Dienstag, 31. Mai 2016

[Rezension] Die Theorie vom Marmeladenbrot





  • Preis: 20,00€
  • Einband: Gebunden
  • Seitenanzahl: 352
  • Verlag: Ullstein Verlag
  • Autor/in: Titiou Lecoq
  • Übersetzer/in: Stefanie Schäfer
  • ISBN:  978-3-550-08111-8





Paris 2006: Mariane, Christophe und Paul verbindet eins, die Liebe und die Leidenschaft zum Internet. Das Internet, damals allgemein noch ziemlich belächelt, ist für die drei ein Ort der Freiheit und der Zukunft, die ersten Schattenseiten zeigen sich als von Marianne ein Sex-Tape im Netz erscheint und ihr mit einem Mal die Anonymität im Netz geraubt wird. Die drei lernen sich genau durch dieses Ereignis kennen und sie unterstützen Marianne bei ihrem vorhaben herauszufinden wer es war und wie man es aus dem Netz bekommt...
Paris 2015: Das Internet hat sich weiter entwickelt, ebenso wie die drei, doch nicht alles zum besseren und so müssen sie sich mal wieder mit ganz neuen Problemen rumschlagen...


Die Gestaltung des Buches gibt für mich ehrlich gesagt nicht viel her, es wirkt altbacken und nicht wirklich ansprechend, nur den Titel finde ich sehr interessant und schaffte es mich neugierig zu stimmen.


Ich war ziemlich gespannt auf dieses Buch, weil ich die Idee, die Entwicklung des Internets festzuhalten und zu sehen wie es eventuell das Leben einzelner Personen beeinflusst ziemlich interessant fand.
Das liegt natürlich daran, dass ich als noch etwas jüngerer Mensch nur am Rande von dieser Entwicklung etwas mitbekommen habe, im Jahr 2006 war ich 13 wir hatten Internet, aber die Nutzung war eher gering und freie Entfaltung gab es damals nicht für mich, weil meine Eltern doch sehr vorsichtig damit umgegangen sind.

Ich muss sagen, dass ich das Buch unheimlich gerne mochte ich fand es interessant die Entwicklung zu erleben und fand auch die Auseinandersetzung mit dem Internet wirklich angenehm. Weil es kritisch aber nicht darauf aus ist Panik zu machen und man durch das Buch auch die positiven Seiten davon zu spüren bekommt, aber gerade die rasante Entwicklung und die fehlende Anonymität sind hier thematisiert und hat bei mir auch noch einmal dafür gesorgt, dass ich sehr nachdenklich gestimmt wurde. Ich beschäftigte mich zwangsläufig mit meinem Konsum und mit meinem Verhalten im Umgang mit meinen eigenen Daten und das fand ich sehr gut.

Das Internet ist für die Thematik sehr wichtig, denn durch sie beginnt sich das Karussell zu drehen und die Protagonisten werden vor Problemen gestellt die ohne sie nicht vorhanden wären, das fand ich persönlich sehr geschickt konstruiert und hat bei mir auch einen ziemlich großen Sog entwickelt, weil ich unbedingt erleben wollte wie sich die Leben der drei weiterentwickeln wird.

Die Charaktere sind alle ziemlich unterschiedlich und ich kann nicht mal zwingend sagen, dass sie für mich die Sympathie in Person waren, insbesondere Paul konnte ich nur in vereinzelten Momenten leiden, aber ich kann nicht sagen, dass es mich gestört hat.
Die drei boten für mich eine tolle Konstellation an, sie harmonierten nicht gut miteinander, stritten und beleidigten sich - insbesondere Marianne und Paul hatten da eine recht eigene Beziehung zueinander, aber dennocht spürte ich die tiefe Verbundenheit, die Freundschaft die sie verband obwohl sie nie viel darüber sinniert haben. Es hatte seine eigene Dynamik, die ich generell einfach sehr gerne mochte. :)
Das einzige was ich ziemlich traurig an den dreien fand war, dass Marianne als "verrückt", "durchgedreht" oder Sonstiges dargestellt wird, sehr oft sogar und nicht nur von den dreien sondern auch von anderen männlichen Nebencharakteren. Das fand ich furchtbar, sie tut oder sagt Dinge die gar nicht mal unplausibel sind, das hab ich nicht verstanden und konnte ich nicht gut heißen, weil es für mich einfach nur so wirkte als könnte man die Gefühle und Meinungen einer Frau nicht immer ganz ernst nehmen und das hat bei mir einen sehr negativen Eindruck hinterlassen auch, dass ihr Lebenstil stark kritisierte wurde fand ich schade..

Es gab also kleiner Dinge die micht gestört haben auf der Zwischenmenschlichen Ebene, ansonsten war ich aber generell nur angetan außer, dass ich ziemlich überrascht darüber war, dass man nur Einblick ins Jahr 2006 und 2015 erhält, nach dem Klappentext hatte ich persönlich eher den Eindruck man würde jedes Jahr miterleben.
Es wird zwar vereinzelt angerissen, welche Schlüsselereignisse die drei in den fehlenden Jahren erlebt hatten, aber insgesamt hätte es mir wohl besser gefallen wenn man sie permanent begleitet hätte.


Das Buch hat mir insgesamt ziemlich gut gefallen, ein paar zwischenmenschliche Aspekte haben mir sehr missfallen aber das Konstrukt des Buches ist insgesamt wirklich toll und mit geschickten Verknüpfungen versehen und eine Thematik die äußerst spannend ist und für mich definitiv mal eine Abwechslung darstellte. :)

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