Montag, 28. März 2016

[Montagsfrage] #1


Hallo meine Lieben,

ich bin mir ziemlich sicher, dass viele von euch die Aktion "Montagsfrage" bei Buchfresserchen schon kennen, meine Timeline sprudelt zumindest jede Woche über von Postings. Generell möchte ich gerne in diese Aktion einsteigen weil es nicht jede Woche das gleiche ist und ich die Fragen meist auch sehr interessant finde. :)
Ich will auch gar nicht groß einleiten sondern gleich zur Frage kommen, die diese Woche wie folgt lautet:

Wie lange brauchst du im Schnitt für ein Buch von ca. 300 Seiten? War das schon mal anders? 

Also ich gebe zu, dass ich eine ziemlich langsame Leserin bin. Im Schnitt kann ich schon sagen, dass ich pro Minute eine Seite lese, heißt in 1 Stunde schaffe ich gerade mal 60 Seiten.
Natürlich spiel das Format und Schriftgröße des Buches da ein bisschen hinein, so dass +/- sich noch einiges ändern kann. Aber diese 60 Seiten pro Stunde sind für mich ein realistischer wert, der sehr häufig zutrifft. 
Manchmal frustriert mich das ziemlich und ich versuche schneller zu lesen und ja ich könnte es theoretisch aber irgendwie ist das für mich anstrengend und ich hab das gefühl zu sehr zu hasten. Und letztendlich soll Lesen für mich Entspannung und kein Marathon sein, weshalb ich mich schnell wieder auf mein normales Tempo einlasse. :)

In Tagen sieht das ganze anders aus, denn diese 5 Lesestunden investiere ich ja nicht generell an einem Tag sondern kann sich über mehrere Tage hinwegziehen. 
Meist brauch ich wohl zwei Tage, manchmal drei. Aber wenn mein Leseverhalten so wie jetzt ausschaut - ich lese zig Bücher gleichzeitig - dann wesentlich länger und auch die Leselust und die freie Zeit spielt natürlich massiv mit rein. 
Von daher finde ich es eigentlich am leichtesten zu sagen ich brauche 5 Stunden für 300 Seiten. :D 

Ob das mal anders war? Ich glaube ehrlich nicht, ich war schon immer eine recht langsame oder sagen wir durchschnittliche Leserin. 
In der 5. oder 6. Klasse wurde bei uns Lesegeschwindigkeit und Textverständnis getestet. Bei der Geschwindigkeit war ich im unteren Mittelfeld, beim Textverständis dafür aber ganz vorne mit dabei. Geärgert hat es mich trotzallem, aber letztendlich ist es nur wichtig die Geschichten zu Leben und so lange man das tut ist es prinzipiell egal wie schnell man dabei ist - das rede ich mir zumindest gerne ein. :D 

Und ihr? Seit ihr auch kleine Leseenten oder flitzt ihr nur so durch eure Bücher? :) Würde mich sehr interessieren und freuen wenn ihr eure Erfahrungen mit mir teilen würdet. :) 

Samstag, 26. März 2016

[Rezension] Die Traumknüpfer






        • Preis: 13,99€
        • Einband: Broschiert
        • Seitenanzahl: 720
        • Verlag: Heyne
        • Autor/in: Carolin Wahl
        • ISBN: 978-3-453-31647-8






          Die vier Länder der Jahreszeiten werden durch einen Traum zusammengehalten, die Traumknüpferin Udiina - halb Mensch, halb Göttin - hält auf der Insel Mii einen tiefen und beständigen Schlaf. Doch es gibt diejenigen die sie wecken wollen, denn sollte sie aufwachen würde ihr Traum zerbrechen, in viele kleine Splitter und jeder von ihnen würde etwas von der göttliche Macht in sich tragen.
          Das Schicksal der Welt fällt in Kanaaels und Naviias Hände, denn ihr Schicksal ist es die Welt vor der Zertrümmerung zu bewahren. Und so begibt sich Naviia aus den Winterlanden auf die Suche nach Kanaael, den Prinzen der Sommerlande, doch eben der hat einen eigenen Plan um das böse aufzuhalten, doch vertraut er dafür auch die richtigen Leute?...


          Ich liebe das Cover, es ist wunder, wunderschön und passt zudem sehr gut zum Inhalt des Buches. Ich war auf jeden Fall sofort verzückt und wurde neugierig, vor allem auch im Zusammenhang mit dem Titel, der einfach nur Lust darauf macht zu erfahren worum es in diesem Buch wirklich geht. :)


          Ich war sehr gespannt auf dieses Buch, High-Fantasy ist für mich zwar mittlerweile ein gern gelesenes Genre, aber trotzallem hab ich das Gefühl noch viel darin entdecken zu können und gerade Die Traumknüpfer klingt einfach wahnsinnig originell und wirkte allein von der Idee noch einmal ganz anders als alles was ich bisher in diesem Genre gelesen habe.

          Ich muss ehrlich sagen, dass ich ein bisschen gebraucht habe mich durch die 720 Seiten zu schlagen, denn meist war es eher ruhig und auch wenn es zeitweise einen Sog bei mir entwickelt hat, hielt der nicht immer an. So dass ich das Buch auch mal beiseite legen konnte und das auch mal für mehrere Tage. Negativ zu werten ist das aber nicht unbedingt, ich hatte nur einfach nicht das Gefühl, dass ich wirklich mit in die Welt von Carolin Wahl hineingerissen werde. Ich hab das Geschehen beobachtet und das was passiert ist konnte mich auch überzeugen und ich hab gefallen dran gefunden, aber der letzte kick wo ich sage, es hat mich wirklich mitgerissen blieb die meiste Zeit über einfach aus.

