Sonntag, 13. Dezember 2015

[Rezension] Liebe am Papierrand





  • Preis: 9,99€
  • Einband: Taschenbuch
  • Seitenanzahl: 256
  • Verlag: Aufbau Verlag
  • Autor/in: Yoko Ogawa
  • Übersetzer/in: Kimiko Nakayama-Ziegler, Ursula Gräfe
  • ISBN: 978-3-7466-3123-3






Eine junge Frau hat medizinische Probleme mit ihren Ohren, als sie dann einen Stenographen kennenlernt scheint sie nicht nur eine plötzliche Faszination für ihn und ganz besonders für seine Hände zu empfinden, sondern auch ihr leiden scheint ein bisschen weniger zu sein wenn sie bei ihm ist. Die junge Frau bittet den Stenographen darum, ihre Geschichte aufzuschreiben.
Und während sie ihm von ihrem Leben erzählt und sich nun allen Ereignissen stellen und aufbarbeiten muss, verliebt sie sich in ihn, ohne zu wissen, dass nur eine begrenzte Zeit auf die beiden wartet...


Das Cover finde ich wunderschön, rein vom Motiv her aber auch von dem was es ausstrahlt, es ist so zart und verletzlich und irgendwie passt es sehr gut zu dem Buch.


Yoko Ogawa stand schon seit längerer Zeit auf meiner to-read Liste, allein die Klappentexte ihrer Bücher klingen immer interessant, außergewöhnlich und sanft. Von daher wollte ich auch dieses Buch unbedingt lesen und auch wenn es dann ganz anders war als erwartet und ich nicht zu 100% begeistert werden konnte, so werde trotzallem weitere Versuche mit der Autorin wagen, denn in vielerlei Hinsicht war das hier trotzallem genau meins.

Japanische Literatur ist für mich immer noch ein bisschen neu, erst in diesem Jahr hab ich mich zum ersten Mal bewusst mir ihr auseinander gesetzt und auch wenn ich bisher nicht allzu viel aus dieser Region gelesen habe, so hatte ich schon das Gefühl feststellen zu können, dass sie ganz eigen ist.
Irgednwie it sie sanft, leise und zart und es braucht bei ihr nicht viel tamtam um Emotionen auf den Punkt zu bringen und das gefällt mir persönlich sehr gut, von daher werde ich mich auch liebend gerne weiterhin mit ihr auseinandersetzen.

Das ist auch das was mich an diesem Buch so fasziniert hat, die Autorin braucht nur ganz wenig um Spannung aufzubauen, in den alltäglichsten Szenen aus dem Leben der Protagonistin schafft die Autorin es all das zu vermitteln was unter der oberfläche brodelt.
Ihr (Ex-)Ehemann schneidet ihr das Haar und jegliche Anspannung die zwischen ihnen herrscht, ist bei jedem Schnitt auch für den Leser bemerkbar. Und die Autorin muss darauf nicht einmal explizit drauf hinweisen. Unterschwellig gibt es hier also sehr viel zu entdecken und das war für mich wirklich toll, vor allem weil die Autorin zu den Protagonisten eine gewisse Distanz wahrt und ich mir teilweise wie ein Eindringling vorkam, der diese Szenerie gerade gar nicht hätte mitbekommen dürfen, das hatte für mich seinen Reiz mus ich sagen.

Womit ich dann leider meine Probleme hatte war so ein bisschen die Geschichte selbst, als ich den Klappentext las hatte ich natürlich meien Vorstellungen von dem wie sie voranschreiten könnte und was es sich mit dieser eigenartigen Beziehung der beiden auf sich hat.
Letztendlich nahm das Buch dann da einen Lauf der mir rein persönlich einfach nicht so zugesagt hatte und der mich dann wiederum auch nicht so fest packen konnte wie ich selbst es gewollt hatte.
Aber letztendlich ist das eine reine Geschmacksfrage, was es mir auch ein bisschen schwer macht zu erläutern warum es mir nicht gefallen hat, dass dieses Werk literarisch gesehen trotzallem sehr viel erfüllt und einfach gut ist, kann ich dann wiederum sehr wohl erkennen.
Was ich an dem Buch mochte, mir in dem Fall aber einiges erschwert hat war, dass man sich schon die Zeit für jede einzelne Szene nehmen muss, denn häufig sagen sie mehr als man denkt, es fordert den Leser also ein bisschen was ab und generell finde ich das imemr sehr schön und interessant. In einem Buch das rein inhaltlich dann nicht so gefällt ist es dann aber eher hinderlich.


Bei einem Buch bei dem ich erkenne, dass es in vielerlei Hinsicht wirklich gut ist, es Aufgrund der Geschichte (die reien Geschmackssache ist) bei mir aber nicht fruchten konnte, ist es für mich immer sehr schwer eine Rezension zu schreiben. Das Buch hat viel von dem was ich bei einem guten Buch erwarte und dafür zolle ich der Autorin meinen respekt und bin neugierig auf weitere Bücher der Autorin, Aber rein vom Verlauf der Geschichte war das hier einfach nicht ganz meins.

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