Montag, 10. Oktober 2016

[Rezension] Pretty Baby - Das unbekannte Mädchen







  • Preis: 16,99€ [D]
  • Einband: Broschiert
  • Seitenanzahl: 304
  • Verlag: Harper Collins
  • Autor/in: Mary Kubica
  • Übersetzer/in: Nele Junghanns
  • ISBN: 978-3-95967-033-3




Heidi Wood war schon immer eine sozial engagierte Frau, die sich den Schicksalen von anderen angenommen hat. Doch eines Tages scheint sie alle Grenzen zu überschreiten, sie nimmt ein obdachloses junges Mädchen und ihr Baby mit zu sich nach Hause.
Ihr Mann und ihre Tochter sind davon nicht allzu begeistert, besonders ihr Ehemann sorgt sich und fürchtet, dass seine Frau sich zu sehr in das Schicksal des Mädchens verliert, ohne diese wirklich zu kennen. Er beginnt zu recherchieren und findet furchtbares heraus...

Ich finde das Cover sehr harmonisch, ich mag das dunkle Bild der Frau mit der weißen Farbe des Schriftzugs, das gibt ein tolles Cover wie ich finde, das meine Neugier definitiv weckt.

Ich war sehr gespannt auf diesen Thriller, denn ich finde der Klappentext mach unglaublich neugierig und gerade wenn es um junge Leute geht, die etwas geheimnisvolles und vielleicht auch böses in sich tragen, wird es meiner Meinung nach richtig spannend, auch auf psychologischer Ebene.
Meine einzige Angst war die, dass ich bereits "Good Girl" von Mary Kubica gelesen habe und ich auch da die Idee sehr interessant fand, das Buch selbst mich aber so gar nicht von sich überzeugen konnte.
Dennoch hat mich Pretty Baby inhaltlich so angesprochen, dass ich es einfach auf einen Versuch ankommen lassen musste und letztendlich bin ich froh drum.

Denn dieser Thriller aus der Feder von Kubica konnte mich alles im allem sehr von sich überzeugen. Besonders gelungen finde ich die Erzählweise des Buches, zu einem lesen wir die Handlung aus der Sicht von Heidi und bekommen dadurch einen sehr guten Einblick ihrer Faszination dem Mädchen gegenüber und es wird auch sehr gut vermittelt, warum sie ihr so verfällt.
Auf der anderen Seite haben wir ihren Ehemann, dessen Perspektive ebenfalls Teil des Buches ist, und er sieht das ganze viel rationaler und misstrauischer, stellt Fragen die man sich als LeserIn selbst schon gestellt hat und wundert sich mit ihm über alles was passiert.
Das allein fand ich als Mischung zum ziemlich gut gewählt, für mich war die Balance dort auch sehr gut, denn sie beide sind sehr extrem in ihrer Haltung und stellen so zwei perfekte Gegensätze dar.
Das hat mir sehr gut gefallen und ich kann mich persönlich gar nicht darauf festlegen, welche Perspektive mir besser gefallen hat und das ist immer etwas sehr positives. :)
Ich hab mich auf jeden Fall in beiden Teilen sehr wohl gefühlt und konnte nicht aufhören zu lesen.

Aber es ist noch eine weitere Perspektive vorhanden, nämlich die von Willow (das mysteriöse obdachlose Mädchen). Willows Sicht erzählt meistens die Vergangenheit, es erzählt ihre Lebensgeschichte, wie es dazu kam das sie als obdachlose gemeinsam mit einem Baby am Bahnsteig vorzufinden war.
Natürlich ist man sofort gefesselt von ihrer Lebensgeschichte, denn man möchte unbedingt herausfinden was ihr Geheimnis ist, ob sie wirklich gefährlich ist und natürlich stellt sich die Frage ob die Familie Wood wirklich in Gefahr schwebt, durch sie.
Das alles hat dazu geführt, dass ich auch ihren Teil sehr intensiv und mit viel Freude gelesen habe. Das einzige Problem für mich war, dass die Vergangenheit mich manchmal doch zu weit von der Gegenwart entfernt hat und  ich manches mal das Gefühl hatte, es geht sehr schleichend voran.
Dennoch hat mir auch dieser Part inhaltlich gut gefallen und ich hab eine berührende und schockierende Lebensgeschichte vor gefunden, die so manches von mir abverlangt hat.

Im Verlauf ist dieses Buch sehr gut, es wusste mich persönlich zu überraschen und das ist bei einem Thriller wie diesem - der sich sehr langsam und dann aber spannungsvoll aufbaut, sehr wichtig. Von daher waren meine Erwartungen auch hier vollkommen erfüllt, zwar hielt der Überraschungseffekt nicht ganz bis zum Schluss, am Ende wurden die Puzzleteile dann doch sehr klar, aber das ich völlig ahnungslos bin am Ende, ist dann doch eher eine geringe Seltenheit, weshalb ich es nicht negativ werte. :D

Alles im allem hat Kubica mich mit Pretty Baby versöhnt und mir gezeigt, dass sie nicht nur tolle Idee hat, sondern sie auch in einem spannenden Buch unterbringen kann. Von daher freue ich mich nun auf weitere Bücher von ihr, die dann hoffentlich ebenfalls so geschickt und unerwartet wie dieses hier sind. :)

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