          Dabei hat Carolin Wahl eine wirklich tolle Welt erschaffen, die sich auch gut darstellt, ich hatte keine Schwierigkeiten sie mir vorstellen zu können, ich mochte allein das Prinzip, dass die vier Jahreszeiten jeweils ein Land darstellen und ich finde, dass dies auch wirklich gut transportiert wurde. Ich konnte die eisigen Winterlandschaften vor mir sehen und sah die Kälte, die sich herumtrieb. In den Sommerlanden war es genau so. Sie stellt also eine sehr detailiierte Welt auf, die mir sehr gefallen hat, dabei hatte ich allerdings nicht das Gefühl, dass zu viele Beschreibungen oder Ähnliches vorhanden waren.

          Aber am meisten hab ich mich natürlich darüber gefreut zu erfahren wie die Träume mit in die Geschichte eingeflochten werden, tatsächlich hat Carolin Wahl eine ganz eigene Idee der Magie erschaffen, es gibt "Das verlorene Volk" sie sind nachfahren der Götter und haben dadurch gewissen Fähigkeiten, zum Beispiel nährt sich ihre Magie von den Träumen anderer und sie werden als Traumtrinker bezeichnet. Das alles zu ergründen hat mir persönlich sehr gut gefallen, ich mochte es wie die Magie angewendet wurde, welche Vielfalt es gab. Aber auch die Geschichte an sich über das verlorene Volk wahr wirklich gut ausgereift und konnte mich begeistern.
          Was ich auch spannend fand war, dass wir mit Kanaael auf einen Protagonisten gestoßen sind der nichts von seiner Herkunft wusste und mit Naviia jemanden vor uns hatten, die sehr wohl bescheid wusste. Das hat noch einmal für verschiedene Perspektiven und Auseinandersetzungen gesorgt, hat mir gut gefallen.
          Alles in allem waren die Aspekte hier gut und schlüssig konstruiert, so dass ich mich als Leserin über jeden Happen freuen konnte. :)

          Die Geschichte selbst bietet viele Abenteuer, vor allem folgt man gleich mehreren Perspektiven zu einem wäre da natürlich die Begleitung von Naviia und Kanaael die sich erst einmal alleine behaupten müssen bevor sie zueinander finden, aber auch die böse Sicht wird beobachtet und man erfährt welche Fortschritte sie machen, wie weit sie gekommen sind etc. das hat mir auch wieder sehr gefallen.
          Von demher hat mir die gesamte Geschichte sehr gut gefallen und auch hier hab ich es wieder gemocht jeden einzelnen von ihnen zu folgen. Besonders angetan war ich aber von Kanaaels aufkommenden Liebesgeschichte, ich verrate nicht zu viel. Und ich persönlich mochte es auch, dass sie nur im Hintergrund vorhanden war aber ich fand sie einfach wunderschön zum Leben erweckt. Es war eine kleine, bescheidene Liebe in der ich viel Kraft gesehen habe und gerade das Ende von ihr fand ich herausragend, das hat bei mir auch viele tolle Emotionen geweckt.

          Rein charakterlich mochte ich die vielen starken Heldinnen in diesem Buch wahnsinnig gerne, ihre Stärke wirkt authentisch und trotzallem haben sie auch weiche Züge an sich gehabt und eine verletzliche Seite, etwas was ich generell immer sehr wichtig finde. Naviia hat mich also vollkommen von sich überzeugen konnte, so dass ich ausnahmsweise mal nicht traurig war, wenn es zum wiederholten Perspektivwechsel kam, weil mir einfach alle Handlungsstränge und auch Personen sehr gut gefallen haben. :)


          Eigentlich hab ich an diesem Buch gar nichts zu beanstande, es ist eine originelle und wirklich gut durchdachte Geschichte die mir viel Spaß bereitet hat und auch berühren konnte. Und gerade im Vergleich zu manch anderen Büchern des Genres, sticht dieses Buch für mich hervor, insgesamt hat mir aber irgendwie ein Funke gefehlt, der mich komplett ans Buch gebunden hat. :)


          Freitag, 25. März 2016

          [#jdtb16] März


          Hallo meine Lieben,

          es geht natürlich auch im März weiter mit "Das Jahr des Taschenbuchs" und ich hab mich wieder für ein TB entschieden das ich euch heute kurz vorstellen mag.
          Ich muss sagen, dass ich zwar eine gewisse Plannung habe welche Bücher im Laufe des Jahres bei mir einziehen sollen (im Rahmen der Aktion) aber ab und an, kommt dann doch der Wunsch nach einem anderen Buch auf und genau das ist in diesem Monat passiert. :)

          Kürzlich wurde in einer Bücher Whatsapp Gruppe nämlich von diesem Buch geschwärmt und es tauchte die Information auf, dass in diesem Jahr der zweite Teil erscheinen würde. Eine Nachricht die mich sehr gefreut hat, denn tatsächlich war der einzige Grund warum ich mir das Buch nicht gekauft habe der, dass ich sehr unsicher war ob es wirklich weiter übersetzt werden würde.
          Diese Nachricht hat mich dann aber endlich dazu gebracht es sofort zu kaufen und ich bin nun ganz froh es zu haben und freue mich schon darauf im April ein weiteres Taschenbuch für die Aktion zu kaufen. ☺
          Ganz genau es handelt sich um Secrets: Ich fühle: Die Story hat mich auf Anhieb für sich begeistern können, ich sehe da zumindest jede menge Potenzial, gerade Gefühle sind sehr komplex und wenn diese als Bedrohung angesehen werden und kontrolliert werden sollen, dann finde ich das mehr als spannend.
          Bin demnach sehr gespannt was mich erwarten wird und hoffe, dass ich es bis zum September gelesen habe werden, denn da erscheint endlich der zweite Teil. :)




