Donnerstag, 20. April 2017

[Rezension] Vergessene Kinder






  • Preis: 12€ [D]
  • Einband: Taschenbuch
  • Seitenanzahl: 192
  • Verlag: Community Edition
  • Autor/in: Luna Darko
  • ISBN: 978-3-96096-002-7






Pias bester Freund Momo hat sich das Leben genommen, das Leben ist dadurch nur noch unerträglicher geworden und so steht für Pia fest, dass sie ihm nach ihrem 18. Geburtstag folgen wird. Zumindest war sie fest davon entschlossen bis Tom kam, Tom der sich nicht um alberne Oberflächlichkeiten schert, sondern sie dazu bringt nachzudenken, zu philosophieren und über all das zu reden was tief in ihr schlummert - von dem sie selbst nichts mehr ahnte. Mit Tom fühlt sie sich verstanden, kann er sie wirklich retten?

Von außen spricht mich das Buch gar nicht an, ich finde es ehrlich gesagt unheimlich verstörend. Was wahrscheinlich gewollt ist und passt aber schön ist es nicht, von innen sieht das ganze ganz anders aus. Zeichnungen, Sticker, Tagebucheinträge - alles sehr mühevoll ins Buch gebracht, so dass es zumindest dort optisch ein Highlight ist.

Luna Darko ist wohl eine bekannte YouTuberin, ich kenne sie ehrlich gesagt gar nicht und bin daher ohne große Erwartungen aber auch völlig unvoreingenommen an dieses Buch herangetreten. Der Klappentext klang vielversprechend und die innere Gestaltung hat mich wirklich begeistert, aber damit hörte meine Begeisterung dann auch leider schon auf, denn inhaltlich konnte es mich gar nicht überzeugen.

Es fängt schon damit an, dass dieses Buch für mich keine richtige Handlung hat, klar es gibt gewisse Szenarien wo etwas passiert, aber eigentlich ist dieses Buch ein elendig langes Gespräch mit Pausen. Es dreht sich um unsere verkorkste Gesellschaft, wie oberflächlich alles ist und dass Pia und Tom, aber vor allem Tom, scheinbar die einzigen sind, die den wahren Durchblick haben.
Dabei wirkt das ganze häufig viel zu gewollt, was ich wirklich schade fand.
Denn ehrlich gesagt ist es nicht so, dass ich davon gar nichts verstehen konnte - teilweise teilte ich auch deren Meinung und Bücher die mit philosophischen und kritischen sowie tiefgründigen Gedanken und Fragen daherkommen, sind eigentlich genau meins.
Aber wenn das dann alles so gewollt wirkt ist es für mich schwierig das wirklich anzuerkennen und für mich auch genießen zu können.

Zudem ist es so, dass sich die meiste Handlung dann um Partys und Drogen gehen. Ja natürlich gibt es da auch noch die Liebesgeschichte zwischen Tom und Pia, aber das hat wirklich kaum mein Interesse wecken können. Die Partys und Drogentrips allerding genauso wenig, zumal ich gerade den Umgang mit Drogen sehr verharmlost dargestellt fand. Ich meine Tom sorgt sich häufig um Pia, vor allem weil er es verwerflich findet Drogen einzunehmen um Schmerz zu vergessen aber bei sich selbst ist das alles voll cool und wirklich machen tut er auch nichts dagegen, dass seine Freundin sich den Drogen sosehr hingibt, nein wieso auch? Zusammen Drogen zu nehmen ist doch viel lustiger.
Sollen sie machen, aber dann kann ich ihm auch nicht abnehmen, dass er sich wirklich sorgt. Das wirkte auch mich einfach nur, als würde man dadurch versuchen die emotionale Bindung der beiden aufzuzeigen - hat nicht geklappt.

Schade fand ich auch, dass ich nicht das Gefühl hatte das man sich wirklich mit den wirklichen Problemen auseinander gesetzt hat. Zum Beispiel Momo, ja Pia schreibt von ihm und sie schreibt auch wie sehr sie ihn vermisst etc. aber wirklich zental thematisiert wird er nicht, stattdessen redet man lieber über die böse Gesellschaft (keine Frage, hier gibt es wirklich Probleme) aber für dieses Buch wäre es schöner gewesen wenn man sich mehr auf die "kleinen" Probleme in Pias und Toms eigenen Leben fokussiert hätte. Dann wäre das ganze wahrscheinlich auch nicht aufgesetzt gewesen.

Ich fand das Buch außerdem ziemlich zäh und langweilig, es war halt kein wirklicher Fortschritt da. Emotional bei Pia vielleicht etwas aber es war immer das gleiche - Partys, Drogen, Reden und ein bisschen Gefühlsduseligkeit. Immer bis zum Ende wo man dann einfach eine Möglichkeit sucht einen Abschluss für dieses Buch zu finden.
Ich glaube fast, dass mich das noch am meisten aufgeregt hat, nicht in der Hinsicht was sie tun, das ist mir zu dem Zeitpunkt egal gewesen, aber wie einfach es ihnen gemacht wurde. Baah, was soll das? Ich würde mich gerne weiter darüber auslassen, will aber nicht das Risiko eingehen euch zu spoilern.

Es lässt sich wohl herauslesen, dass ich gar nicht zufrieden bin mit diesem Buch. Ich fand es leichtsinnig, langweilig und die Ansätze die dem Buch hätten helfen können zu aufgesetzt und zu gewollt. Es war nicht mein Buch, ich kam mit den Charakteren nicht klar, mit den Aufbau und wie leichtfertig Drogen hier wild eingenommen werden ohne wirklich kritisch beäugt zu werden, das finde ich gerade für jüngere Leser, die nunmal die Zielgruppe ausmachen, wirklich fatal.
Nur die innere Gestaltung finde ich wirklich toll und hier hat man sich wirklich große Mühe gegeben.


1 Kommentar:

  1. Wirklich sehr seltsam, was für Bücher es manchmal auf den Markt bringen und gedruckt werden.

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