Samstag, 19. März 2016

[Rezension] Tage mit Leuchtkäfern






  • Preis: 9,99€
  • Einband: eBook (ePUB)
  • Seitenanzahl: 144
  • Verlag: Ullstein
  • Autor/in: Zoe Hagen
  • ISBN: 9783843712705





Antonias Leben ist für sie derzeit nur schwer zu ertragen, sie fühlt sich in der Welt verloren und sieht auch in sich nichts gutes. Antonia ist Essgestört und die Krankheit droht sie von innen aufzufressen, doch dann trifft sie auf Fred. Mit Fred schwimmt sie auf einer Wellenlänge und er erzählt ihr von seinen Freunden, zusammen nennen sie sich "Der Club der verhinderten Selbstmörder", jeder von ihnen hat mit dem Leben zu kämpfen, sie unterstützen sich in den schweren Momenten und finden in sich jemanden der versteht. Antonia freundet sich immer weiter mit ihnen an, sie werden ihre Familie, ihre Glühwürmchen, denn sie geben ihr Kraft, doch auch wenn sie Momente des Glücks verspürt und Freude am Leben, so gibt der Schatten in ihr nicht so leicht auf und das tun sie auch nicht bei ihren Freunden...


Ich mag das Cover ziemlich gern, die Wegpfeile sind für mich das innere Chaos und auch die Farbgebung löst bei mir verschiedene Empfindungen aus, für mich strahlt es Hoffnung, Traurigkeit und Bedrohlichkeit zugleicht aus. Auch der Titel hat mich persönlich sehr gelockt. :)


Das Buch klang für mich auf anhieb sehr vielversprechend, als ich dann gesehen habe, dass es in Tagebuch-Form geschrieben wurde, war ich noch begeistetet, weil ich das immer sehr gerne mag und eigentlich immer als erfrischend empfinde.
Wir begleiten also Antonia, die uns ihre Gedanken, Gefühle und Erlebnisse anvertraut und das hab ich als sehr intim erlebt. Durch die Form des Buches hab ich mich zeitweise wie ein Eindringling gefühlt, was mich Antonia insgeheim aber nur noch näher gebracht hat.

Das Buch fängt ziemlich schnell damit an, dass Antonia auf Fred trifft und sich in ihrem Leben etwas in Bewgung setzt, dennoch kann man sehr gut spüren wie das Leben vor dieser Begegnung war, denn im Zusammenleben mit ihrer Familie oder auch in ihrer Schule, spürt man deutlich die Beklemmung und die Verzweiflung und den Kampf den sie zu kämpfen hat, nicht nur gegen die Außenwelt, sondern auch gegen sich..
Mit ihren Freunden ist Antonia leichter und sie kann ihr wahres ich zeigen, sie kann ihre Gefühle teilen und es wird angenommen, man versucht ihr zu helfen, sie zu unterstützen, aber ihre Freunde begegnen ihr vor allem auch mit Akzeptanz.
Das liegt natürlich daran, dass sie ebenfalls ihr Päckchen mit sich zu tragen haben, die Neugierde in mir fand es irgendwie schade, dass man gar nicht genau herausfindet was die anderen fünf plagt, nur bei einzelnen zeigt sich es es Andeutungsweise, aber auf der anderen Seite war es für das Buch eigentlich nicht mal wichtig zu wissen was sie belastet. Die Figuren werden nicht auf ihre Krankheit und ihre Vergangenheit reduziert, das fand ich wirklich sehr schön und auch viel wichtiger als genau im Bilde zu sein.

In diesem Buch mochte ich vor allem den Schreibstil, Zoe Hagen schreibt wirklich wunderschön, ich hatte das Gefühl ständig von einer Zartheit umhüllt worden zu sein, die von ihren Worten ausgestrahlt wurden, es wirkte alles sehr zerbrechlich und doch zeigte sich in ihr die Schönheit die das Leben bereit hält. Das war für mich sehr genussvoll und ich hab jedes geschriebene Wort geliebt.

Auch Antonias Gedankenwelt fand ich toll, es ist ein sehr philosophisches Buch, es sinniert über das Leben über den Tod, über das was wirklich wichtig ist. Ich hatte stets das Gefühl, dass dieses Buch voll von Authenzität ist und beim Lesen beschleichte mich die Vermutung, dass die Autorin Antonias Schicksal geteilt hat, denn es liefert vor allem auch einen ganz anderen Einblick in ihre Krankheit, es ist nicht nur der medizinische Aspekt der mit eingeflochten wird, sondern auch warum sie krank ist, was diese Krankheit wirklich ausmacht.. Das hat mich sehr berührt und bei mich Verständnis geweckt, das fand ich sehr schön zu erleben.
Allgemein hab ich während des Lesens und auch danach das Gefühl, dieses Buch hat mich nicht nur berührt sondern es gibt mir auch etwas mit auf meinen Weg. Es ist für mich eines dieser Bücher, die wertvoll sind weil es nicht nur eine Geschichte erzählt sondern, etwas in meinem inneren weckt und mich nachdenklich stimmt - nachhaltig. Es hat mir in mancher Hinsicht die Augen geöffnet und ich weiß, dass sie offen bleiben werden. ☺


Ein Buch das viel mit mir gemacht hat, ich konnte philosophieren, ich wurde nachdenklich, ich wurde berührt und trotz all den schweren Zeiten in diesem Buch hat es mir Hoffnung geschenkt, es ist ein wertvolles Buch, voller Leben, Liebe und Glühwürmchen, nur zu empfehlen. ♥

Kommentare:

  1. Hey :)
    Eine sehr schöne Rezension, die mich absolut davon überzeugen kann, dass ich das Buch lesen muss! Ich mag die Art von Büchern generell ganz gerne und das es in Tagebuch-Form geschrieben ist hört sich gleich noch viel besser an. So finde ich es auch am schönsten mit diesen Themen umzugehen.

    Liebe Grüße
    Isabell

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    1. Vielen Dank, freut mich wenn du durch sie ein bisschen Klarheit bekommen hast, ob das Buch etwas für dich ist oder nicht, das freut mich immer sehr. :)
      Ja, ich hielt es beim Lesen auch für ziemlich perfekt gelöst, es wirkt dadurch einfach sehr authentisch UND man kommt einfach viel tiefer in die Gedanken- und Gefühlswelt hinein. :)
      Wünsche dir viel Spaß beim Lesen, wenn es soweit ist.

      Ganz liebe Grüße
      Svenja

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  2. Eine tolle Rezi! Und ein sehr toller Blog!
    Das Buchcover ist wirklich ein Träumchen! Und auch inhaltlich klingt es sehr gut. Vielleicht landet es ja noch auf meiner Wishlist. Danke für die Rezi! ;)

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    1. Lieben Dank, Nika. :)
      Ich hoffe sehr, dass es dort landen wird und dann vor allem irgendwann im Regal. Es hat seinen Platz nämlich verdient, aber freut mich, dass ich dich zumindest schon einmal auf das Buch aufmerksam machen konnte. :)

      Liebe Grüße
      Svenja

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