          So das wars dann auch schon für den Monat, ganz nebenbei möchte ich noch verkünden, dass ich aus der SuB Abbau extrem - Challenge aussteigen werden, da ich das einfach nicht gebacken bekomme. :'D
          Ich hab das Gefühl seit dem ich versuche weniger Bücher anzuschaffen, kaufe ich nur noch mehr..^^ Und in diesem Jahr sind einfach jetzt schon zu viele Bücher bei mir eingezogen, so dass ich gar keine Bücher mehr kaufen dürfte um mein Ziel zu erreichen und das ist einfach mehr als unrealistisch. :D
          Mein SuB möge es mir also verzeihen, aber ich weiß er ist nicht nachtragend. ☺

          Mittwoch, 23. März 2016

          [Rezension] Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben





          • Preis: 18,90€
          • Einband: Gebunden
          • Seitenanzahl: 304
          • Verlag: DTV Verlag
          • Autor/in: Matt Haig
          • Übersetzer/in: Sophie Zeitz
          • ISBN: 978-3-423-28071-6






          Ein Buch, das es eigentlich nicht geben dürfte. Denn als Matt Haig 24 Jahre alt ist, ergreift eine unsichtbare aber dennch so spürbare Krankheit von ihm Besitz - Depression.
          Eine Krankheit die nur schwer loslässt und schwer zu begreifen ist, Matt Haig schildert nicht nur seinen eigenen Weg der Depression er ermutigt seinen Leser auch dabei, nimmt ihn an die Hand und vermittelt vor allem: Du bist nicht allein..


          Ich liebe dieses Cover, dieser Blick in den Abgrund, der Mensch der an der Klippe steht, ich empfinde es als ein gutes Sinnbild für die Depression und doch ist da der bunte und fröhliche Titel, der Hoffnung verleiht. Insgesamt fühlt es sich einfach sehr passend an.


          "Ziemlich gute Gründe am Leben zu bleiben" ist ein Buch das ich schon länger verfolge, seit dem mich Matt Haig mit "Ich und die Menschen" vollkommen verzaubert hat, verfolge ich ihn in den sozialen Netzwerken, als dieses Buch in der englischen Originalausgabe erschien war jede menge los auf Twitter und viele Menschen feierten ihn und dieses Buch, weil gerade Betroffene sich erstmals verstanden fühlten - so viele Aussagen.
          Ich wurde sehr neugierig und hab dringend gehofft, dass dieses Buch bald auf deutsch erscheinen wird und nun ist es da und ich habs bekommen, gelesen und mit jeder Seite geliebt.
          Gerne möchte ich euch auch den Buchtrailer zeigen, weil ich den für dieses Buch besonders gelungen empfinde und allein da schon Gänsehaut bekam.





          Dieses Buch ist eine sehr tolle Mischung aus Biografie, Ratgeber und Sachbuch. Wobei die sachliche Ebene weitaus geringer ausfällt als der Rest, was ich persönlich ganz wunderbar finde, denn über die Fakten der Depression kann ich mich zu genüge informieren, was mich bewegt hat war zu erfahren wie Matt Haig sich gefühlt hat und teils heute noch fühlt und wie er es geschafft hat zu überleben.
          Dieser Part nimmt viel Raum ein in diesem Buch und es ist sehr erhellend ihn und seinen Weg zu verfolgen, wie viel Kraft es ihm gekostet hat und welches Licht ihm daraus helfen konnte.

          Depression ist immer ein schwieriges Thema, es ist immer noch eine Krankheit die unverstanden ist, es fällt vielen schwer sich in Betroffene hineinzuversetzen und so glaube ich, ist dieses Buch nicht nur ganz wundervoll für eben die, die sich durch dieses Buch nicht mehr allein fühlen sondern auch für die, die ganz und gar nicht betroffen sind von der Thematik.
          Denn Matt Haig weißt sehr geschickt aber ohne zu urteilen darauf auf wie die Gesellschaft, Betroffene betrachtet und beim Lesen hat sich bei mir vollkommene Zustimmung verbreitet.

          Nicht nur Depressionen sind Thematik, sondern auch Angststörung, weil die häufig miteinander einher gehen und das war der Punkt worin ich mich persönlich zu großten Teilen wieder finden konnte.
          Denn ich bin ganz ehrlich ein Mensch der in Laufe seines Lebens viele Ängste entwickelt hat und es gibt teils ganz normale Situationen in denen ich heillos überfordert bin und mit der Angst in mir nicht klar komme. Das ist ein Zustand, der mich in bestimmten Zeiten meines Lebens ganz schön aufgefressen hat und auch wenn ich zur heutigen Zeit wesentlich besser damit umgehen kann und nicht mehr völlig zerbreche, so ist es trotzallem ein häufiger Begleiter, der in meinem Bauch sitzt und die Wände einschlägt.. Heutzutage habe ich das mehr oder minder akzeptiert und hab wie Matt Haig bei seiner Depression viele kleine Heilmittel für mich gefunden, aber manchmal ist es trotzallem schwer.
          Und auch hier konnte mir Matt Haig das Gefühl geben, dass jemand mich versteht und ich glaube das ist etwas sehr wertvolles, was das Buch dem Leser sowieso bietet. Als Leser fühlt man sich verstanden, auch wenn man sich vielleicht gar nicht als depressiv wahrnimmt oder ist, aber die meisten Menschen erleben zumindest Mal eine Kriese in der kurzzeitige Depressionen nicht ungewöhnlich sind, von daher glaube ich wirklich, dass dieses Buch eine menge Menschen helfen kann. Bei mir hat es etwas bewegt, sei es nur mich selbst noch ein stückchen mehr verstehen zu können und auch zu sehen, dass es nicht nur mir allein so ergeht.. :)

          Zudem ist dieses Buch ganz wunderbar geschrieben und es steckt viel nützliches drinnen, während des Lesens hab ich das dringende Bedürfnis gehabt alles was besonders hervorsticht mit Textmarker zu unterstreichen, etwas was ich noch nie gespürt habe und ich hab es tatsächlich getan. Mein Buch ist voll von Sticky Notes und von innen ganz bunt, weil es einfach zu viel gibt bei dem ich das Gefühl habe immer schnell zurückkehren zu wollen, es steckt viel wertvolles drinnen und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich sehr häufig nach diesem Buch greifen werde um genau diese Stellen noch einmal zu lesen.


