Mittwoch, 8. Juni 2016

[Rezension] Vierundzwanzig Stunden





  • Preis: 16,99€
  • Einband: Broschiert
  • Seitenanzahl: 384
  • Verlag: Pendo Verlag
  • Autor/in: Guillaume Musso
  • Übersetzer/in: Eliane Hagendorn
  • ISBN: 978-3-86612-401-1





Arthurs Vater ist bereits schwer krank, als er ihm übermittelt, dass er von ihm nur ein altes Familiengrundstück erben wird und der Rest an seine beiden Geschwister verteilt wird.
Doch an dieses Erbe sind zwei Bedingungen genüpft, zu einem darf er es nie verkaufen es soll immer in der Familie bleiben und zum anderen darf er nie diese eine Tür öffnen, die sein Vater eigens zugemauert hat.
Arthur willigt ein, doch die Neugier ist zu groß und er öffnet diese Tür. Was dann passiert ist unvorstellbar und doch geschieht es...


Ich mag das Cover ziemlich gerne, die Farben sind toll gewählt, weil sie düster und bedrohlich wirken aber auch sehr mysteriös. Auch, dass man einen Leuchtturm sieht finde ich ganz toll, denn dort befindet sich die geheime Tür, die Arthur nicht hätte betreten dürfen. Es passt also gut zum Buch und würde mich unheimlich neugierig machen. :)


Ich hab mich sehr auf den neuen Musso gefreut, auch wenn ich bisher noch ein ziemlicher Musso Anfänger bin, so konnte er mir bereits mit Nachricht von dir eine angenehme Lesezeit verschaffen.
Gut war auch, dass ich seinen Stil dadurch schon etwas kannte, so dass bei diesem Buch keine falschen Erwartungen aufkam wie bei meinem ersten Musso.

Das Buch hab ich innerhalb von wenigen Stunden durchgehabt, denn kaum habe ich mit diesem Buch begonnen, hat sich ein gewaltiger Sog entwickelt dem ich mich nur sehr schwer entziehen konnte.
Die Idee der Geschichte und das Geheimnis hinter der Tür, war für mich im ersten Moment erst einmal ziemlich gewöhnungsbedürftig, es hat einen Moment gedauert bis ich mich damit anfreunden konnte, weil es in gewisser Weise übernatürlich ist.
Aber ganz schnell fand ich viele Vorzüge daran, das liegt ganz klar auch an der Umsetzung des Autors.
Das Buch erzählt sich über einen sehr langen Zeitraum, es sind vierundzwanzig Jahre und man ist in jedem Jahr nur für vierundzwanzig Stunden anwesend, ich fand dieses Schema wirklich sehr interessant und fand es toll zu sehen, wie sich die Zeit dreht und welche Veränderungen es mit sichbringt.
Auch das in jedem Jahr über gewisse Ereignisse gesprochen wird, die damals geschahen oder populäre Serien und Songs Erwähnung finden mochte ich sehr, sehr gern. Weil man sich dadurch sehr gut in das jeweilige Jahr einleben konnte und es weckte natürlich eine gewisse Vertrautheit, was ich als sehr angenehm empfand.

Die Ereignisse zu folgen war für mich immer sehr spannend, also selbst wenn nichts dramtisches passiert ist fand ich es einfach toll zu sehen wie sich die zwischenmenschlichen Beziehungen verändern und entwickeln und das in nur 24 Stunden. Manchmal hätte ich mir prinzipiell schon gewünscht, dass man auch etwas über die Tage danach erfährt, gerade wenn ein Tag mit einer Veränderung endetete, aber ich bin trotzdem froh, dass der Autor seinem Muster treu geblieben ist, zudem regt das ja auch die eigene Fantasie an, was nicht wirklich schlecht ist.

Die Charaktere sind mir persönlich sehr nahe gekommen, zu einem weil man sie über Jahre hinweg erlebt und da stellte es für mich kein Problem dar, dass sie immer nur für 24 Stunden anwesend waren und sich beim nächsten Treffen durch Ereignisse verändert haben.
Und zum anderen ist es die Problematik die, die Charaktere umgeben, dass sie einem gefühlsmäßig sehr nahe kommen, weil es viele Schwierigkeiten gibt und die Situation für alle sehr bedrückend ist, das schafft der Autor gut zu vermitteln, so dass ich ihnen mit Leichtigkeit emotional nahe gekommen bin.
Auch die Sympathie konnten sie bei mir wecken, ich fand Arthur und Lisa, seine neue Liebe, sehr süß zusammen, es sind schwere bedingungen unter denen sie sich kennenlernen und die beiden kommen immer wieder in Konfliktsituationen und manchmal sind sie auch nicht ganz fair zueinander, aber sie sind sich nahe und das spürt man und das spürt man noch mehr, wenn man erst einmal zum Ende angelangt ist..
Mein Highlight war aber Arthurs Großvater Sullivan, ich fand ihn herzlich und ein bisschen verschroben, aber gerade das war natürlich das charmante an ihm, er ist ein geduldiger Charakter, der ein bisschen Ruhe ins Geschehen bringt und das tut dem ganzen wirklich gut.

Worauf man bei diesem Buch aber wirklich wartet ist die Auflösung, es gibt immer mal wieder Situationen die mich haben stutzen lassen, aber so wirklich Aufklärung gibt es erst ganz zum Schluss, was vollkommen okay ist, weil das Buch auch so mit genügend Spannung gefüllt ist und kein zäher Moment aufkommt.
Ich hatte ehrlich gesagt keine genaue Ahnung von dem was es sein könnte und von dem was ich mir eigentlich wünsche. Ich hoffte nur, dass es plausibel ist und nicht erzwungen wirkte.
Als die Auflösung kam, war ich einfach nur platt. Das ist natürlich reine Geschmackssache, aber allein die Idee fand ich unheimlich genial, wenn ich dann noch zurück denke, wie geschickt diese Geschichte erzählt ist, dann empfinde ich einfach nur noch komplette Begeisterung für dieses Buch.
Es ist ein tolles Ende, für mich wahrscheinlich sogar das perfekte Ende, weil es mich vollkommen überzeugt hat, brilliant ist und mich emotional noch einmal viel mehr berühren konnte, als alles andere was bisher im Buch geschah.
Die Auflösung ist traurig und schockieren, aber es findet zu einem schönen und hoffnungsvollen Ende und ich fand das einfach ganz wunderbar!


Ein Buch, das von der ersten Minute an Spannung verursacht und diese konstant steigert, eine tolle Idee, die mich unterhalten konnte und zu einem genialen Ende gebracht wird und auch die eingeflochtene Liebesgeschichte, hat mir unheimlich gut gefallen. Ganz großes Kino!

Kommentare:

  1. Hach das klingt ja wirklich verlockend. Ramona hatte ja auch eine Rezension dazu geschrieben, aber irgendwie hat es mich abgeschreckt, was sie zum Twist bzw. zum Ende gesagt hat, deswegen bin ich mir noch nicht so sicher, ob ich das Buch lesen möchte. :/
    Deine Rezension lässt mich auf jeden Fall dazu tendieren. :D

    Liebst, Lotta

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    1. Oh, da werde ich mal bei Ramona vorbeischauen müssen. In der Leserunde zum Buch war die Meinung generell eher positiv zum Ende, aber letztendlich gibt es natürlich immer Ausnahmen. :)
      Freut mich auf jeden Fall, dass ich die Abschreckung ein bisschen lindern konnte. :D
      Ich hoffe es wird dir sehr gefallen, wenn/falls es soweit ist! :)

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