Donnerstag, 18. Mai 2017

[Rezension] Der Prinz der Elfen





  • Preis: 16,99€ [D]
  • Einband: Gebunden
  • Seitenanzahl: 416
  • Verlag: Cbt
  • Autor/in: Holly Black
  • Übersetzer/in: Anne Brauner
  • ISBN:  978-3-570-16409-9






Hazel und Ben sind schon ihr ganzes Leben lang fasziniert von dem Prinzen der im Glassarg liegt. Sie erzählen im Geschichten, sie vertrauen ihm ihre Gefühle an und lassen ihn an den wilden Abenteuern teilhaben, die sie beide zusammen bestritten haben. Denn in Fairfold ist eigentlich nichts normal, übernatürliche Wesen leben im tiefen Wald. Doch der Prinz er schläft, bis zu dem Tag wo sein Sarg zerbrochen ist und der Prinz verschwunden. Für Hazel beginnt das Abentuer ihres Lebens, denn schnell steht fest, nicht nur der Prinz steckt in Gefahr sondern ganz Fairfold und endlich scheint sie die Ritterin werden zu können, die sie immer schon sein wollte...

Ich finde die Art eigentlich ziemlich cool, den Wald in die Form des Prinzen sehen zu lassen etc. ich hab nur ein Problem mit den Gesichtern der beiden. Das trübt bei mir so ein bisschen die Freude, ist aber klar, Geschmackssache

Holly Black war mir vom Namen her natürlich bekannt und ich war auch schon an einigen ihrer Werken interessiert, dennoch war Der Prinz der Elfen mein erstes Buch der Autorin, aber definitiv nicht mein letztes denn es hat mich wirklich begeistert.

Und ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, es war gar nicht mal die Liebe auf den ersten Blick, es hat bei mir schon ein bisschen gedauert bis sich wirklich pure Begeisterung eingestellt hat.
Am Anfang werden einem die Charaktere erst einmal ordentlich vorgestellt, dabei merkt man dann auch schnell, dass die Charaktere hier im großen und ganzen, keinen bestimmten Stereotypen folgen, was ich schon direkt unheimlich erfrischend fand. Dennoch hat es ein wenig gedauert bis sich Hazel und Co. wirklich in mein Herz geschlichen haben.

Dabei geholfen haben die vielen kleinen Geschichten über Momente ihrer Vergangenheit, aber auch einzelne Geschichte über die übernatürliche Wesen sind vorhanden, selbst wenn keiner von den Hauptcharakteren darin involviert war.
Am Anfang reihen sich diese Rückblenden noch ziemlich häufig nacheinander und am Anfang hab ich es für einen kurzen Moment als störend empfunden immer wieder aus der Haupthandlung hinaus geworfen zu werden.
Aber das hat sich wirklich schnell gelegt und ich hab mich nur noch daran erfreut. Denn es zeigt nicht nur wie intensiv sich die Autorin mit der Folkelore der Elfen befasst hat und wie sehr sie sich für diese Wesen begeistern kann, es hat auch wirklich dabei geholfen die Charaktere zu formen und ihnen einen Hintergrund zu geben. Bei dem man in der Gegenwart merkt, dass sie davon geprägt sind, dadurch haben sie für mich gleich viel mehr Tiefgang bekommen.

Ich fand das alles einfach unheimlich einladend, es war märchenhaft schön und doch gleichzeitig so tragisch und düster, was einfach ein toller Mix ist und mich wirklich ans Buch gefesselt hat.
Die Story selbst fand ich auch wirklich toll ausgearbeitet, es gibt immer wieder kleinere Rätsel, wo man am Ende merkt wie geschickt die Autorin ihre Story geplottet hat und auch wenn einzelne Ereignisse durchaus vorhersehbar waren, so gibt es dennoch viele überraschende Details, die manchmal auch nur winzig sein können, das ganze aber zu einem tollen Abenteuer gemacht haben, voller Entdeckungen, so dass sich beim Lesen einfach eine wahnsinnige Begeisterung eingestellt hat, die bei mir stetig stieg und stieg.

Zu den Charakteren möchte ich noch anmerken, dass ich es toll fand wie wild und furchtlos Hazel war und das sie bei allem was sie erlebt hat immer ihr eigener Antrieb war und sie ihren Bruder mitgezogen hat. Dennoch hat sie Tiefgang und man merkt, dass es Dinge gibt vor denen sie sich verschließt, aber ich mochte es sehr, dass sie jedes Abenteuer einfach wollte und nicht gezwungen war eine Heldin zu werden, wie in so vielen anderen Büchern.
Ihr Bruder Ben ist hingegen homosexuell und ist manchmal auch das genaue Gegenteil von Hazel, schön fand ich, dass seine Sexualität aber gar kein großes Thema war - zumindest keins wo man erst einmal verdeutlichen musste, dass das so okay ist. Er war homosexuell und fertig, es war kein ständiges Thema das über ihn lastet und noch viel wichtiger, ich hatte nicht das Gefühl, dass es seinen Charakter definiert, was unglaublich toll war.

Besonders mochte ich aber die Beziehung zwischen den beiden, sie war innig und dennoch auch voller Geheimnisse um den anderen zu schützen und manchmal auch sich selbst. Dennoch fand ich es toll zu sehen wie sie miteinander umgingen und wie sehr sie sich trotz der ganzen Unterschiede respektierten und annahmen wie sie sind. Ich hab die beiden einfach unglaublich gerne begleitet, die Nebencharaktere bis auf Jack, Bens bester Freund, waren dann schon ein bisschen schwächer ausgearbeitet, aber das war letztendlich für mich okay, weil das Buch bereits so viel Handlung aufgewiesen hat und man ja auch den roten Faden nicht verlieren will.

Holly Black hat es geschafft mich in eine fremde Welt zu entführen, die voller schöner Momentewar, aber auch düster und traurig sein konnte. In eine Welt, die mich stetig mehr und mehr begeistern konnte und ich alles um mich herum vergessen habe. Holly Black hat ein Buch geschrieben, das ich am Ende einfach nur noch umarmen wollte, weil ich glücklich und traurig zu gleich war. ♥


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