          Matt Haig hat ein sehr persönliches und mutiges Buch geschrieben, das bei mir sehr viele Spuren hinterlassen hat und denen werde ich sicherlich immer und immer wieder folgen. Es ist ein wichtiges Buch, für Betroffene und für die, die es nicht sind. Weil es nicht nur erklärt was Depressionen sind, sondern auch wie sie sich anfühlen und das sehr bildlich, so dass sich jeder darin hineinverstzen kann.

          Montag, 21. März 2016

          [Monatsrückblick] Ferbruar '16

          Hallo meine Lieben,

          der Februar ist dann auch schon seit ein paar Tagen vorbei und ich stelle mir die Frage ob ich wirklich die einzige bin, die findet, dass das Jahr 2016 bisher sehr rasant vergeht? :D
          Meine Neuzugänge hab ich euch im Februar ja schon gezeigt und ja die waren bombastisch, im Verhältnis hab ich also viel zu wenig gelese, so dass sich bei mir ein ordentlicher SuB Anbau verzeichnet hat. Irgendwo wurmt mich das aber auf der anderen Seite freu ich mich einfach nur über all das buchige Glück das ich im Februar hatte. :)

          Aber kommen wir zu dem gelesen Büchern im Februar, ich hätte mir gewünscht es wären mehr Bücher geworden, aber ich glaub das private Leben spannt mich derzeit zu viel ein, so dass das Lesen derzeit hinten ansteht, auch wenn ich mit viel Freude dabei bin, aber das ist ja auch okay und sogar schön. ♥




          Gefühlsbeben von Carrie Price hatte bei mir schwierige Voraussetzungen, denn den ersten Teil der Make it Count - Reihe konnte mich wirklich nicht begeistern, dennoch wollte ich dem Buch gerade Aufgrund des Autorenwechsels eine Chance geben und tja auch das ging leider eher in die Hose.. :D Ich glaube derzeit aber auch immer mehr, dass ich genug von dem Genre habe, zumindest vorerst.

          Die Sieben Tode des Max Leif von Juliane Käppler war für mich ein sehr eigensinniges Buch, ich mochte den Protagonisten nur in den wenigsten Momenten und trotzdem konnte mich das Buch in vielerlei Hinsicht doch begeistern und ich fand es häufig sehr unterhaltsam und mochte vor allem die Nebencharaktere. :)

          Das Geheime Leben der Bücher von Régis de sá Moreira ist ein Buch das bei mir schon seit gefühlten Ewigkeiten auf dem SuB lag, kürzlich packte mich einfach die Neugier und ich wollte unbedingt schauen ob dieses Buch so toll ist wie der Titel klingt. Es ist ein bisschen anders als ich es erwartet habe, aber trotzallem ist es wirklich sehr besonders und man spürt bei jeder Seite die Liebe zur Literatur und sprachlich ist es wirklich ausgezeichnet und einzigartig.




          Das Geheime Prinzip der Liebe von Héléne Grémillon hat mich komplett begeistert und ich war sehr froh, dass ich mir endlich den Ruck gegeben habe dieses Buch von meiner WuLi nach Jahren zu befreien. Es ist ein schöner, gfühlvoller aber auch bedrückender Roman, der mich in seinen Bann gezogen hat und sich seitdem zu meinen liebsten Büchern zählen darf. ♥

          Witch Hunter von Virginia Boecker hat mir auch wirklich gut gefallen, es war ein toller und spannender Auftakt bei dem ich mich schon sehr auf die Fortsetzung freue. Dennoch bleibt hier noch ein bisschen Luft nach oben und mir hat irgendwas gefehlt um mich vollkommen vom Hocker zu hauen.

          Kings & Fool: Vergessenes Wissen von Matt/Matthes ist der vierte Teil einer sehr kurzweiligen aber dafür sehr spannenden Reihe, gerade das Ende hat es immer in sich, so dass es ganz fürchterlich ist auf den nächsten Teil zu warten. Für mich war der vierte Teil bisher der stärkste Teil und ich freue mich schon arg auf das nächste Buch.


                                                  TOP                   FLOP


          Samstag, 19. März 2016

          [Rezension] Tage mit Leuchtkäfern






          • Preis: 9,99€
          • Einband: eBook (ePUB)
          • Seitenanzahl: 144
          • Verlag: Ullstein
          • Autor/in: Zoe Hagen
          • ISBN: 9783843712705





          Antonias Leben ist für sie derzeit nur schwer zu ertragen, sie fühlt sich in der Welt verloren und sieht auch in sich nichts gutes. Antonia ist Essgestört und die Krankheit droht sie von innen aufzufressen, doch dann trifft sie auf Fred. Mit Fred schwimmt sie auf einer Wellenlänge und er erzählt ihr von seinen Freunden, zusammen nennen sie sich "Der Club der verhinderten Selbstmörder", jeder von ihnen hat mit dem Leben zu kämpfen, sie unterstützen sich in den schweren Momenten und finden in sich jemanden der versteht. Antonia freundet sich immer weiter mit ihnen an, sie werden ihre Familie, ihre Glühwürmchen, denn sie geben ihr Kraft, doch auch wenn sie Momente des Glücks verspürt und Freude am Leben, so gibt der Schatten in ihr nicht so leicht auf und das tun sie auch nicht bei ihren Freunden...


          Ich mag das Cover ziemlich gern, die Wegpfeile sind für mich das innere Chaos und auch die Farbgebung löst bei mir verschiedene Empfindungen aus, für mich strahlt es Hoffnung, Traurigkeit und Bedrohlichkeit zugleicht aus. Auch der Titel hat mich persönlich sehr gelockt. :)


          Das Buch klang für mich auf anhieb sehr vielversprechend, als ich dann gesehen habe, dass es in Tagebuch-Form geschrieben wurde, war ich noch begeistetet, weil ich das immer sehr gerne mag und eigentlich immer als erfrischend empfinde.
          Wir begleiten also Antonia, die uns ihre Gedanken, Gefühle und Erlebnisse anvertraut und das hab ich als sehr intim erlebt. Durch die Form des Buches hab ich mich zeitweise wie ein Eindringling gefühlt, was mich Antonia insgeheim aber nur noch näher gebracht hat.

