Montag, 9. November 2015

[Rezension] Runa

von Vera Buck
"Paris 1884. In der neurologischen Abteilung der Salpêtrière-Klinik führt Dr. Charcot Experimente mit hysterischen Patientinnen durch. [..] Dann aber wird Runa in die Anstalt eingeliefert, ein kleines Mädchen, das all seinen Behandlungsmethoden trotzt. Jori Hell, ein Schweizer Medizinstudent, wittert seine Chance, an den ersehnten Doktortitel zu gelangen, und schlägt das bis dahin Undenkbare vor. Als erster Mediziner will er den Wahnsinn aus dem Gehirn einer Patientin fortschneiden. Was er nicht ahnt: Runa hat mysteriöse Botschaften in der ganzen Stadt hinterlassen, auf die auch andere längst aufmerksam geworden sind... ”

  • Preis: 19,99€
  • Einband: Gebunden
  • Seitenanzahl: 608
  • Verlag: Limes Verlag
  • ISBN: 978-3-8090-2652-5

Paris 1884: Dr. Charcot ist ein angesehner Neurologe seiner Zeit und führt in der Salpetriere-Klinik Experimente an hysterischen Patientinnen durch und lässt seine Studenten daran teilnehmen.
Auch Jori selbst ist begeistert von Dr. Chacrots Wissen und Talenten und nimmt ihn als sein großes Vorbild, doch dann kommt Runa in den Hörsaal und sie trotzt all seinen Behandlungen.
Jori ist fasziniert von dem Mädchen und will sich ihr annehmen, auch um endlich seinen Doktortitel zu erlangen.
Bei einer OP am offenen Gehirn, will er ein Teil des Gehirns entfernen, weil in diesem der Wahnsinn verborgen sein soll, doch Runa hat mysteriöse Botschaften in ganz Paris hinterlassen und die Bewohner ignorieren diese nicht...


Das Cover ist unheimlich schön, es ist schlicht und dennoch fängt es mich ein und wirkt auf mich sehr intensiv, ich finde es unheimlich gut gewählt!


Auf dieses Buch war ich unheimlich gespannt, ich habe durchaus ein Interesse für die Medizin, gerade für die aus der Vergangenheit und die Neurologie ist da noch mal ein ganz besonders spannendes Pflaster, gerade für die damaligen Methoden hege ich ein gewisses Interesse, auch wenn das immer mit einer Mischung aus Faszination und Abscheu geschieht. Dass hier dann noch ein paar Krimi-Elemente mit eingebaut wurden, lässt das gesamte Buch einfach unglaublich interessant wirken.

Das Buch als Ganzes hat mich dann auch absolut begeistern und vor allem beeindrucken können, vor allem weil es sich hier um ein Debut handelt.
Die Autorin hat für dieses Buch wirklich gute Recherchearbeit geleistet, es sind sehr viele medizinische Details vorhanden und trotz der fiktiven Geschichte fließen wahre Ereignisse und Personen mit ein. Es wird ein faszinierndes Konstrukt aus realen Elementen und einer fikitiven Geschichte aufgebaut, das wirklich sehr gut ist. Vor allem mag ich die Mischung bestehend aus Spannung und Informationen, die einem ständig während des Lesens begeleiten.

Dennoch ist dieses Buch keine leichte Kost - es ist nicht schwer zu lesen, auch wenn der Schreibstil weniger durch Einfachheit besticht. Es ist ein Buch für das man sich Zeit nehmen sollte und bei dem man wirklich bewusst lesen sollte, einfach weil es so viele Details darinnen gibt, die nicht nur wichtig für die Geschichte und für das Bild der Charaktere sind, sondern auch einfach wissenswert sind.

Die Konstruktion der fiktiven Geschichte hat mir unheimlich gut gefallen, das Buch war an und für sich sehr trocken geschrieben, Emotionen etc. kommen eher weniger zur Geltung und auch hatte ich ständig das Gefühl, dass man immer ein bisschen auf Distanz gehalten wird. Etwas was in anderen Romanen vielleicht stören mag, hier aber einfach gepasst hat, es ist dieser wissenschaftliche Rahmen, der gar keine wirkliche Nähe zulässt.
Dennoch sind gerade die Schilderungen der medizinischen Methoden wirklich nicht leicht für mich gewesen, ich musste einige Male schlucken, auch wenn mir einiges sehr wohl bekannt war, fand ich gerade die Szenen in denen Experimente durchgeführt wurden sind, sehr intensiv. Ich hab mich den Patientinnen dort sehr nahe gefühlt.

Die Geschichte ist in mehreren Erzählsträngen erzählt, wobei die Ereignisse in der Klinik und somit der medizinische Aspekt den größten Raum einnimt, die anderen Handlungsstränge sind dann eher am Rande vorhanden und waren für mich Anfangs auch sehr undurchsichtig, aber all das flechtet sich im Laufe des Geschehens zusammen und ergibt ein wirklich gut durchdachtest und beeindruckendes Bild.
Und in der Zwischenzeit hat es mich auch einfach unterhalten können zu eraten was Runas geheime Botschaften zu bedeuten haben und so auch ihre Geschichte kennenzulernen.


Dieses Buch war für mich mal ganz anders als die Bücher die ich sonst lese und vielleicht ist es gerade dadurch zu einem echten Higlight geworden. Mir hat das Buch unglaublich gut gefallen, es ist informativ und durch die eingeflochtene fikitive Geschichte rund um Runa hat bei mir enorm viel Spannung hervorgerufen, für mich eine klare Leseempfehlung und ich hoffe darauf noch mehr von dieser Autorin lesen zu können.




Kommentare:

  1. Huhu! :)

    Mir ging es genauso als ich Runa gelesen hab! Es war so anders, was ich gewöhnlich lese. Und deswegen vielleicht deswegen auch so speziell für mich. Tolle Rezi!

    Liebste Grüße
    Becca
    http://book-a-loo.blogspot.de/

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    1. Hey,

      es freut mich, dass du nachempfinden kannst was ich meine und noch mehr, dass dir das Buch ebenso gefallen hat. Dem Buch wünsche ich nämlich ganz viele und begeisterte Leser, es hat sie verdient. :)

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  2. Huhu! :)

    Aaw, sehr schön, dass es dir so gefallen hat! Ist gerade auf meinen Wunschzettel gewandert, weil ich es in der Buchhandlung in den Fingern hatte. Da glaube ich ja, dass es da zurecht gelandet ist!

    Liebe Grüße und danke für die Rezi,
    Ivy

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    1. Oh ja, ist es. Bisher habe ich generell noch nichts negatives zu dem Buch gelesen von daher hoffe ich, dass es vielleicht gleich beim nächsten Besuch in der Buchhandlung bei dir einziehen darf. ^_^
      Es lohnt sich. :)

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