig und besonders, hab es mit jeder Seite mehr und mehr geliebt. :)
      Wenn du dir im klaren bist, dass es eher ein Krimi ist und dich das anspricht, dann ist das sicherlich auch keine verkehrte Buchwahl. :)

      Löschen
  2. Hallihallo!

    Du hast recht :D Uns ging es ja wirklich sehr ähnlich mit dem Buch... *hach* jaja... "Erwartungen sind die größten Feinde der Zufriedenheit."

    Eine wundervolle Rezension, die genau das widerspiegelt, was ich beim Lesen empfunden habe! ♥

    Viele liebe Grüße,
    Nana ♥

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey,

      ja leider hast du da recht. Normalerweise versuche ich auch nicht mit zu hohen Erwartungen an eine Sache heranzugehen, aber wenn man wie bei Levy einfach immer begeistert wurde, dann ist das schwierig keine aufzubauen. :)
      Mal sehen welche Thematik er sich beim nächsten Mal zur Brust nimmt, freue mich jeden Falls dennoch sehr drauf und weiß nicht ob ich nicht dennoch hohe Erwartungen haben werde. :)

      Und danke für deine Worte zu meiner Rezension. :)

      Löschen