          Das Buch fängt ziemlich schnell damit an, dass Antonia auf Fred trifft und sich in ihrem Leben etwas in Bewgung setzt, dennoch kann man sehr gut spüren wie das Leben vor dieser Begegnung war, denn im Zusammenleben mit ihrer Familie oder auch in ihrer Schule, spürt man deutlich die Beklemmung und die Verzweiflung und den Kampf den sie zu kämpfen hat, nicht nur gegen die Außenwelt, sondern auch gegen sich..
          Mit ihren Freunden ist Antonia leichter und sie kann ihr wahres ich zeigen, sie kann ihre Gefühle teilen und es wird angenommen, man versucht ihr zu helfen, sie zu unterstützen, aber ihre Freunde begegnen ihr vor allem auch mit Akzeptanz.
          Das liegt natürlich daran, dass sie ebenfalls ihr Päckchen mit sich zu tragen haben, die Neugierde in mir fand es irgendwie schade, dass man gar nicht genau herausfindet was die anderen fünf plagt, nur bei einzelnen zeigt sich es es Andeutungsweise, aber auf der anderen Seite war es für das Buch eigentlich nicht mal wichtig zu wissen was sie belastet. Die Figuren werden nicht auf ihre Krankheit und ihre Vergangenheit reduziert, das fand ich wirklich sehr schön und auch viel wichtiger als genau im Bilde zu sein.

          In diesem Buch mochte ich vor allem den Schreibstil, Zoe Hagen schreibt wirklich wunderschön, ich hatte das Gefühl ständig von einer Zartheit umhüllt worden zu sein, die von ihren Worten ausgestrahlt wurden, es wirkte alles sehr zerbrechlich und doch zeigte sich in ihr die Schönheit die das Leben bereit hält. Das war für mich sehr genussvoll und ich hab jedes geschriebene Wort geliebt.

          Auch Antonias Gedankenwelt fand ich toll, es ist ein sehr philosophisches Buch, es sinniert über das Leben über den Tod, über das was wirklich wichtig ist. Ich hatte stets das Gefühl, dass dieses Buch voll von Authenzität ist und beim Lesen beschleichte mich die Vermutung, dass die Autorin Antonias Schicksal geteilt hat, denn es liefert vor allem auch einen ganz anderen Einblick in ihre Krankheit, es ist nicht nur der medizinische Aspekt der mit eingeflochten wird, sondern auch warum sie krank ist, was diese Krankheit wirklich ausmacht.. Das hat mich sehr berührt und bei mich Verständnis geweckt, das fand ich sehr schön zu erleben.
          Allgemein hab ich während des Lesens und auch danach das Gefühl, dieses Buch hat mich nicht nur berührt sondern es gibt mir auch etwas mit auf meinen Weg. Es ist für mich eines dieser Bücher, die wertvoll sind weil es nicht nur eine Geschichte erzählt sondern, etwas in meinem inneren weckt und mich nachdenklich stimmt - nachhaltig. Es hat mir in mancher Hinsicht die Augen geöffnet und ich weiß, dass sie offen bleiben werden. ☺


          Ein Buch das viel mit mir gemacht hat, ich konnte philosophieren, ich wurde nachdenklich, ich wurde berührt und trotz all den schweren Zeiten in diesem Buch hat es mir Hoffnung geschenkt, es ist ein wertvolles Buch, voller Leben, Liebe und Glühwürmchen, nur zu empfehlen. ♥

          [Rezension] Mein bester letzter Sommer






          • Preis: 14,99€
          • Einband: Gebunden
          • Seitenanzahl: 368
          • Verlag: Heyne fliegt
          • Autor/in: Anne Freytag
          • ISBN: 978-3-453-27012-1






          Tessa wird sterben, seit dem sie das weiß bereut sie so manch eine Entscheidung die sie für ihr Leben getroffen hat, denn prinzipiell hat sie mit allem gewartet. Sie war nur darauf fokussiert in der Schule die beste zu sein um ihren Traum wahr werden zu lassen, in England studieren.
          Nun ist dieser Traum aus und Tessa trauert um das was sie dadurch verpasst. Doch dann trifft sie Oskar und ist sofort hin und weg und wie es scheint bleibt ihr zumindest noch Zeit für die erste große Liebe. Als Oskar von Tessas Krankheit erfährt zieht er sich nämlich nicht mehr zurück, stattdessen möchte er ihr den besten letzten Sommer schenken...


          Ich mag das Cover unheimlich gerne, auf der einen Seite ist es sehr schlicht aber eigentlich fängt er das wesentliche vom Buch genau ein, zusammen mit dem Titel bin ich sofort neugierig geworden. :)


          Das Buch hatte ich ganz überraschend vom Verlag bekommen, es hat mich auf Anhieb angesprochen und ich konnte es kaum abwarten anzufangen.
          Direkt am Anfang war ich schon ziemlich begeistert, ich hab bisher schon ein paar Bücher mit ähnlicher Thematik gelesen und in allen waren die Protagonisten mehr oder weniger über den Punkt hinweg wo sie wütend darüber waren, dass es sie trifft. Bei ihnen war die Akzeptanz eingetreten, in diesem Buch durfte ich Tessa kennenlernen und bei ihr ist es anders.
          Sehr schonungslos und offen teilte sie ihre Gedanken über den Tod und ihr Leben mit mir und dieses Mädchen ist dabei voll von Wut und Traurigkeit und ich muss sagen, dass es mich durchaus beeindruckt hat wie Anne Freytag Tessa auftreten lässt, denn es wirkte sehr authentisch.

          Trotzallem war das bei mir eher die anfängliche Begeisterung, denn irgendwann kam für mich der Punkt, da hab ich sie als zu egoistisch und trotzig erlebt, alles war ihr egal, die Menschen um sie herum hat sie bestraft.. Ich muss sagen, dass mir das ziemlich Leid tat für ihre Familie und das war dann auch so ein bisschen der Punkt wo mir dann irgendwann das Verständnis für Tessa ausgegangen ist und ich wütend auf sie wurde. Vor allem weil dann Oskar kam und sie einen Menschen gefunden hat, bei dem sie dann ganz anders war und für den sie auch alles stehen und liegen gelassen hat.

          Prinzipiell hat es mich auch gestört, wie schnell Tessa auf einmal verliebt war und vor allem er auch in sie, es reichte ein Blick und es war Liebe, das wirkte unrealistisch und hat Tessa für mich nur noch unsympathischer werden lassen, weil sie ihre Familie für einen Jungen den sie seit 4 Tagen kennt, in stich lässt. So hab ich es empfunden und ich muss sagen, dass ich mir an dieser Stelle gewünscht hätte, dass die Autorin ein Buch nur über das Familienleben geschrieben hätte, ohne die viel zu übertriebene Liebesgeschichte. Es gab da also dieser Punkt in dem meine Begeisterung in Enttäuschung abgedriftet ist.

          Dennoch muss ich sagen, dass mich das Buch wieder gepackt hat, nachdem ich erst einmal drüber hinweg sehen konnte wie schnell die Beziehung zu Stande kam und Tessa durch ihr letztes Abenteuer anfängt zu wachsen, war ich wieder voll drinnen im Geschehen und das Buch hat mich mitgenommen auf eine sehr emotionale Reise.
          Es gab wirklich mehrere Momente in denen mich Anne Freytag emotional zerstört hat und mein Herz zerbrach, ich gestehe nur allzu gern, dass dieses Buch Tränen hervorgerufen hat.
          Emotional war dieses Buch für mich also wirklich sehr hervorstechend und ich fands schön, dass ich diese emotionalen Momente letztendlich doch nicht nur mit Tessa und Oskar verbringen konnte, sondern auch eine Annäherung mit ihrer Familie wieder zu Stande gekommt.
          Von daher gab es für mich definitiv den Punkt wo die Enttäuschung für mich vergessen und verziehen war, denn ich wollte dieses Buch einfach nur noch lieben und genießen und das hab ich getan. :)

          Und auch wenn mir die Beziehung zu schnell von statten gegangen ist, so hab ich es irgendwann geliebt Tessa und Oskar zusammen zu erleben, ich mchte Tessas Entwicklung unheimlich gerne und fands schön zu sehen wie nicht nur sie reifte, sondern auch Oskar über sich hinaus wachsen konnte.
          Oskar ist sowieso ein unheimlich toller Junge, den ich auf Anhieb liebgewonnen habe. Er ist liebevoll, fürsorglich und unglaublich stark. :)
          Vor allem mochte ich es, dass das Buch im letzten Teil auch noch seine Perspektive miteinbringt, es war für mich schön Oskar vor allem aus Tessas Sicht kennenlernen zu können, aber tief in seine Gedankenwelt eintauchen zu können hat dem Buch dann den letzten Feinschliff verpasst, finde ich.


          Auch wenn meine Begeisterung zwischendurch abgeflacht ist, so war ich am Ende viel zu eingenommen von dem Buch um das als wirklich Kritikpunkt zu werten, denn das Buch hat mich zerrissen und emotional wirklich tief berührt und genau das ist das was ich mir von einem solchen Buch verspreche, so dass ich das Buch tieftraurig beendet habe, aber glücklich darauf zurückblicke. ☺


          Freitag, 11. März 2016

          [Rezension] #Regretting Motherhood - Wenn Mütter bereuen






          • Preis: 16,99€
          • Einband: Broschiert
          • Seitenanzahl: 272
          • Verlag: Knaus
          • Autor/in: Orna Donath
          • Übersetzer/in: Karlheinz Dürr, Elsbeth Ranke, Regina Schneider
          • ISBN: 978-3-8135-0719-5






          Im Jahr 2009 schrieb die Soziologin Orna Donath einen Artikel über das Thema "Wenn Mütter bereuen" in diesem Buch behandelt sie die Thematik noch einmal ausführlicher, führt Gespräche mit Frauen die es bereuen jemals Mutter geworden zu sein und analysiert was Frauen dazu bringt Kinder zu kriegen, wie die Gesellschaft beim Thema Mutterschaft gestrickt ist und warum es Frauen so schwer gemacht wird sich mit ihrem Problem zu öffnen und ernstgenommen zu werden ohne gleich  als Feindbild zu gelten...


          Dieses Buch ist eher schwierig zu rezensieren, denn es beinhaltet eine eher heikle Thematik, das ist mir vielleicht vorher schon bewusst gewesen, nach dem Lesen aber umso mehr.
          Es ist eine Thematik die sich nicht mal als Tabu-Thema bezeichnen lässt, denn so wie unsere Gesellschaft gestrickt ist, ist es ganz einfach eine Thematik die nicht existieren kann.
          Denn uns prägt ein Bild, in der jede Frau von Natur aus dazu vorgesehen ist Nachkommen zu zeugen und diese dann bedingungslos zu lieben und sich selbst dafür zu opfern, zumindest ein Stückweit und wesentlich mehr als man es je von einem Vater einfordern würde.

          Das Thema hat schon vor dem erscheinen des Buches seine Aufmerksamkeit auf mich gezogen, ich verfolge auf Twitter ziemlich viele Feministinnen und die aktuellen Thematiken und der Hashtag #regrettingmotherhood war dort schon einmal eine große Nummer, zwischen Frauen die sich trauen über ihre Gefühle zu sprechen gibt es darunter auch eine riesige Menge an Hasskommentaren. Menschen die es für unnatürlich halten und diese Frauen als kaltherzig, egoistisch und mehr beschimpft. All diesen ignoranten und engstirnigen Menschen würde ich liebend gerne dieses Buch in die Hand drücken, denn hier erzählen verantwortungsvolle und ja auch liebende Frauen über ihre Gefühle und Erfahrungen.

          Ehrlicherweise gebe ich zu, dass auch ich es erst einmal komisch finde zu hören, dass jemand so sehr darunter leidet Mutter zu sein und der erste Gedanke ist erst einmal: Wieso haben sie denn Kinder bekommen?
          Aber schon kurz darauf fielen mir doch so einige Gründe ein warum man Kinder bekommt.
          Und darum geht es auch, es erzählt von dem gesellschaftlichen Druck denen Frauen ausgesetzt sind und wenn man da mal drüber nachdenkt, dann kann man dem wirklich nur zustimmen.
          Sagt man jemanden, dass man keine Kinder will kommt oftmals erst einmal die Aussage, dass sich das irgendwann ändern wird, der nächste Schritt ist der, dass man gesagt bekommt, dass man es fürchterlich bereuen wird wenn man alt ist und keine Kinder um sich herum hat. Es wird gesagt, dass man erst mit einem Kind den Sinn des Lebens sieht und die wahre Erfüllung erkennt.. Das sind sogar Aussagen die ich vielleicht selbst eher weniger zu hören bekommen habe, aber trotzallem häufig mitbekommen habe.
          Wir Leben einfach in einer Welt in der das Kinder kriegen propagiert wird, von allen Seiten und auch wenn es viele Menschen gibt die darin wirklich ihre Erfüllung finden, so wäre es doch anmaßend anzunehmen, dass es bei jedem so ist.

          Mir persönlich hat der analytische Teil des Buches wirklich gut gefallen, Orna Donath ist die Thematik sehr professionell angegangen und konnte mich persönlich wirklich überzeugen. Ich fand es sehr toll, dass sie bereuenden Müttern eine Stimme gegeben hat. Mir persönlich hat es sehr viel anregenden Stoff zum nachdenken geliefert und noch viel mehr, hat es mir weitere Missstände in unserer Gesellschaft aufgezeigt.

          Daneben waren mein Highlight aber eher die Gespräche mit den betroffenen Frauen, ich habe viele starke Persönlichkeiten durch dieses Buch kennengelernt. Frauen die sich wünschen die Zeit zurückzudrehen um wieder frei zu sein, aber auch Frauen die ganz klar und deutlich sagen, dass sie ihre Kinder lieben und ganz wundervoll finden.
          Es klingt sehr widersprüchlich, aber das sind menschliche Emotionen, sie folgt nicht immer einer Logik, nimmt man sich aber die Zeit um ihre Berichte zu lesen, so erkennt man deutlich wie wahr es ist. Es sind sehr ehrliche und schonungslose Aussagen die, die Frauen treffen und sie erzählen ihre ganz eigene Geschichte. Man erkennt wie sehr sie sich selbst verurteilen und welchen Kummer sie durchleiden. Mich persönlich hat gerade dieser Part des Buches noch einmal stark sensibilisieren können.

          Zwischendurch kam die Frage auf wie offen man gegenüber seinen Kindern mit diesen Gefühlen sein kann oder darf. Im ersten Moment denkt man klar nein und stellt man sich die Situation selbst vor, dann kann man sich vorstellen wie verletzend es sein muss das zu wissen.
          Aber dann spinnt man das weiter und dann kommt es doch eher darauf an, wie man es Kindern rüberbringt. Ich glaube Offenheit schadet nicht immer, ich glaube offen mit diesem Thema umzugehen und es anzuerkennen hilft, um unsere Gesellschaft zu verbessern und wenn es dann als gegeben angesehen wird und nicht als ein widernatürliches Gefühl, das kein guter Elternteil hegt, dann ist es auch nicht mehr schädlich dem Kind gegenüber. Vor allem weil es nicht gleichbedeutend damit ist, dass dieses Elternteil nicht liebt.
          Auch wenn das für mich der spannendste Denkansatz war, so stecken in diesem Buch noch sehr viel mehr und jeder von ihnen ist es wert verfolgt zu werden.


          Dieses Buch hat mich mit seiner Thematik wirklich fesseln können, es ist interessant und vor allem wirklich wichtig. Es regt zum Nachdenken an und fördert das Verständnis und das haben die betroffenen Frauen einfach verdient. Von daher hoffe ich, dass dieses Buch noch viele Leser finden wird und dieses Thema von nun an häufiger einen Weg in die Medien findet.



          Mittwoch, 9. März 2016

          [Rezension] Mein Herz wird dich finden





          • Preis: 16,99€
          • Einband: Gebunden
          • Seitenanzahl: 368
          • Verlag: Sauerländer
          • Autor/in: Jessi Kirby
          • Übersetzer/in: Anne Brauner
          • ISBN: 978-3-7373-5352-6






          Vor genau 400 Tagen hat Mia ihren Freund Jacob verloren, ihr Herz ist schwer und die Trauer scheint nicht überwindbar, Kraft geben ihr die Menschen die durch Jacob weiterleben dürfen, denn Jacob hat seine Organe gespendet. Doch ausgerchnet der Träger seines Herzens wünscht keinen Kontakt zu Mia und auch wenn Mia weiß, dass sie es respektieren sollte, so fässt sie den Entschluss ihn zumindest einmal zu sehen.
          Doch dann kommt alles anders und sie und Noah kommen ins Gespräch, schon von Anfang an scheint etwas zwischen ihnen zu sein und Mia kann sich nur schwer von ihm festhalten, doch ist es Jacob wirklich fair wenn sie sich jetzt neu verliebt und wie soll sie Noah jetzt noch die Wahrheit darüber sagen wer sie ist, denn er ist der Junge der sie nie kennenlernen wollte..


          Künstlerisch ist das Cover wirklich sehr schön, es hat viele tolle Details die gut zur Thematik passen. Trotzallem finde ich, dass es nicht so wirklich hervorsticht und wenn man nicht zu genau hinschaut eher langweilig wirkt.


          Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, es ist eine tolle Thematik über die ich persönlich auch noch nicht wirklich gelesen habe, trotzallem hatte ich gleich von Anfang an meine Bedenken, denn von Jessi Kirby habe ich schon einmal ein Buch gelesen, dass von seiner Thematik her viel mehr Tiefgang hätte besitzen müssen. Da ich vorab aber viele begeisterte Leserstimmen gelesen habe, haben sich meine Bedenken ein wenig zurückgezogen und ich hab mich wirklich gefreut.

          Leider muss ich sagen, dass sich relativ schnell bemerkbar gemacht hat, dass auch dieses Buch eher oberflächlich daher kommt, was ich wirklich sehr schade fand. Gerade die Thematik rund um Organspende ist doch sehr Heikel und ich finde da kann man durchaus ein bisschen mehr in die Tiefe gehen, mehr erzählen wie es Noah damit ergangen ist, auch bei einem Jugendbuch.
          Und ja das Buch spielt nach dieser Zeit, dennoch wird auch Noahs Krankheitsverlauf immer mal wieder thematisiert, nur leider sehr oberflächlich und vor allem ohne, dass er wirklich zu Wort kam.

          Das ist generell ein Aspekt am Buch der mich ein bisschen traurig gestimmt hat, denn mir fehlte ganz generell Noahs Sicht von vielen Dingen, er ist zwar ständig da aber eher eine verschlossene Person bzw. ist die Beziheung zwischen ihm und Mia generell nicht durch tiefe Emotionen und inentsives kennenlernen geprägt, es geht alles sehr schnell zwischen ihnen ohne, dass ich als Leserin wirklich nachvollziehen konnte warum sie einander jetzt so unglaublich toll finden, weil von ihren Charakteren kaum etwas zur Geltung kommt. Mia ist einfach nur das traurige Mädchen, dass ihre erste Liebe verloren hat und Noah der junge der überlebt hat.
          Erst gegen Ende bekommt man ein paar seiner Gefühle, zu dem was ihm wiederfahren ist mit, aber auch da war es mir dann eindeutig zu wenig und mir hat es nach mehr gedurstet.
          Ich persönlich glaube, dass es dem Buch wirklich gut getan hätte, wenn auch Noah zum erzählen gekommen wäre.

          Aber auch Mia blieb für mich leider sehr eindimensional, auch wenn sie den ganzen Raum für sich beansprucht hat, aber die meiste Zeit ging es immer nur um Jacob und ihre Trauer oder um Noah. Mir hat es sehr gefehlt sie kennenzulernen, unabhängig von den beiden Jungs in ihrem Leben.
          Zwar gibt es zwischendurch ein paar Szenerien in denen man sie mit ihrer Familie erlebt und gerade im Verlauf, wenn sie langsam aus ihrer Trauer heraustritt, gibt es da ein paar schöne Momente zu verzeichnen in denen wieder etwas von ihrem alten ich hervorzukommen scheint, aber das ist auch sehr marginal und fällt leider nur wenig ins Gewicht.

          Dabei mochte ich gerade diese Szenen sehr gerne, denn hier wurden ganz wunderbare Charaktere in die Geschichte integriert, für mich war Mias Familie, allen vor ran Ryan ihre Schwester ein echter Gewinn, die mich dem Buch zumindest ein bisschen näher bringen konnte. Ryan ist ein toller Charakter, sie ist sehr ehrlich zu ihren Mitmenschen und mag vielleicht mal etwas hart erscheinen, aber sie weiß einfach genau wann ihr gegenüber mal einen Tritt in den Hintern braucht, denn sonst ist sie wirklich sehr, sehr liebevoll und ein Mensch den man jedem wünscht der eine schwierige Situation zu bewältigen hat. :)
          Aber auch ihren Vater mochte ich sehr gerne, denn bei ihm hat man deutlich die Liebe zu seinen Kindern gespürt, generell war das zusammensein mit ihrer Familie mich der einzige Aspekt im Buch wo ich die Emotionen wirklich fühlen konnte.

          Zwischen Mia und Noah wird zwar eine Liebesgeschichte konstruiert, aber sie wirkt für mich wirklich gestellt und nicht authentisch, das hat sich für mich im weiteren Verlauf der Handlung auch nur verdichtet, weshalb ich allein mit deren Liebesgeschichte nicht allzu viel anfangen konnte.

          Was mich allerdings wieder sehr positiv gestimmt hat waren die Zitate die am Anfang eines jeden Kapitels stehen, zum Teil waren es poetische und schöne Zitate aber auch Fakten rund ums Herz oder der Transplantation eines Herzens. Nicht nur fand ich die Zitate sehr geschickt gewählt, sie konnten auch einen ganz anderen Blick auf das jeweilige Kapitel erstellen, so dass man es allein dadurch anders wahrnimmt. Das fand ich sehr hilfreich und mochte ich sehr gerne. :)


          Prinzipiell bietet dieses Buch eine wirklich niedliche Geschichte, die durchaus unterhaltend sein kann, schade ist nur, dass sie eigentlich so viel mehr hätte sein können. Es ist eine tolle und wichtige Thematik, die viel Potenzial bietet, nur leider wird das nicht genutzt, das gesamte Buch plätschert eher oberflächlich voran und kommt leider nicht aus sich heraus. Zudem wirkt auch die gesamte geschichte nicht immer authentisch sondern gestellt.. Lichtblick bieten da, die interessanten Zitate aber vor allem auch die tollen Nebencharaktere, die gerne mehr Raum hätten einnehmen dürfen.